Einzelhändler fordern härtere Konsequenzen für Ladendiebe

Der Frust in der Branche sitzt tief, weil Anzeigen außer Ärger oft wenig einbringen. Doch nun kündigt die Justiz eine härtere Gangart an.

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22 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    2
    CPärchen
    15.04.2019

    Stimmt nicht ganz Hankman, aber sehr vieles ist richtig.
    Richter und Staatsanwälte sind schnell zu bekommen. Die kommen vom freien Arbeitsmarkt und da ist der öffentliche Dienst sehr beliebt, zu Recht.
    Probleme gibt es eher bei der "unteren" Ebene (soll keinesfalls despektierlich klingen). Die müssen tatsächlich erst ausgebildet werden und das dauert nunmal. Der Rest meiner Ausführungen wären lediglich Wiederholungen von Ihnen.

    Naja... im Nachhinein wissen es immer alle besser. Zumindest unternimmt man, was möglich ist.

  • 9
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    Hankman
    15.04.2019

    Nun, ich glaube nicht, dass ein konsequentes Vorgehen gegen Ladendiebstähle das Sicherheitsgefühl der Bürger stärkt. Meist kriegt der Bürger ja von den Delikten gar nichts mit. Die Schätzungen über das Ausmaß halte ich auch für gewagt. Dass bei Inventuren Fehlbestände festgestellt werden, kann auch andere Ursachen haben (etwa Fehler an der Kasse, die jeder schon mal erlebt hat). Es ist schwer, daraus verlässliche Schlussfolgerungen zu ziehen.

    Gleichwohl: Ladendiebstahl ist unbestritten ein Problem. Ich fände es gut, wenn alle festgestellten Delikte strafrechtlich verfolgt würden. Das Strafrecht bietet dafür fein abgestufte Möglichkeiten, so dass man maßvoll vorgehen kann. Man sollte sich allerdings erst mal fragen, warum so viele Verfahren wegen Ladendiebstahls und anderer Delikte eingestellt werden: Sind Polizei und Justiz zu nachsichtig? Sind sie zu faul? Zweimal nein. Polizei und Justiz sind überlastet. Zum einen weil sie immer reichlich zu tun haben, zum anderen weil Personal und zuweilen auch Ausstattung fehlen. Hier wirkt immer noch der neoliberale Ansatz vom "schlanken Staat" nach. Und auch wenn jetzt gegengesteuert wird: Es dauert, bis mehr Polizisten, mehr Staatsanwälte und Richter zur Verfügung stehen. Und man könnte, milde ausgedrückt, beim Personalaufbau auch etwas ambitionierter vorgehen. Ich zweifle also, dass der Runderlass des Generalstaatsanwalts kurzfristig viel ändern wird.