Ein Friedhof mit langer Geschichte

Mit steigenden Temperaturen klettert auch die Lust, die Wanderschuhe zu schnüren. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Auf dem Mühlbacher Rundweg

Frankenberg.

Um den Südosten von Frankenberg zu erwandern, bietet sich der Mühlbacher Rundweg an. Die Citybahn aus Chemnitz stoppt am Haltepunkt Frankenberg Süd. Mit ein paar Schritten ist man am Mühlbach, den man durch ein Wäldchen folgen kann und schon bald an der Frankenberger Straße auf die gelbe Markierung des Rundwanderwegs trifft. Nach kurzer Zeit geht es nach links ab ins Wohngebiet Am Mühlberg. Der Ditters- bacher Straße wird bis zum Reitplatz gefolgt. Weiter geht es am Rande der Kreisstraße. Nach dem Butterberg zweigt ein landwirtschaftlicher Weg rechts ab. Es geht ein ganzes Stück bergan. Lohn der Mühen ist ein erster Rundumblick, der bis nach Chemnitz reicht. Orientierung ist dabei wie so oft der 302 Meter hohe Schornstein mit seinen bunten Segmenten.

Der Rundweg ist gut markiert, hat aber eine Schwäche. Vor dem Gehege geht es rechts in Richtung Hausdorf. An dem Abzweig ist wohl keine Markierung vorhanden oder wird übersehen. Einen kleinen Teich am Ortsrand umrunden die Spaziergänger, um dann endgültig ins Waldstück Gehege zu kommen. Bald taucht der sehr schön gelegene Waldfriedhof auf. Der Gutsbesitzer Karl Gotthelf Förster schenkte das Gelände einst der Gemeinde, als Hausdorf 1869 einen eigenen Friedhof brauchte. Das Grab von Förster, der da zehn Jahre später auch seine letzte Ruhestätte fand, wird heute noch in Ehren gehalten.

Die Strecke kommt an den Waldrand. Nicht nur die schönen Grenzsteine fallen auf (siehe Kasten). Auch der Blick ins Dorf ist sehr angenehm. Es geht so allmählich aufwärts, dass es die Leute auf Schusters Rappen kaum merken. Nach einigen hundert Metern auf der Kreisstraße steht man an der Ecke, wo die Orte Frankenberg, Oederan und Flöha zusammenstoßen. Hier gibt es bei guter Sicht ein einzigartiges Panorama. Direkt hinter der Augustusburg sind in reichlich 40 Kilometern Entfernung Keil- und Fichtelberg zu sehen.

Am Rand des Oederaner Waldes wird der Rückweg angetreten. Diese Nordseite des Forstes ist im Winter schneesicher. Hier steht auch eine Skihütte. Am Häsig öffnet sich der Wald noch einmal gen Erzgebirge. Die Stelle heißt nicht umsonst Fichtelbergblick. Auch weiter bis zu einem militärischen Gelände am Frauenholz ist die Rundumsicht wunderbar. Über den Altenhainer Weg wird die Runde beendet. Durch eine Siedlung kehren die Wanderer zum Haltepunkt der Citybahn zurück.


Grenzsteine vor wenigen Jahren restauriert

Das Gehege, ein im Quadrat je zirka zwei Kilometer großes Waldstück nördlich von Hausdorf, hat eine lange Geschichte. Über Jahrhunderte war es kurfürstliches Jagdgebiet. Im 18. Jahrhundert umschloss ein 2,50 Meter hoher Zaun den Staatsforst, wie der geschichtlich interessierte Hausdorfer Bürger Christian Dageförde erzählte. Diese Einfriedung wurde marode. So kam man auf die Idee, gekalkte Grenzsteine mit den Schwertern (dem kurfürstlichen Wappen) sowie Jahreszahl und Nummer zu setzen. Insgesamt sollen dies seinerzeit 140 Steine gewesen sein. Dageförde machte es sich vor einigen Jahren zur Aufgabe, die noch erhaltenen Grenzmarkierungen zu restaurieren. Sie erhielten die sächsischen Farben in Weiß und Grün. Rund 40 solche historischen Zeugen sind noch erhalten. Leider wurden die Steine dadurch so attraktiv, dass Diebe inzwischen zwei stahlen. (jz)


1998 zur Stadt gekommen

Der Ortsteil Hausdorf kam schon 1974 zu Mühlbach dazu. 1974 wechselte Mühlbach aus dem alten Landkreis Flöha zum neuen Kreis Mittweida. Das machte es möglich, dass Mühlbach und Hausdorf 1998 nach Frankenberg eingegliedert wurden. Beide Dörfer wurden schon im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 18,2 Kilometer. Start und Ziel: Bahnhof Frankenberg Süd. Gesamtanstieg: circa 270 Höhenmeter. Tiefster Punkt: 283 Meter über dem Meeresspiegelkurz nach dem Start; Höchster Punkt: 494 Meternahe dem Abzweig von der Straße Hausdorf-Oederan.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 53-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. (jz)

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