Ein großer Kracher mit Folgen für Jugendliche

Gerichtsurteil: Zwei junge Männer müssen Arbeitsstunden leisten

Mittweida/Döbeln.

Zwei Jugendliche aus Mittweida wollten es mal richtig krachen lassen und zündeten an einem Wohnhaus einen Böller, dessen Explosion die Haustür völlig zerstörte und die Briefkastenanlage beschädigte. Mal abgesehen davon, dass dies nicht an Silvester, sondern im Sommer 2018 passierte, waren sich beide offensichtlich der Folgen nicht bewusst. Das lässt sich auch aus den Nachrichten herauslesen, welche die 17 und 18 Jahre alten Männer nach der Tat via Internet versandt hatten und die nun vor Gericht zur Sprache gekommen sind: "Wir haben gerade in einem Neubau in einem Hauseingang eine Tür gesprengt" und "... die ganze Tür ist raus. Das hätte ich nicht gedacht ..."

Vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Döbeln wurden die jungen Männer jetzt von Richterin Marion Zöllner wegen der versuchten fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und des strafbaren Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen sowie im Fall des 17-Jährigen noch wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu jeweils 60 Arbeitsstunden verurteilt. In dessen Wohnung hatte die Polizei im Juli 2018 9,2 Gramm Marihuana gefunden. Den Sachschaden am beschädigten Wohnhaus von mehr als 1200 Euro hatten die Angeklagten beziehungsweise deren Eltern bereits beim Hauseigentümer beglichen. Für ihre Tat, die sie gestanden, entschuldigten sich die Jugendlichen vor Gericht. Nach den Aussagen vor Gericht habe es der 17-Jährige mal richtig knallen lassen wollen, mit dem Böller sollten die Leute im Wohnhaus erschreckt werden. Den Knallkörper habe der 18-jährige vor der Tür abgestellt und gezündet. Dann fuhren die Täter davon, hörten es hinter sich krachen und Glas splittern. Als sie später am Tatort vorbeifuhren, sahen sie, dass die Tür samt ihrem Rahmen zerstört war, so die Aussage vor Gericht. Für den 18-jährigen könnte die Tat für dessen berufliche Zukunft Folgen haben. Sein möglicher künftiger Arbeitgeber wollte erst nach dem Urteil über eine Einstellung entscheiden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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