Eine Reise in die DDR-Vergangenheit

Hinter der grauen Fassade des DDR-Museums in Mühltroff verbergen sich wahre Schätze. Sie sollen zeigen, wie die Menschen einst lebten.

Mühltroff.

Ata hieß ein Scheuerpulver, Im-Nu ein Malzkaffee und Tempo stand nicht auf Papiertaschentüchern, sondern auf der Linsenverpackung. Im DDR-Museum in Mühltroff geht es auf Zeitreise in 40 Jahre DDR. In dem ehemaligen Kindergartengebäude am Markt 13 sind mehr als 10.000 Gegenstände aus dem alltäglichen Leben auf über 280 Quadratmetern in zehn Räumen und Fluren zu finden.

Fredo Unger und Uwe Unger aus Mühltroff begannen schon vor Jahren, Gegenstände aus der DDR, so wie man sie kannte und gebrauchte, zu sammeln. Zu einer Zeit, als die Menschen so manche Dinge wegwarfen, weil es nach der Grenzöffnung plötzlich ein ganz neues, großes und buntes Angebot gab. Dem Förderverein DDR-Museum, den sie gründeten, ist es wichtig, den Alltag in der DDR zu verdeutlichen, so wie ihn die Menschen dazumal erlebten. Eine Verklärung der DDR-Zeit liegt den Initiatoren fern. "Diese Woche hatten wir erstmals ein Fernsehteam vom Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB bei uns", sagt Uwe Unger. Der Sendetermin steht allerdings noch nicht fest.

Thematisch sind die Exponate in den Räumen angeordnet, ob Kinderspielzeug, Wohnzimmer oder Küche, Armee oder Camping. Ein Raum ist der DDR-Technik gewidmet, von Fototechnik samt Blitzgeräten, Objektiven und Stativen, Diaprojektoren bis hin zu Telefonen reicht die Palette. Im Raum nebenan, durch ein paar Stufen zu erreichen, kommt man ins Kreuzgewölbe. Dort stehen lauter Regale an den Wänden, gefüllt mit unzähligen Büchern, Zeitschriften und Zeitungen. "Es sind an die tausend Bücher aus der DDR", so Uwe Unger. Ob die Abc-Zeitung, Bücher der DIE-Krimireihe, Kompass-Bücher oder Trompeterbücher für Kinder. Die Schulbücher findet man nach Klassenstufen einsortiert, auch Fachbücher gehören dazu.

Auch wenn schon viele spezielle Sachen fürs Museum gefunden wurden, wie etwa voriges Jahr ein Papierkleid aus den 1970er-Jahren, gibt es noch offene Wünsche. Was noch in der Sammlung fehlt? "Einen Petticoat aus den 1960er-Jahren suchen wir noch", sagt Uwe Unger. "Und eine Aufsatzlinse für den DDR-Fernseher. Damit konnte man das Bild vergrößern." Die Aufsatzlinse gab es Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre.

Die DDR-Ausstellung ist jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten ist eine Voranmeldung unter Telefon 036645 22653 oder 22386 möglich.

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