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  • Große Krypto-Börsen wollen sich nicht an Russland-Saktionen beteiligen

    EU strebt gemeinsame Kryptostandards an.

    Für viele Beobachter steht und fällt ein schnelles Ende des Krieges gegen die Ukraine mit flächendeckenden Sanktionen. Kurzum: Es braucht einen Schulterschluss möglichst vieler Staaten, Wirtschaftsbereiche und Unternehmen, um den Kreml zum Einlenken zu bewegen. Die Zahl der Länder, die Maßnahmen gegen Russland umsetzen, steigt rasant. Auch immer mehr Firmen schließen sich an. Deutsche Firmen wie Daimler setzen ihre Geschäfte allmählich zumindest vorläufig aus. Den großen Erfolg soll der Ausschluss Russlands aus dem SWIFT-System bringen, was auch für Probleme anderer Mitglieder des Netzwerks bedeutet. Digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum könnten für russische Unternehmen und Anleger indes ein Weg sein, um dennoch handlungsfähig zu sein und das Embargo zu umgehen. Vonseiten der führenden Kryptobörsen und Handelsplattformen ist hinsichtlich eigener Sanktionen bisher nichts zu hören.

     

    Führende Börsen verweisen auf Freiheitsgedanken digitaler Währungen

    Inzwischen gibt es erste Stellungnahmen, die eine eindeutige Verweigerung solcher Forderungen aus der Politik gegen russische Nutzer und Investoren erkennen lassen. Die chinesische Börse ließ aktuell über einen Unternehmenssprecher verlautbaren, dass ein solcher Ausschluss schlichtweg im Widerspruch zum allgemeinen „Grundgedanken“ digitaler Währungen stehe. Zugleich heißt es beim Global Player, dass es auch keine gesetzliche Pflicht gebe, die die Umsetzung solcher Maßnahmen vorschreibe, wie sie etwa von vielen Staaten auf den Weg gebracht wurden. Ein einseitiger Beschluss dieser Art, so der Binance-Sprecher, stehe im Gegensatz zu dem Grund, weshalb Kryptowährungen überhaupt erst entstanden sind und existieren. Der US-Mitbewerber Coinbase beruft sich zum jetzigen Zeitpunkt darauf, dass neben russischen Firmen und dem Staat selbst eben auch und gerade Zivilisten durch Sanktionen der Zugriff auf Plattformen untersagt würde.

    Die normale Bevölkerung leide dieser Tage wegen der Situation sowieso unter „einer historischen Destabilisierung“ des Russischen Rubel. Der Kurs der Währungen war massiv eingebrochen, weshalb die Zentralbank des Landes frühzeitig eine Anhebung des Leitzinssatzes auf 20 Prozent vorgenommen hatte.

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    Coinbase verweist auf soziales Engagement und einzelne Nutzersperrungen

    Forderungen aus der Ukraine und anderen Ländern, Kryptobörsen sollten umgehend wirtschaftliche Schlupflöcher schließen, hatte es schon vor Tagen gegeben. Coinbase hatte darauf nach eigener Aussage bisher insofern reagiert, als gezielte einzelne Nutzer aus Russland sanktioniert sein wurden. Diese Reaktion bezog sich allerdings auf besagte rechtliche Pflichten, denen die Börse nachkommen musste. Weiterhin betont die US-Börse, sie habe auf ihrer Plattformen die Nutzer aus aller Welt um Spenden für die Menschen in der Ukraine gebeten und selbst etwa zehn Millionen US-Dollar für den guten Zweck zur Verfügung gestellt. Zugleich stellt der Konzern klar: Sympathien für Russlands Angriffen seien nicht der Grund, weshalb man auf eine komplette Sperrung der Handelsplattform für russische Nutzer verzichtet. Neben den beiden genannten Börsen äußerten sich seit Beginn der Sanktionen auch verschiedene andere Betreiber von Börsen. Die Begründung fällt im Grunde stets vergleichbar auf.

    Der ganzheitliche libertäre Gedanke für die Community und den einzelnen Nutzer digitaler Währungen sei das höchste schützenswerte Gut. Fraglich ist nun, ob Behörden möglicherweise zusätzlichen Druck auf die Anbieter ausüben werden. Und auch für Millionen Nutzer weltweit, die sich mit der Ukraine solidarisieren, könnte die Geschäftspolitik der Börsen in diesem Punkt zumindest einen faden Beigeschmack hinterlassen.

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