Zugstrecke nach Leipzig: Kritik wegen Ersatzverkehr

Abgeordnete fordern Verkehrsverbund zu Verbesserungen auf

Chemnitz.

Ab Donnerstag müssen Zugreisende zwischen Chemnitz und Leipzig wegen Bauarbeiten am Eisenbahnviadukt über die Blankenauer Straße mehr Zeit einplanen. Die Züge von und nach Leipzig enden und beginnen am Haltepunkt Küchwald. Zwischen Haltepunkt und Hauptbahnhof richtet der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) Schienenersatzverkehr ein. Die Busse fahren am Hauptbahnhof los, können wegen der beengten Situation am Haltepunkt Küchwald aber nicht in Bahnsteignähe halten. Deshalb müssen Reisende von der Bushaltestelle bis zum Bahnsteig einen längeren Fußweg zurücklegen. Je nachdem, ob man im vorderen oder hinteren Abschnitt des Zuges einsteigt, beträgt die Weglänge 350 bis 450 Meter. Die Züge nach Leipzig starten zehn Minuten nach Busankunft.

Kritik kommt jetzt von den Bundestagsabgeordneten Detlef Müller (SPD) und Frank Heinrich (CDU). "Für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen, kleinen Kindern oder auch für ältere Menschen ist dies kaum zu schaffen", schreiben sie an VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus. Sie schlagen vor, den Ersatzverkehr bis Burgstädt zu verlängern. Dort seien die Wege kürzer und im Gegensatz zum Haltepunkt Küchwald gebe es am Bahnhof Burgstädt Parkflächen.


Der VMS habe mehrere Alternativen für die Route geprüft, sagte am Montag Harald Neuhaus. Eine Streckenführung des Zuges vom Hauptbahnhof über Riesa nach Leipzig sei an der Trassengebühr gescheitert. Die DB Netz, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn, habe für die viermonatige Nutzung der Strecke sechs Millionen Euro gefordert, so Neuhaus. Ein Ersatzverkehr bis Burgstädt sei verworfen worden, weil die Busse über die Leipziger Straße in Chemnitz fahren müssten, die als Staufalle gilt, so Neuhaus. "Die Busse hätten viel zeitiger losfahren müssen." Auf einen verspäteten Bus zu warten, sei für Züge nach Leipzig nicht möglich, weil die Strecke eingleisig ist und in Leipzig Anschlüsse eingehalten werden müssen. Deshalb habe sich der VMS für den Haltepunkt Küchwald entschieden. Dieser sei stadtnah, die Wege für die Busse kurz. "Sollte es dennoch nicht funktionieren, müssen wir gegensteuern", so Neuhaus. Möglich sei, dass die Busse am Hauptbahnhof früher abfahren.

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4Kommentare
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  • 1
    0
    Zeitungss
    22.05.2019

    @Lesemuffel: Die Betonung liegt dabei auf WAR ! Heute ist dieses System nicht mehr bezahlbar und unbrauchbar außer für die Macher, für welche die Kleinstaaterei ein Segen für ihre eigene Brieftasche ist. Sachsen hat allein 5 davon. An Änderungen ist nicht zu denken, es wären die Macher übrig, was nun wirklich nicht geht. Fazit--WETER SO !

  • 2
    0
    Lesemuffel
    22.05.2019

    Und dieses Land war einst führend in Technologie, Infrastruktur inclus. Verkehrsnetz? Man kann es kaum glauben, dass es mal so gewesen sein könnte.

  • 5
    2
    Zeitungss
    21.05.2019

    Der Herr Dulig wollte uns schon einmal von diesen Vereinen , 5 an der Zahl, befreien. Beim "wollte" ist es geblieben, hoch dotierte "Arbeitsplätze" wären unter den Hammer gekommen und das kann auch er nicht verantworten. Das Bürgermeister und Landräte dort auf der Liste stehen, dürfte bekannt sein, den sie sind in ihrer eigentlichen Arbeit nicht ausgelastet und für fachliche Themen haben sie nichts am Hut. Was bleibt ist Chaos, welches man sehen kann oder auch nicht.
    Verantwortlichkeiten gibt es heute nicht mehr, was der Punkt ist.

  • 7
    1
    HHCL
    21.05.2019

    Mir stellen sich da mehrere Fragen:
    1.) Warum merkt man das einen Tag bevor es losgeht?

    2.) Warum merken das nur zwei Bundestagsabgeordnete? Arbeitet im Chemnitzer Rathaus noch jemand?

    Es handelt sich um die wichtigste Zugverbindung (Zubringer zum Fernverkehr und ICE) gefolgt von Dresden und es ist ein Gestümper, dass es einen graust. Zuletzt die Posse mit den Waggons, jetzt das.



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