Der Wandersmann macht eine sehr lange Rast

Der Hainichener Musiker Jörg Kokott feiert seinen 65. Geburtstag - aber nicht wie geplant mit 300 Fans und Freunden.

Hainichen.

Der heutige Freitag sollte der Höhepunkt im Musikjahr von Jörg "Ko" Kokott sein. Der Hainichener Musiker wollte wie schon vor fünf Jahren seinen Geburtstag mit einem Konzert in der Dreikönigskirche in Dresden feiern, mit anderen Musikern auf der Bühne, vielen Freunden und Bekannten im Publikum und seiner Mutter in der ersten Reihe. Die Pandemie hat diese Pläne schon vor Wochen zunichte gemacht. Deshalb feiert "Ko" seinen 65. nun im kleinen Familienkreis.

"So einen Tag, also so ein Geburtstagskonzert, kannst du nicht verschieben", sagt der Wahlhainichener, der mit rund 300 Gästen gerechnet hatte. Und ein Jahr später den 66. groß zu begehen, kommt für ihn nicht infrage. "Ich bin nicht Udo Jürgens", scherzt er mit Verweis auf dessen Lied "Mit 66 Jahren".

Auch wenn sich jetzt im täglichen Leben viel lockere, kommen diese Möglichkeiten für seine Planungen zu spät. Kokott wird in diesem Jahr wohl nicht mehr auftreten, auch 2021 sieht er noch als Übergangsjahr. Am 7. März 2020 spielte "Ko" das vorerst letzte Konzert des Jahres. Nach seinem Geburtstag war ohnehin eine dreimonatige Auszeit geplant. An der hält er fest. Abgesagt ist jetzt schon die traditionelle Schultour zum Jahresende. Von Oktober bis Dezember wollte er wieder mit Christian Georgi den Schülern vertonte Texte näherbringen.

Was macht der "Ko" also derzeit? "Sortieren und orientieren. Ich arbeite Sachen auf", sagt der Musiker. "Also ich lese sehr viel, höre mir auch Geschichten an. Ab und an mache ich mir Notizen. Diese Zettel habe ich dann irgendwann mal wieder in der Hand und freue mich über tolle Sätze." Ob und wann es dazu Lieder gibt, ließ er offen. Das plötzliche Aus durch Corona, die fehlenden Auftritte, seien nur schwer zu verkraften: "Es ist, als hätte dir jemand ein Bein abgehackt."

Fest steht der Plan für die große Tour zum 50-jährigen Bühnenjubiläum. Die bringt ihn dann doch noch in die Dreikönigskirche. Am 14. Januar 2022 soll dort der Auftakt erfolgen. Bis dahin will sich der "Wandersmann", wie er sich selbst besingt, natürlich von sich hören lassen und möglichst bald mit Freund Steffen "Kuno" Kunze in dessen Kneipe "Eigenartig" anstoßen.

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