Die AfD probt das Erwachsenwerden

Auf ihrem Treffen in Braunschweig versucht die Partei, sich in Ton und Auftritt weniger chaotisch zu geben als früher. Es klappt zeitweise ganz gut. Doch irgendwann bricht sich das Ungestüme wieder Bahn.

Braunschweig.

Gegen 19.00 Uhr geben sie ihre erste gemeinsame Pressekonferenz. Der neue AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hat neben dem wiedergewählten Amtsinhaber und Ko-Chef Jörg Meuthen Platz genommen. Chrupalla, 44-jähriger Bundestagsabgeordneter aus Ostsachsen, ist kurz zuvor von den Delegierten des Braunschweiger Bundesparteitages mit knapper Mehrheit zum Nachfolger von Parteichef Alexander Gauland gekürt worden. Gauland hatte Chrupalla für das Amt vorgeschlagen. In einer Stichwahl hatte der Malermeister aus Weißwasser 54,41 Prozent Zustimmung erhalten, sein Konkurrent, der AfD-Innenpolitiker Gottfried Curio, nur 41,23. Eine Mehrheit der Delegierten folgte damit dem Ansinnen Gaulands, den Chefposten an einen Ostdeutschen abzutreten.

Nun also sitzt Chrupalla auf dem Podium und versucht erkennbar, in seine neue Rolle zu finden. Zuerst aber spricht Meuthen. Er geht auf die SPD ein, und zwar auf deren Basis-Votum, wonach die Groko-Skeptiker Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans neue Vorsitzende werden sollen. Nach Meuthens Einschätzung steht damit das Ende der Groko bevor. Die AfD müsse daher rasch regierungsfähig werden. "Wir müssen bereit sein. Deutschland braucht uns", sagt Meuthen etwas pathetisch. Chrupalla sieht es anders. Der Weg der AfD an die Regierung führe zunächst über Koalitionen in den Bundesländern, sagt Chrupalla trocken. Er gibt zu verstehen: Was die SPD da gerade macht, hat auf die AfD im Bund erst einmal keine Auswirkungen. Höflich widerspricht der Malermeister Chrupalla dem Wirtschaftsprofessor Meuthen.

Nun sind Widerworte auf AfD-Parteitagen eher die Regel als die Ausnahme, und meist werden sie nicht ganz so freundlich vorgebracht. In Braunschweig ist die Partei aber spürbar darum bemüht, es nicht wieder zu Streit und Chaos kommen zu lassen wie bei etlichen ihrer Treffen in der Vergangenheit. So gibt Gauland gleich anfangs in seiner Abschiedsrede als AfD-Chef den Ton vor: "Es besteht die Chance, dass die Partei mit ihrem sechsten Parteitag erwachsen wird", sagt er.

Auch Meuthen verlangt von der Partei eine stärkere Professionalisierung. "Wir können und dürfen uns nicht länger mit internem Zwist aufhalten, die interne Findungsphase ist vorbei", ruft er. Doch bei der Wahl der AfD-Vorsitzenden kommt es genau zu solchen Szenen, die eigentlich der Vergangenheit angehören sollen. Grund ist die Kandidatur des baden-württembergischen AfD-Politikers Wolfgang Gedeon als Parteichef. Gegen Gedeon läuft ein Ausschlussverfahren, er hat sich mehrfach antisemitisch geäußert. Als er ans Rednerpult tritt, kommt es schließlich zu Tumulten. Zahlreiche Delegierte verlassen den Saal, andere stehen auf und drehen Gedeon demonstrativ den Rücken zu. "Schwein!" ruft einer, andere skandieren "Austreten jetzt!"

Gedeon hält eine wirre Rede, er sei "die AfD in der AfD". In der Aussprache kurz darauf geht einer der in der Halle gebliebenen Delegierten ans Saalmikrofon und beklagt sich über den Protest. "Dieses Antifa-mäßige Spektakel" auf dem Parteitag sei "unwürdig". Gejohle im Saal. Das AfD-Projekt "Professionalisierung" gerät zeitweise in Gefahr. Bei der Abstimmung erhält Gedeon dann sogar 22 von 584 Stimmen. Dennoch macht Meuthen im ersten Wahlgang das Rennen, mit 69,2 Prozent Zustimmung.

Chrupalla indes muss sich beweisen, und zwar gegen den bekannten AfD-Scharfmacher Gottfried Curio. Chrupalla gibt sich in seiner Rede hingegen als Pragmatiker: "Ich bin kein Mann der vielen Worte, ich bin ein Mann der Tat", sagt er, der Osten fordere zurecht "eine starke Stimme im Bundesvorstand". Chrupalla sagt, er wolle neue Wählerschichten ansprechen, "vor allem Frauen". Dafür brauche die AfD "keine drastische Sprache". Wie drastisch indes die Programmatik der Partei für den Erfolg sein muss, lässt Chrupalla offen. Zwar stimmt der Parteitag gegen eine Befassung mit einem Antrag aus Baden-Württemberg, der eine Öffnung der Partei für Anhänger der vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremen Identitären Bewegung vorsieht. Bei der Wahl der Mitglieder des AfD-Vorstandes machen jedoch Kandidaten das Rennen, die zu den Radikalen in der Partei zählen. Während der eher gemäßigte Berliner Landeschef Georg Pazderski als Bundesvize abserviert wird, rückt der Ex-Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag, Stephan Brandner, zum Stellvertreter auf. Er war unlängst wegen diffamierender Tweets abgewählt worden - ein Novum im Bundestag. Neu unter den sechs Beisitzern findet sich zudem Andreas Kalbitz aus Brandenburg. Der Anhänger des völkischen "Flügels" hatte einst Verbindungen zu Rechtsextremen. Fraglich, ob die AfD damit regierungsfähig wird.

36Kommentare
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  • 1
    4
    Malleo
    04.12.2019

    ChW.
    An Narzissmus leiden Sie nicht?
    Und tschüss!

  • 2
    3
    ChWtr
    04.12.2019

    Lassen wir das - es ist ein öffentliches Forum.
    Jeder bildet sich meine (...) - sorry, seine Meinung.

    Schön oder halt nicht schön für Maas und Konsorten.
    Interessiert nur kein Mensch. Wo kämen wir hin, wenn hier jeder aufzählen würde, mit wem er Gespräche führt, Fragen stellt, Antworten gibt, sich ausweint etc.

    Ich belasse es mal mit diesem Seitenhieb, Piano!

  • 2
    3
    Malleo
    04.12.2019

    ChW..
    Welche "bestimmten" Themen sind das?
    Aber nur antworten, wenn Sie wollen!

  • 1
    4
    Malleo
    04.12.2019

    ChW..
    Komisch, das haben Maas, Dulig, Kretschmer, Gemkow, Wöller , Köpping u.a nicht in Frage gestellt.
    Selbst Merkel durfte ich mal eine Frage stellen, Diskussion war leider nicht im Konzept!

  • 4
    4
    ChWtr
    04.12.2019

    Malle - mir ist nicht klar, ob man mit Ihnen überhaupt ernsthaft diskutieren kann. Deshalb möchte ich kein Feuerwerk zünden, da Sie ja bereits genügend zündeln. Weshalb, warum - Ihr Habitus!

    Auf der anderen Seite verkenne ich nicht, dass Sie bei "bestimmten" Themen durchaus richtig liegen und ich mitgehen kann. Aber NICHT bei "diesem Verein" - siehe Überschrift in fett - drei Buchstaben!

    Ralf verdient noch eine Antwort auf seinen recht sachlichen, langen Kommentar, aber da wir hier nicht in einem (privaten) Chat sind, werde ich mir was überlegen (...) - ein sachlicher Kommentar (an mich!) bekommt von mir immer eine Antwort.
    Die Antworten jedenfalls an die Lehrerin sind mehr als grenzwertig und unverschämt, speziell von unserem Malle.
    So geht das nicht!
    Sie kennen das Sprichwort: auf einen groben Klotz (...)

    Im Übrigen Malle - Suggestivfragen kann ich nicht leiden!

  • 3
    5
    Malleo
    04.12.2019

    ChW..
    Dann zünden Sie mal ein Feuerwerk guter, nachvollziehbarer Argumente, welche Vorteile sich aus dem föderalen Bildungsirrgarten ergeben!

  • 4
    6
    ralf66
    04.12.2019

    @tbaukhage, ich an Ihrer Stelle hätte es auch so geschrieben. Kritik an eine falsche Asylpolitik hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Verletzung der Demokratie und der Menschenrechte zu tun, wer das so auslegt legt es falsch aus. Ihre Hinweise auf gewisse Vorschriften und Pflichten als Lehrer geben interessanter Weise den Aufschluss wo der Hase eigentlich hinläuft. Etwas anders wie eine abgeschwächte CDU-Meinung oder links-liberale politische Ansicht darf es nicht geben wird nicht geduldet, was darüber hinaus geht ist alles wahrscheinlich alles rechtsradikal und darf nicht sein, in dem Sinne denken Sie, in dem Sinne müssen sie staatlich vorgeschrieben unterrichten, dass soll demokratisch sein, dass ist Meinungsfreiheit?

  • 6
    7
    ChWtr
    04.12.2019

    Geht es bei Ihnen nicht mehr anders, Malle - oder weshalb schreiben Sie so einen Quark?

  • 7
    8
    Malleo
    04.12.2019

    tbau…
    Wenn Leute( und Schüler) selber denken können, braucht man ihnen etwa in der politischen Bildung nicht beizubringen, was sie denken sollen((Prof. Heimberg).
    tbau..Bei Ihnen würde ich deshalb gern mal hospitieren!
    Ihr Standpunkt erinnert mich an meinen Stabü Lehrer, der mir den Kommunismus beibringen wollte.
    Jeder Krämer lobt halt seine Ware! Stimmt's?
    Heute ist es links liberales Gedankengut, mit dem Ergebnis - siehe PISA und dem jämmerlichen Erklärungsversuch einer Bildungsministerin, dass das gute Abschneiden der Chinesen nur deshalb erklärbar ist, weil man dort nicht gerade mit demokratischen Grundstrukturen glänzt.
    "Das buntgeschmückte Narrenschiff" in deutschen Klassen hat da schon seine messbaren Vorteile.
    Es reicht eben heute, wenn die Schulen Aktivisten verlassen!
    Ergo, dieses Land der unbegrenzten Zumutbarkeit braucht nicht nur ein "Fachkräftezuwanderungsgesetz" sondern auch eine "Schülerzuwanderungsgesetz" mit dem Fokus Asien.
    Was halten Sie davon, tbau?

  • 4
    7
    Steuerzahler
    04.12.2019

    @tbaukhage: “Dieser schreibt mir für meinen Bildungsauftrag das Indoktrinationsverbot, ...“
    Genau darum geht es doch meines Erachtens heute in der schulischen Bildung! Nicht darum, den Standpunkt des/der Unterrichtenden einzupauken. Da hätten wir DDR 2.0! Die Schüler sollen selbst erkennen und entscheiden.

  • 5
    6
    Tauchsieder
    04.12.2019

    Finde ich toll, die einzige Lehrerin die noch Politunterricht hält. Vermutlich im Fach Sozialkunde !?

  • 7
    5
    Nixnuzz
    04.12.2019

    @tbaukhage: 1 dicker grüner!

  • 7
    9
    tbaukhage
    03.12.2019

    @ralf66: Als beim Freistaat Sachsen angestellte Lehrerin bin ich durch das Schulgesetz und die Verfassung in Sachen Menschenrechte und Demokratie darauf festgelegt, grundrechtsklar gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie und andere diskriminierende Positionen aufzutreten. Und natürlich werde ich meine Schüler dazu befähigen, zB. in Wahlprogrammen von politischen Parteien oder Redeinhalten von Politikern Verstöße gegen dieses Grundrechtsgebot zu erkennen und zu bewerten. Und darin habe und werde ich mich nicht von einem AfD-Anscheißerportal (und ganz bestimmt auch nicht von irgendeinem Diskutanten hier) einschüchtern lassen!
    Weder Sie noch irgendjemand anderes hat mir politische Neutralität vorzuschreiben! Für meinen Erziehungsauftrag den Schülern gegenüber ist ausschließlich der "Beutelsbacher Konsens" maßgebend! Dieser schreibt mir für meinen Bildungsauftrag das Indoktrinationsverbot, das Kontroversitätsgebot und die Schülerzentriertheit meiner Bildung- und Erziehungsarbeit vor. Das Wort "Neutralität" werden Sie im Beutelsbacher Konsens vergebens suchen.
    Bevor Sie mir also erzählen, was meine Aufgaben als Lehrerin sind, sollten Sie sich erst einmal schlau machen zu dem von Ihnen bemühten Bildungsauftrag!

  • 5
    8
    Malleo
    03.12.2019

    tbauk…
    Lehrer?
    Bei der Kloakensprache hatte ich zunächst bei "berufsbedingt" an einen Entsorger gedacht!
    Wer aber am Abend 3 Tüten Studentenfutter konsumiert, kann am nächsten Tag als Quereinsteiger auch Grundschüler unterrichten.
    Die PISA Studie lässt grüßen!
    Viel Spaß bei Unterricht, noch ist nicht Freitag!

  • 4
    9
    ralf66
    03.12.2019

    @tbaukhage, lassen Sie doch die Katze aus dem Sack, warum sprechen Sie den als Lehrer von Anscheißertum der AfD zugerechnet? Ihr Lehrer habt einen Bildungsauftrag und keinen Auftrag politisch die Schüler in die eine noch in die andere politische Denkweise zu beeinflussen oder auszubilden, Neutralität wäre an der Tagesordnung und wenn das so nicht stattfindet braucht man sich nicht wundern, wenn hier auf gewisser Weise entgegengewirkt werden sollte.

  • 8
    6
    tbaukhage
    03.12.2019

    @Malleo: Ich habe ganz bewusst "Anscheißertum" gewählt, berufsbedingt. Aber bitte, wenn "Denunziantentum" oder "Blockwartmentalität" besser gefällt, dann eben auch so.

  • 7
    5
    ralf66
    03.12.2019

    @ChWtr, man hört nun jeden Tag die AfD kann nichts, bringt nichts, sie sind verkappte Nazis, haben keine Plan, keine Ahnung, haben die falschen Leute und so weiter. Wie erklären Sie sich, dass die AfD in sehr kurzer Zeit nach ihrer Gründung mehr Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, viel bessere Wahlergebnisse erzielt hat,Tendenz steigend, wie manche andere Altpartei z. B. die Grünen, die Linke, FDP, zuletzt die SPD, danach in allen 16 Länderparlamenten und in den Bundestag eingezogen ist? Ja Empörungspartei sagen Sie, haben Sie sich einmal gefragt, warum sich immer mehr Menschen in diesem Land empören, muss ja einen Grund haben, kann doch nicht völlig ohne Grund sein, also alle als Protestler, politisch verirrt, als Nazis zu sehen oder noch andere Gedanken zu hegen, wird auf Dauer nicht die Lösung auf Fragen bringen. Haben Sie sich schon mal gefragt, ob es sein könnte, dass das was Ihnen politisch gefällt anderen Sorgen macht, denen das gerade nicht gefällt? Bei der AfD handelt es sich nicht um einen einmaligen Wahlerfolg, sie hat seit ihrer Gründung bei verschiedenen Wahlen im Land höhere Prozentzahlen an Stimmen erreicht mit ständig steigender Tendenz, dass muss tiefgründiger analysiert werden und kann nicht mehr plump als kurzzeitige Empörung oder Protest ohne Grund, Sinn oder Plan abgetan werden, mit dieser Falschanalyse punkten die Altparteien nicht mehr, dass sehen Sie doch. Die Politik der Altparteien hat sich zu einem Einheitsparteiensystem nach links verschoben mit Wünschen, Zielen und Richtlinien die eine steigende Zahl der Bevölkerung immer mehr ablehnt, wenn der Einfluss und die Politik der AfD ihrer Meinung nach falsch ist, dann geht das nicht zu ändern der AfD ständig nur Unfähigkeit auf allen Gebieten vorzuwerfen, dann geht das nur zu ändern, indem die Altparteien eine Politik im Land machen mit der sie bei den Wählern der AfD punkten können und damit sieht es schlecht aus. Ich meine, die AfD ist durchaus fähig Politik für die Menschen zu machen, damit muss man sich nur sachlich auseinandersetzten und nicht nur plump diese Tatsache wegreden.

  • 6
    6
    Malleo
    03.12.2019

    tbau..
    Anscheißertum der AfD.
    Gut beobachtet.
    Hat da der VS nicht eine hotline für Denunziation geschaltet, wenn beim Nachbar plötzlich ein Schäferhund bellt und die Tochter blonde Zöpfe trägt, deutet das doch alles auf Radikalisierung, oder?
    Früher gab es die IM, die vermeintliche Feinde der Republik gemeldet haben.
    Darf man aber auch auf der hotline anrufen, wenn Aktivisten nur paar Baugeräte abfackeln?

  • 6
    8
    Distelblüte
    03.12.2019

    @ChWtr: Kleine Posse am Rand: die NPD überlegt, ihren Namen zu ändern (ich glaube, t-online berichtete) wohl wegen massiv sinkenden Zustimmungswerten. Nicht mehr lange, und wir werden die Fusionierung zwischen afd und den Nationalen erleben, womit diese Gruppen wieder ein Stück naher am historischen Vorbild sein werden. Mal sehen, ob es mein Kommentar bis zur Freigabe schafft.

  • 6
    8
    ChWtr
    03.12.2019

    Empörungspartei deshalb, weil außer empören von "denen" nix kommt, null Komma nix. Aber ich stimme zu, es wird "denen" nicht wirklich gerecht, weil es diese Hetzer und Demagogen noch verharmlost.

    ok., dann sage ich: NPD 2.0 - das ist die richtige (wahre) Bezeichnung und das "N" wird doch hier von einigen ziemlich hochgehalten und bei jeder unpassenden Gelegenheit auch noch gewürdigt (...)

  • 6
    8
    tbaukhage
    03.12.2019

    @ChWtr: Ich weiß nicht, ob "Empörungspartei" die rechte Wortwahl ist...
    Jeder, der mit der Politik der etapplierten Parteien unzufrieden ist, hätte seine Stimme den Freien Wählern, den bibeltreuen Christen oder für Die PARTEI abgeben können. Wenn man sich aber für die AfD entschieden hat, dann doch eben deswegen, weil man eins ist mit den Ansichten von Höcke, Kalbitz , Chrupalla, Curio oder Gedeon (die drei Letztgenannten haben übrigens interessante bio-deutsche Familiennamen...), eben weil man rechts-nationalistisch, fremdenfeindlich und Schwulenhasser ist, weil man Überwachung und Anscheißertum toll findet, weil man den Mindestlohn abschaffen und die Frauen wieder zurück an den Herd haben will... Ich glaube nicht, dass man dieser Einstellung von einem Viertel der Sachsen mit dem Wort "Empörungspartei" gerecht wird. Dieses Wort verharmlost in meinem Verständnis. Wir sollten die AfD als das bezeichnen, was sie und ihre Anhänger sind: rechtsradikal und nationalistisch.

  • 10
    7
    Hinterfragt
    03.12.2019

    "...und die Kreide, die gefressen wurde, verliert an Wirkung...."
    Stimmt, das Zeigt das Wahlergebnis der SPD...

  • 7
    14
    Distelblüte
    03.12.2019

    Chrupalla fehlt es an Eloquenz, neben anderem. Das macht aber nichts; er dient vor allem als Platzhalter für den Ex-Geschichtslehrer Herrn H., der sich momentan noch damit zufrieden gibt, dass sich mit Chrupalla, Brandner, Protschka und Kalbitz vier Männer des rechtsnatonalistischen, rechtsextremen Flügels in der Führungsriege der Partei befinden und die gemäßigten Parts der afd weiter zurückgedrängt wurden.
    Und sowas haben in Sachsen 27 Prozent gewählt. Von wegen bürgerliche Partei. Der Schafspelz verrutscht zusehends, und die Kreide, die gefressen wurde, verliert an Wirkung.

  • 10
    10
    Malleo
    02.12.2019

    Es springt geradezu ins Auge, dass im Artikel viel mit Berufsbezeichnungen gearbeitet wird.
    Malermeister, Wirtschaftsprofessor, Scharfmacher, Radikaler, Flügelanhänger.
    Weichen offensichtlich diese Personen (und deren Berufe)von der allgegenwärtigen Vita unserer Vorzeigedemokraten ab?
    Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal?
    Bei den Grünen stößt man oft auf Politikwissenschaftler.
    Böse Zungen sprechen gelegentlich davon, dass jene Abschlüsse eigentlich signalisieren, dass der Träger oder die Trägerin Fachfrau oder Fachmann für NICHTS sind?
    So habe ich noch nie bei Nennung von KGE gelesen: "Studienabbrecherin -Theologie"
    Warum wohl?
    Oder " Netzspeicherin" bei Frau Baerbock, die für die Batterieherstellung zudem Kobolde verwenden will.
    Bislang habe ich noch keine Erklärung, warum gerade ein Malermeister so erwähnenswert ist.
    Ob das Herr Peduto wohl weiß?

  • 10
    7
    Malleo
    02.12.2019

    ChW.
    Richtig!
    Klare Kante, klare Haltung, gerader Rücken und klare Abgrenzung.
    Nur wohin mit den ganzen Nazis?
    Haben Sie eine Idee, denn ich habe auf die Schreie "Nazis raus" noch keine Antwort erhalten.
    Ihre Herablassungen sind natürlich gut für das linksliberale Gewissen, die
    ostentative Herablassung gegenüber den nichtswürdigen Subjekten(vulgo AfD Wähler) hat keinerlei positive Wirkung, zeigt sie doch vielmehr Ihr rudimentäres Verständnis, wie demokratische Prozesse ablaufen.
    Einerseits sind Ihre Dramatisierungsreserven sicher noch nicht ausgeschöpft aber Ihre und die von anderen hier zur Schau gestellte wohlfeile Dauerentrüstung fordert vielmehr eine sehr normale menschliche Reaktion heraus: Trotz.
    Viel Feind, viel Ehr.
    Konnten Sie bislang folgen?
    Noch eine Sahnehäubchen für Sie:
    Auf diesem "buntgeschmückten Narrenschiff Utopia"(FJS) sind die Grünen und die AfD die Antipoden von Merkel.

  • 7
    10
    ChWtr
    02.12.2019

    Wissen Sie es, Malle?
    Weshalb sollte ich Ihnen eine Antwort zur Empörungspartei geben? Dazu habe ich bereits alles gesagt!

    Und es ist immer wieder interessant, wenn bei kontroversen Themen fast ausschließlich die ÖRR-Keule geschwungen und "diese Regierung" ins Spiel gebracht wird. Gähn!

    Es fällt offenbar doch recht schwer, "sachdienliche" Argumente auf meine Feststellungen bezügl. der Empörungspartei zu finden. Fehlanzeige, was wiederum bezeichnend ist! Lieber antwortet man mit Plattitüden. Kennt man ja.

    j35 - ein Schmunzeln muss ich mir nun doch noch abgewinnen.
    Sie haben wohl in der Schule nicht richtig aufgepasst? Es kursierte eine ganze Zeit lang (auch) der Name Heinrich Lübke im "ÖRR" und vor allem in den Schulen. Nicht mitbekommen?

  • 6
    7
    j35r99
    02.12.2019

    ChWtr,

    Ihren Kommentar kann ich nicht zustimmen.

    Schauen Sie sich mal die Nazi-Verbrecher Globke, Filbinger, Kiesinger, Neckermann u.a. an.
    Als CDU Mitglieder haben sie es in der Bundesrepublik doch zu etwas gebracht.

    Sicherlich sind Sie noch zu jung und kennen die Geschichte nicht so genau.

  • 5
    7
    Malleo
    02.12.2019

    ChW.
    Toll!
    So einfach (und vulgär) kann Geschichte sein.
    Nur, schon mal darüber nachgedacht, warum es diese Partei gibt?
    Und, geben sie doch mal eine Antwort, sollten Sie diese wissen, was will denn die AfD?

  • 9
    7
    Tauchsieder
    02.12.2019

    Mit Patriotismus und Vaterlandsliebe können viele hier schon nichts mehr anfangen. Die ÖRR und diese Regierung haben ganze Arbeit geleistet.

  • 6
    9
    ChWtr
    02.12.2019

    Ein Zitat von FJS und später geschlossen von der CSU, "dass es rechts der Union keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe", kann man zustimmen. Könnte man, wenn es nicht im Kontext zur Rede von RVW vom 08. Mai 1985 stehen würde. Der Ursprung des vorgenannten Ausspruchs war diese Rede im Mai '85 - und das im Hinblick ewiger Rivalität zu HK. Die Scharmützel zwischen FJS und HK begannen bereits im Herbst 1975 und endete wohl nie - aber wurscht.

    Was will ich jedoch mit obigen Zitat sagen?

    Die Empörungspartei von 2019 besitzt überhaupt keine Legitimation, für Nichts! Das sollten ihre Wähler (eigentlich) wissen. Wissen sie nur nicht, wie man auch hier im Forum sieht. Offenbar beschäftigen sich "diese Anhänger" nicht ausreichend mit dem "alternativen Gedankengut" oder nur ungenügend bzw. ist es ihnen egal.

    Aber rumjammern, dass 1/5 Wählerstimmen nicht berücksichtigt werden etc. Zum schießen lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

    Ich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass demjenigen kein Platz in unserer Gesellschaft zusteht, wer neofaschistisches und rassistisches Gedankengut salonfähig machen will. Und in dem "alternativen Laden" tummeln sich weiß Gott rechtsextremlastige Zeitgenossen übelster Sorte. Einen Selbstreinigungsprozess kann ich nicht erkennen und wird es nicht geben. Da sind bereits ganz andere gescheitert. Und die waren auch nicht gerade bieder.

    Wir werden die Entwicklung sehen. Zulauf bekommen immer dann die Empörer, wenn sich die sogenannten "Altparteien" untereinander und innerhalb des "begrenzten Horizonts" selbst zerlegen. Das freut auch hier einige. Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude (...) Mich freut es nicht, denn die Alternative sieht ziemlich Dunkeldeutschland-mäßig aus - keinerlei Antworten zu gesellschaftl. Fragen und Problemen, dafür aber umso mehr Parolen. Der vordergründige Hinweis auf das Deutsche Vaterland darf dabei nicht fehlen und wird immer wieder betont. Diese aufgesetzte Vaterlandsliebe nehme ich denen aufgrund ihrer Äußerungen nicht ab. Die wollen was ganz anderes.

    So einfach ist das Ganze und leider auch wiederum nicht (...)

  • 12
    5
    Tauchsieder
    02.12.2019

    Die AfD befindet sich jetzt genau an der Stelle, die ihr die anderen Parteien frei gemacht haben, zumindest die Eine. Aus lauter Anbiederung an die links orientierten Parteien wurde der Platz rechts der Mitte frei und den hat die AfD dankbar angenommen. Sich diesen Fehler einzugestehen ist man noch nicht bereit. Selbst ein plötzlicher Sinneswandel, oder herumreißen des Ruders, ergäbe nur eine AfD 2.0. Selbst solche Sprechblasen wie - In der Mitte der Gesellschaft werden die Wahlen gewonnen - laufen ins Leere, wurden durch die AfD krachend widerlegt. Es werden alle staatlichen Machtmöglichkeiten in Anspruch genommen, um den "Schaden" einzudämmen. Selbst kritische Stimmen werden teilweise mundtotgemacht.

  • 10
    7
    Hankman
    02.12.2019

    @Thomboy: Ich fürchte, Sie sollten mal in einer ruhigen Minute nachschlagen, wie der Begriff "konservativ" definiert wird. Ich bin sicher, das passt auf Herrn Höcke nicht. Er darf laut Gerichtsurteil in der politischen Auseinandersetzung als Faschist bezeichnet werden (das ist schon mal ein starker Widerspruch zu "konservativ). Das Gericht stütze sich dabei auf eine Zusammenstellung von Zitaten des Herrn H. Nun kann es ja sein, dass ganz tief in ihm drin ein Konservativer steckt. Aber bisher hat er ihn nicht so richtig rausgelassen.

  • 4
    11
    gelöschter Nutzer
    02.12.2019

    Nein Hankman, Herr Höcke ist nicht rechtsextrem Herr Höcke ist konservativ. Sie muss sich entscheiden ob sie eine Konservative Alternative oder eine linke Partei wie jede andere sein will.

  • 11
    6
    Hankman
    02.12.2019

    @Thomboy: Nein, Herr Höcke ist nicht konservativ. Höcke ist rechtsextrem. Es wäre fatal für die AfD, wenn sie sich in diese Richtung bewegen würde. Denn dann wäre sie eine rechtsextreme Partei wie jede andere - und für einen beträchtlichen Teil ihrer jetzigen Wähler zu radikal. Momentan deckt sie ein relativ breites Spektrum von national-/rechtskonservativ bis rechtsextrem ab. Noch funktioniert das.

  • 5
    14
    gelöschter Nutzer
    02.12.2019

    Die AfD muss aufpassen dass sie nicht zu weit nach links Rückt denn dann ist sie eine Partei wie jede andere. Etwas mehr Richtung Höcke in die Konservativere Richtung hätte ihr gut getan.

  • 6
    13
    SimpleMan
    01.12.2019

    Positiv ist, dass die AfD nicht weiter nach rechts gerückt ist, negativ ist, dass die AfD nicht weiter nach rechts rücken konnte, denn irgendwann ist dann doch Schluss.



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