Zeitdruck bei Umbau von Naturalienkabinett

Die Museumsleitung will Ende November die Begleitausstellung in Waldenburg eröffnen. Nun gibt es Zweifel daran, ob der Termin gehalten werden kann.

Waldenburg.

Die spannende Frage ist, welche Farbe das Museumsgebäude in Waldenburg am Ende tatsächlich bekommt. Das Haus ist seit mehreren Wochen eingerüstet, gearbeitet wird jedoch nicht. Die Putz- und Farbbefunde werden derzeit ausgewertet. Gemeinsam mit der Denkmalbehörde wird der Anstrich festgelegt. "Ich bin gespannt, wie das mal aussehen wird", sagt Waldenburgs Bürgermeister Bernd Pohlers und fügt hinzu: "Wenn mir die Farbe nicht gefällt, werde ich das deutlich sagen."

Dabei hat das Stadtoberhaupt noch ein ganz anderes Problem: Der Zeitdruck für die Fertigstellung des gesamten Museumsumbaus erhöht sich, zumal sich zur Eröffnung der sächsische Ministerpräsident Micheal Kretschmer angesagt hat. Schon im Herbst letzten Jahres legte sich die Museumsleiterin Christina Ludwig fest: Die neue Begleitausstellung, die im sanierten und völlig umgebauten Erdgeschoss eingerichtet werden soll, wird am Freitag vor dem ersten Advent 2018 eröffnet. Ein ehrgeiziger Plan, in dem ein Rädchen ins andere greifen muss.

Doch jetzt ist offenbar Sand ins Getriebe gekommen. Der Stadtrat von Waldenburg wollte weitere Bauaufträge für die Begleitausstellung vergeben. Doch bei zwei Gewerken haben sich keine Unternehmen gefunden, die die Arbeiten ausführen. Das betrifft die Fliesenlegearbeiten und die Fensterverschattung, für die laut Bürgermeister Pohlers nach der Ausschreibung keine Angebote vorlagen. Jetzt will die Stadt Firmen direkt anschreiben. "Wir hoffen, dass wir das kurzfristig auf die Reihe bekommen", fügt er hinzu. Möglicherweise könnte ein Ausschuss des Stadtrates die Arbeiten vergeben, notfalls gehe das auch per Bürgermeisterentscheid. Die anderen Aufträge für die Elektroarbeiten, für die von den Besuchern steuerbaren Vorrichtungen, für die Animationen der historischen Figuren "Fürst Otto Victor I." und "Apotheker Linck" sowie für die Beschaffung dreidimensionaler Tastmodelle für blinde Besucher sind vergeben.

Die neue Begleitausstellung, eine der wichtigsten Investitionen in Waldenburg dieses Jahr, widmet sich dem Naturalienkabinett im Obergeschoss. Doch das Konzept und der Aufbau des historischen Kabinetts erschließen sich nach Angaben des Museums heutigen Besuchern nicht. Die historische Präsentation ist 175 Jahre alt, begleitende Informationen gebe es nicht. Neue, aufregende Erkenntnisse zu einzelnen Objekten würden den Museumsgästen ebenso verborgen bleiben wie Informationen zur Entwicklung des Museums, zum wissenschaftlichen Sammeln in verschiedenen Zeiten und zu den handelnden Personen. Die geplante Begleitausstellung soll das ändern und künftig als eine Art Gebrauchsanweisung für das unter Denkmalschutz stehende Naturalienkabinett dienen.

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