Zoll soll öfter Firmen kontrollieren

Schwarzarbeit: IG Bau sieht Handlungsbedarf

Zwickau.

Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG Bau mehr Zoll-Kontrollen im Landkreis Zwickau. Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 399 Baufirmen im Landkreis ins Visier der Beamten, kritisiert Andreas Herrmann. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau in Südwestsachsen verweist auf eine aktuelle Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Im gesamten Bereich des zuständigen Hauptzollamts Erfurt wurden demnach zwischen Januar und Juni 480Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 14,1 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (Bündnisgrüne) hervor.

"Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wie viel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist", betont Gewerkschafter Herrmann. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. "Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll", konstatiert Herrmann. "Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen - und damit von Schwarzarbeit und Lohndrückerei." Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und ein einheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in der Branche, meint der Gewerkschafter. (ja)

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