Millionenprojekt: Elstertalbrücke wird saniert

Bis Dezember 2025 hat die Deutsche Bahn an der zweitgrößten Ziegelsteinbrücke der Welt im Vogtland zu tun. Ein neues Stellwerk wird nahe des bekannten Bauwerks errichtet. Erste vorbereitende Arbeiten haben begonnen. Ab Mitte des Monats muss ein beliebter Wanderweg über den Viadukt gesperrt werden.

Plauen. Die Deutsche Bahn modernisiert ab Ende 2021 die unter Denkmalschutz stehende Elstertalbrücke bei Jocketa im sächsischen Vogtland an der Strecke Leipzig-Hof. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag in einer Pressemitteilung an. Dafür soll ein "zweistelliger Millionenbetrag" investiert werden, wie die Deutsche Bahn auf "Freie Presse"-Anfrage mitteilte. Neben der Komplettsanierung des Ziegelbauwerks, das neben der größeren Göltzschtalbrücke als eines der Wahrzeichen des Vogtlandes gilt, ist der Abriss der Fahrbahnwanne und der Neubau des Gleistragwerks geplant. In der Nähe der Brücke werden für Überleitmöglichkeiten des Zugverkehrs vier Weichen und ein neues elektronisches Stellwerk in Röttis errichtet. Mit diesen Arbeiten will die Deutsche Bahn ab August 2021 beginnen. Der Neubau der Fahrbahnwanne über die Eisenbahnbrücke ist ab Januar 2022 bis Dezember 2024 vorgesehen. Die Sanierung des Brückenbauwerks selbst wird bis Dezember 2025 beendet. Noch in diesem Jahr erfolgen bauvorbereitende Arbeiten. Bis Ende Mai 2020 wurden Vermessungsarbeiten durchgeführt. Begonnen haben die Arbeiten zur Landschaftspflege und zum Artenschutz. Seit Anfang der Woche erfolgen Baugrunduntersuchungen und Kampfmittelsondierungen. Ab Mitte Juni werden durch Industriekletterer Bohrkerne vom Brückenbauwerk gezogen. Deshalb wird der Wanderweg über die Brücke vom 15. Juni bis 19. Juni aus Sicherheitsgründen gesperrt. Über weitere baubedingte Sperrungen und Einschränkungen im Zugverkehr will die Deutschen Bahn rechtzeitig informieren.

Die zwischen 1846 und 1851 erbaute Elstertalbrücke ist die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Das Bauwerk überführt sowohl die zweigleisige elektrifizierte Strecke Leipzig-Hof über das Tal der Weißen Elster als auch die Eisenbahnstrecke Gera-Weischlitz und einige Wanderwege. Davon verläuft einer über die erste Etage des Bauwerks. Das Brückenwerk ist etwa 280 Meter lang und etwa 68 Meter hoch. Mit der Sprengung eines Mittelpfeilers 4/5 im April 1945 durch Soldaten der deutschen Wehrmacht wurde die Brücke teilweise zerstört und zwischen 1945 und 1950 repariert sowie zwischen 1959 und 1962 die Fahrbahnwanne erneuert. Im Jahr 2012 erfolgte die Elektrifizierung. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bahn Motive der beiden idyllisch in die vogtländische Landschaft eingebetteten Ziegelsteinbrücken für eine deutschlandweite Werbekampagne zum Umweltschutz des Untenehmens genutzt. (us)

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