Die vierte Gewalt und das erste Gebot

Zur Regierungskrise in Österreich

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99 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    Malleo
    25.05.2019

    OlafF
    Aber gern!!
    Die Ironie haben Sie herausgelesen.
    Noch ein Sahnehäubchen?
    Der Abschlußbericht zu Relotius:
    Ein Einzeltäter!!
    Ich finde das passt gut zu Stache und FPÖ.
    Dort ist es die ganze Partei und beim Spiegel natürlich ein " singuläres" Ereignis.
    Ich habe schon intelligentere Ausreden gehört.
    O.K.Der Spiegel ist die Bild für Leute, die ganze Sätzelesen können

  • 3
    0
    OlafF
    24.05.2019

    @Malleo: Schade, ich muss Sie leider enttäuschen, hier weiß anscheinend niemand, ob der Journalismus dazugelernt hat. Entweder hat man zu wenig Zeit zum recherchieren, oder trauen sich die investigativen Journalist*innen nicht aus ihren Verstecken. Die Meldung darüber, dass der Migrationspakt teilweise im stillen Kämmerlein verhandelt wurde, ist eher in den Echokammern verhallt...Aber trotzdem, wie immer vielen Dank für die Lesetipps. Auch für die Getriebenen…Betraf ja damals auch nicht nur Politiker sondern auch die Presse.

  • 5
    1
    Malleo
    22.05.2019

    Mit der 4. Gewalt geht es gut voran oder sehe ich das falsch?
    FAZ 16197591

  • 3
    2
    Nixnuzz
    22.05.2019

    @Malleo: Hach je.."Und wenn man seit 2 Jahren im Fall Ibiza recherchiert ist das gut, ob der Quellenverlässlichkeit." Soweit ich den Spiegel-Redakteur verstanden habe, ist ihm dies Video Ende April/Anfang Mai angeboten worden. Etwaige Gerüchte wurden als Substanzloses Grundrauschen im Gerüchtewald betrachtet. Eher hätte Hr. Böhmermann da etwas deutlicher werden sollen. Von einer Recherche über 2 Jahre war von seiten des Spiegels keine Rede. Aber etwas muss da ja gewesen sein, bei der versagenden 4.Gewalt...

  • 6
    4
    Malleo
    22.05.2019

    nix…
    Habe ich mich als 4. Gewalt definiert oder die Medien selbst?
    Insofern geht Ihre Frage ins Nirwana!
    Der Fall Claas Relotius steht für ein Synonym.
    Der Selbstreinigungseffekt hat versagt.
    Und wenn man seit 2 Jahren im Fall Ibiza recherchiert ist das gut, ob der Quellenverlässlichkeit.
    Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung- nun- ein Schelm, wer glaubt, dass dahinter nicht eine ganz kleine Absicht steckt?

  • 8
    1
    Nixnuzz
    22.05.2019

    @Malleo".Wo ist die verlässliche Hand, die Nachrichten verifiziert, bewertet und einordnet?"
    Als Quintessenz ihres sehr ausführlichen Kommentares frage ich, ob sie diese objektive Kontrollfunktion übernehmen - wollen oder auch können? Oder braucht es die Vielzahl der subjektiv-beteiligten Leser, hier ein vielfältiges Bild einer "Wahrheit" abzubilden? Und wem nutzt die jeweilige Wahrheit - insgesamt oder wiederum auszugsweise? Welchen Preis zahlt der Leser für das Nachrichten-Medium? Welchen "Preis" zahlt das Medium, das es noch "Wahrheits-relevant" diese an den Leser bringt? Funktioniert hier der Satz: "Zeit ist Geld" in erschreckender Weise? Nimmt mit der Zeit der Wahrheitsgehalt eines Ereignisses in den Medien zu? Neuseeland - live per "social media"? Wie unscharf - unpräzise ist jegliche Einzelberichtung? Oder im Nachhinein x-fache Handy-Videos? Positionierung der eigenen Persönlichkeit? Oder erwarten Sie eine offizielle Regierungs-Staats-Meinung?

  • 6
    3
    Malleo
    21.05.2019

    Es sind zwei Kernaussagen, die diesen Leitartikel sehr lesenswert machen:
    -Man solle sich hüten, politisches Abenteurertum und moralische Anfechtbarkeit seien Eigenschaften von Rechtspopulisten.
    -Nicht Vertrauensblindheit, sondern Kritik und Kontrolle – das ist das erste Gebot.
    (Das gilt natürlich für die Medien selbst auch, oder?)
    Der Vorgang in Österreich ist erneut ein Beweis für die Anfälligkeit politischer Akteure diese (erfolgreich) mit Geld ködern zu können und natürlich kein singuläres Alleinstellungsmerkmal für die im Augenblick im Fokus stehenden „rechten Populisten“.
    Warum?
    Die Anzahl der in Brüssel tätigen Lobbyisten übersteigt bei weiten die Anzahl der Abgeordneten.
    Diese bringen ihnen sicher nicht die Pizza ins Büro sondern viele gute Vorschläge wie ein Gesetzesentwurf formuliert oder gar nicht erst auf den Tisch kommt.
    Auch hier gilt- jeder hat seinen Preis, wenn er nur hoch genug ist.
    Mit allzu offensichtlicher Häme sollte man vorsichtig sein.
    Der moralische Anspruch, dass Demokratie am besten mit überzeugten Demokraten funktioniert, gilt schließlich für alle.
    Ein völlig anderer Aspekt ist die notwendige Ausleuchtung der Ibiza- Inszenierung, denn etwas anderes war es nicht.
    Auf die Frage nach den Initiatoren für das investigative Feuerwerk muss und wird es sicher auch eine Antwort geben.
    Mit weniger euphorischen Tönen melden sich nicht nur Juristen ob der rechtlich- moralischen Bewertung.
    Sie wollen zumindest dazu Fragzeichen zulassen.
    Als vor zwei Jahren die Brenner- Studie zur Rolle der Medien bei dem noch immer hochaktuellen Thema Migration und die Berichterstattung darüber, veröffentlicht wurde, war von einer vergleichbar notwendigen Hype weniger zu spüren.
    Es betraf schließlich die Medien selbst.
    Zeigte doch die Studie, was viele Medienkonsumenten bei ihrer Reflexion der von den politischen Eliten verordneten Willkommenskultur aus dem Bauch heraus spürten, denn zwischen „Mediensicht“ und Realität lagen Welten.
    Leser formulierten in Zuschriften Kritik, stellten Fragen und protestierten gegen staatlichen Kontrollverlust, Asylmissbrauch, der Zuwanderung ohne Obergrenze, der Beförderung der Postnationalität hin zur multikulturellen Idylle sowie dem Mythos der Facharbeiterbereicherung.
    Und es bleibt noch immer ein Geheimnis der Medien, weshalb der längst notwendige Perspektivwechsel in der Berichterstattung zur Flüchtlingskrise noch immer nicht vollzogen ist.
    Hier haben Medien ihre Aufgabe als 4. Gewalt zu agieren, kläglich verspielt.
    So wundert es nicht, dass deren Verlässlichkeit gelitten und so Vertrauen verloren ging.
    Der Bürger hat ein Recht auf umfassende, neutrale und wertungsfreie
    Information, dafür zu recherchieren braucht es Sachverstand und vor allem Zeit.
    Gerade deshalb, weil es heute für den Laien recht schwer ist, selbst Nachrichten aus klassischen Medien auf deren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
    Wo ist die verlässliche Hand, die Nachrichten verifiziert, bewertet und einordnet?
    Über Polen, Ungarn, Russen und Chinesen wird gern berichtet, wie stark dort die Medien behindert sind – aber hier hat man inzwischen vor „anderen“ Gedanken ebenso große Angst, dass der Zwischenschritt des Nachdenkens zugunsten der automatischen Zurückweisung entfällt!
    Gelegentlich reicht es schon, wenn sich ein Text falsch anfühlt, um den ethischen Staubsauger anzusetzen, mit dem Recht auf die ungestörte Feier der eigenen moralischen Anständigkeit.
    Dieses Recht gibt es aber nicht.
    Journalismus darf sich nicht im ständigen Konsensabgleich üben und solche abmahnen, die mit einer Meinung aufkreuzen, die nicht dem „so wie ihr alle, sehe ich das auch“ folgt.
    Wer in Leser- oder online- Foren mit seiner Meinung unterwegs ist, weiß wovon er spricht.

  • 9
    6
    Freigeist14
    21.05.2019

    Herr Schilder ,auch wenn vielleicht Medien in diesem Fall in Österreich einen politischen Scharlatan entlarvt haben werden deutsche Leitmedien schon lang nicht mehr dem Anspruch der 4 .Gewalt gerecht . "Spiegel " ,"Süddeutsche " ;"Welt " und "FAZ" haben ihren Regierungs unabhängigen Nimbus und Distanz schon vor Jahren aufgegeben .

  • 4
    12
    gelöschter Nutzer
    21.05.2019

    Diesen Leitartikel sollte man mehrmals lesen. Er trifft den Nagel sowas von auf den Kopf. Ich möchte stehend applaudieren. Passiert mir nicht oft.