Cupverteidiger Syrau im Freudentaumel

Mit einem 2:1-Endspielsieg über die SG Jößnitz haben die Fußballer von der Drachenhöhle als erstes Team den Pokal der "Freien Presse" im größten Hallenfußballturnier des Vogtländischen Fußball-Verbandes verteidigt. 1091 Zuschauer verfolgten die Endrundenspiele.

Plauen.

Erstmals in der Geschichte des Hallenwettbewerbes um den Pokal der "Freien Presse" hat es ein Verein geschafft, den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Vor 1091 Zuschauern gewann am Sonntagabend der SC Syrau in der Plauener Sporthalle an der Wieprechtstraße das Endspiel gegen die SG Jößnitz 2:1. Den dritten Platz sicherte sich der VfB Mühltroff durch den 4:1-Erfolg über den 1. FC Rodewisch. Während die unterklassigen Mannschaften des VfB Plauen Nord und des Leubnitzer SV ihren Möglichkeiten entsprechend zum Teil ordentliche Leistungen zeigten, enttäuschten die Landesklasse-Vertreter SV Merkur Oelsnitz und Reichenbacher FC.

Schon im Auftaktspiel kochte die Halle. In der Partie zwischen Plauen Nord und Rodewisch verhängte Schiedsrichter Bernhardt sechs Zeitstrafen. Kaisers Tor zum 3:0 für Nord war der 900. Turniertreffer. Rodewisch kämpfte sich auf 2:3 heran. Bei Wolfrums 4:2 war der Ball vorher eingeklemmt. Als Flink wenige Sekunden vor dem Ende auf 3:4 verkürzte, saßen fünf Spieler auf der Strafbank. Syrau besiegte im Anschluss Oelsnitz 2:1. Hartung vergab vor Rudischs Siegtreffer eine riesige Chance. Der Pokalverteidiger legte mit dem 6:1 über Plauen Nord nach. Rodewisch brachte sich durch das 2:1 über Oelsnitz wieder ins Spiel und ließ ein 3:1 gegen Syrau folgen. Die knappe Niederlage reichte den Syrauern, um ins Halbfinale einzuziehen. Nord hätte gegen Oelsnitz hoch gewinnen müssen, um Rodewisch noch zu überholen. Daran glaubten wohl selbst die Spieler nicht mehr und verloren 2:5.

In der anderen Gruppe standen die beiden Halbfinalteilnehmer schon nach vier Spielen fest. Pieles gelang für Mühltroff die Führung gegen den Reichenbacher FC. Grünler legte mit einem tollen Treffer nach. Kästners Anschlusstor kam zu spät. Jößnitz besiegte Leubnitz 3:0. Der Kreisligist war auch beim 0:6 gegen Mühltroff chancenlos. Der spielende Torwart Akbakay eröffnete den Torreigen. Grünler stellte mit einem Kopfballtor das Endergebnis her. Im Spiel Jößnitz gegen Reichenbacher FC erzielte der treffsichere Fellgiebel die Führung für die Randplauener. Partickes Ausgleich beantwortete der spielende Torwart Schröter mit einem Knaller unter die Latte. Fellgiebel stellte mit dem 3:1 die Weichen auf Halbfinale, Hintes 2:3 kam zu spät. Schon ausgeschieden, zeigte der Leubnitzer SV gegen Reichenbach mehr Moral und sicherte sich durch ein 4:2 den dritten Gruppenplatz. Im Spiel um den Gruppensieg behielt Jößnitz mit 4:3 gegen Mühltroff die Oberhand. Beuchold und Palmetshofer trafen für die Jößnitzer. Pieles gelang der Anschluss. Schröters Handspiel außerhalb des Strafraums bedeutete eine zweiminütige Überzahl für Mühltroff. Der Ausgleich fiel durch ein unglückliches Eigentor von Hirsch mit dem Kopf. Der beste Torschütze des Turnieres machte mit seinem 16. Treffer zum 4:3 seinen Fehler wieder gut.

Der SC Syrau setzte sich im ersten Halbfinale im Neunmeterschießen nach dem siebenten Schützen durch. Nach 15 Minuten stand es 1:1. Neumeister drückte den Ball nach einem Eckball zur Mühltroffer Führung über die Linie. Rudisch gelang in einer Begegnung mit hohem Tempo der Ausgleich. In der Schlussphase vergab Grünler für Mühltroff den möglichen Sieg. Auf der Gegenseite wurde Rotthoffs Schuss gerade noch ins Seitenaus geklärt. Nach fünf Schützen vom Punkt stand es 4:4. Pieles, nun im Mühltroffer Kasten, hielt gegen Rotthoff. Zöphel parierte gegen Remmer. Als Pieles Zierolds Neunmeter hielt, war der Pokalverteidiger fast draußen. Doch Fortak schoss über das Tor. Rotthoff traf bei seinen zweiten Versuch, während Neumeister den Ball an die Querlatte knallte. Syrau stand im Finale.

Im zweiten Halbfinale sah nach sechs Minuten alles danach aus, dass Rodewisch wie im Vorjahr den Sprung ins Endspiel schafft. Krohn und Gläser trafen zum 2:0. Doch Weigl und Fellgiebel glichen innerhalb einer Minute aus. Ettrich traf zum 3:2 für Jößnitz. Als Rodewischs Marthol nach einem Foul auf die Strafbank musste, machte Weigl mit dem 4:2 alles klar.

Das Spiel um den dritten Platz gewann Mühltroff gegen Rodewisch 4:1. Marthols Führungstreffer von kurz nach der Mittellinie glich der Mühltroffer Neumeister nach Pieles-Vorlage aus. Rodewischs Gläser war mit einer Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden und flog für zwei Minuten vom Feld. Mühltroff nutzte die Überzahl mit drei Treffern eiskalt.

Erster Höhepunkt im Endspiel war eine Zeitstrafe für den Syrauer Mannig, der zu hart eingestiegen war. Mit einem Spieler mehr traf Tenner per straffem Schuss zum 1:0 für Außenseiter Jößnitz. Derselbe Spieler rettete 100 Sekunden später auf der Torlinie für seinen schon geschlagenen Torhüter. Syrau erhöhte nun den Druck. Färbers Schuss flog über das Gehäuse. Im Anschluss war das Turnier für den Syrauer Mannig beendet. Wegen Haltens an der Mittellinie musste der Pokalverteidiger wieder zwei Minuten in Unterzahl agieren. Doch Jößnitz nutzte das nicht aus. Im Gegenteil, fast wäre Färber der Ausgleich gelungen. Aber den Schuss des spielenden Torwarts parierte der Jößnitzer Keeper Schüler großartig.

Im letzten Drittel des Finals sollte der Syrauer Rudisch zum spielentscheidenden Akteur werden. Dem Ausgleich ließ er etwas mehr als zwei Minuten vor dem Ende das 2:1 folgen. Dabei leitete er einen langen Pass eines Mitspielers vor dem Jößnitzer Torhüter elegant weiter ins Netz. Als Tenner nach einem vermeidbaren Foul auf die Strafbank musste, war das Finale zugunsten des Pokalverteidigers entschieden. Syraus spielender Torwart Färber hatte kurz vor Schluss Pech. Fast wäre ihm noch das 3:1 gelungen. Sein Heber landete nur auf der Latte. Begleitet durch stehende Ovationen in den letzten zwei Minuten gewann der SC Syrau verdient die zehnte Ausgabe des Hallenwettbewerbs um den Pokal der Freien Presse. Insgesamt 4898 Zuschauer - das sind 300 mehr als vergangene Saison - sahen in acht Vorrunden, vier Zwischenrunden und der Endrunde 974 Tore.

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