Corona-Test im Pool soll Kapazitäten stark erhöhen

Ein Sammeltest vermag, fünf einzelne zu ersetzen, solange er negativ ausfällt

Frankfurt/Main.

Mit sogenannten Pooltests wollen Frankfurter Forscher die Testkapazität zum Nachweis von Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus verfünf-, wenn nicht gar verzehnfachen. Die bundesweite Kapazität lasse sich von derzeit rund 40.000 Tests täglich auf 200.000 bis 400.000 steigern, ist Professor Michael Schmidt überzeugt. Der Facharzt für Transfusionsmedizin hat im Team der Forscher vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main und des Blutspendedienstes Hessen/Baden-Württemberg den neuen Ansatz mit entwickelt. "Damit wären maximale Einsparungen möglich, ohne Qualität einzubüßen", sagte der Forscher am Dienstag der "Freien Presse".

Angesichts der Knappheit an Material eine willkommene Lösung, die einen nur fünfminütigen zusätzlichen Arbeitsschritt erfordere, sagt Schmidt. Das Wattestäbchen mit dem Rachenabstrich einer Testperson gibt seine Probe zunächst einzeln in ein Reagenzglas mit Testflüssigkeit ab, danach in ein weiteres - im Pool mit bis zu neun anderen Proben. Die Sammelprobe wird zuerst getestet. Ist sie negativ, sind Tests aller zehn Einzelproben überflüssig. Für Fünfer-Pools haben die Forscher bereits bewiesen, dass ihre Methode zuverlässig ist. Für Zehnerpools ist der Beleg in Arbeit, sagt Schmidt.

Im Falle eines positiven Pooltests müssen zwar alle Einzelproben untersucht werden, doch solange mehr negative als positive Ergebnisse zu erwarten sind, mache das System die Strategie der Früherkennung und Isolierung von Infizierten, die keine deutlichen Symptome zeigen, effizienter. Gerade für systemrelevante Berufsgruppen wie Ärzte, Krankenschwestern, Polizei, Feuerwehr, Altenpfleger und die Nahrungsmittelindustrie gilt ein Erweitern der Screeninguntersuchungen als unabdingbar. Das neue System ermögliche, die von der Politik und Wissenschaft geforderte Ausweitung der Tests schneller umzusetzen - selbst bei begrenzten Testkit-Ressourcen.


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