Zwickauer Finanzamt soll sicherer werden

Das zuständige Ministerium will die Mitarbeiter vor Übergriffen schützen. Einige Details bleiben dabei im Dunkeln.

Zwickau.

Von Steuerzahlern, die ihren Unmut über vermeintlich falsche Steuerbescheide mit Schusswaffen oder Messern zum Ausdruck bringen, ist das auch für Limbach-Oberfrohna zuständige Finanzamt Zwickau im Gegensatz zu anderen Finanzbehörden Deutschlands bisher ebenso verschont geblieben wie vor Mitmenschen, die erst ihre Fäuste sprechen lassen und danach Fragen stellen. So weit will es das Dresdner Finanzministerium gar nicht erst kommen lassen und die Sicherheit für Mitarbeiter und Besucher verbessern.

Daher soll sowohl im historischen Altbau als auch im vor drei Monaten eröffneten Neubau ein Sicherheitskonzept umgesetzt werden. "Der weitaus überwiegende Teil der Bürger begegnet unseren Bediensteten höflich und konstruktiv", konstatiert Sandra Jäschke, Sprecherin des Finanzministeriums. Tätliche Übergriffe seien zwar noch immer selten, würden sich jedoch in der jüngeren Vergangenheit häufen. Aus Behördenkreisen heißt es, es komme "häufiger vor", dass Mitarbeiter angeschrien, bespuckt, beleidigt, "am Kragen gepackt" werden. Einmal sei ein Tacker auf einen Mitarbeiter geworfen worden. Offizielle Zahlen dazu sind nicht bekannt.

"Es gibt Arbeitsbereiche, die ein erhöhtes Konfliktpotenzial bergen", sagte Jäschke. Sie spricht unter anderem vom Bereich Stundung, Erlass, Vollstreckung, in dem die Zahlung von Steuern zwangsweise durchgesetzt wird, was unter Umständen zu sehr emotionalen Reaktionen der Steuerpflichtigen führe. In der betreffenden Etage sind erste Sicherungsmaßnahmen bereits umgesetzt. Die Türen mit Sicherheitsglas können nur von den dazu befugten Mitarbeitern geöffnet werden.

Fest steht laut Sandra Jäschke, dass künftig nur noch die Informations- und Annahmestellen frei zugänglich sind und nicht mehr das gesamte Gebäude. Durch die gesicherten Türen gelangen nur noch die Mitarbeiter selbst und Besucher nach entsprechender Anmeldung und Einschätzung ihrer möglichen Gefährlichkeit. Zudem sollen die Räume offenbar mit Alarmknöpfen ausgestattet werden, um im Ernstfall schnell Hilfe anfordern zu können. Ob dazu ein Sicherheitsdienst ins Haus geholt wird, bleibt aber zumindest vorerst ein Geheimnis des Finanzministeriums. Auch zu der Frage, ob am Haupteingang Metalldetektoren eingebaut werden, will sich die Behörde nicht äußern.

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