
Die Angst vor einem noch deutlich stärkeren Ausbruch der Infektionszahlen in den kommenden Wochen bis weit in den Februar grassiert nicht nur innerhalb der Bevölkerung. Bis Corona von einer Pandemie zur Endemie wird, dürften noch viele Monate vergehen. Grund genug für den Einzelhandel, erneut Lockerungen der geltenden Maßnahmen zu fordern. Davon versprechen sich die Verbände eine wirtschaftliche Entlastung der angeschlagenen Händler im Land. Währenddessen gibt das Münchener ifo Institut im Hinblick auf die ökonomischen Entwicklungen am heutigen Tag zumindest verhalten Entwarnung. Die deutsche Wirtschaft hat sich laut den Analysten in den ersten Wochen trotz der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante schneller erholt, als mancher Kritiker der Regeln erwartet hatte.
Das Institut veröffentlichte jetzt die neuesten Daten zum ifo Geschäftsklimaindex. Der Indikator gilt in Deutschland als wichtiger Früh-Indikator zur Lage der heimischen Wirtschaft. Jeden Monat befragt das Institut für den Index rund 9.000 Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen. Es geht sowohl um die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Die laufende Welle konnte nicht verhindert, dass sich die Wirtschaftsstimmung seit Anfang des Jahres 2022 allmählich gebessert hat. Nachdem der Index im Dezember 2021 noch mit 94,8 Zählern angegeben wurden, stieg der Wert im Januar auf 95,7 Punkte. Warum dies eine gute Nachricht ist, wird im Rückblick auf die vergangenen Monate offensichtlich. Eine solche Aufhellung ließ die Umfragen unter deutlichen Firmen zuletzt zur Mitte des Vorjahres erkennen.
Zahlreiche Analysten waren von einer erneuten Verschlechterung des Barometer-Wertes ausgegangen. Clemens Fuest, Präsident des renommierten ifo Instituts, sprach im Rahmen der Publikation von einem ersten „Hoffnungsschimmer im neuen Jahr“, der die deutsche Wirtschaft derzeit begleite.
Insbesondere die Erwartungshaltung der Unternehmen bis Mitte des neuen Jahres entwickelte sich merklich positiver. Besonders hervorgehoben wird dabei, dass sich dieser Trend in allen für den Index relevanten Wirtschaftsbranchen abzeichnet. Unterschiede zwischen den verschiedenen Sparten gibt es aber dennoch. Vor allem die deutsche Industrie äußerte sich in der Befragung überdurchschnittlich optimistisch. Hier spielt eine Rolle, dass die schwierige Versorgung mit vielen Rohstoffen und Vorerzeugnissen allmählich eine Entspannung zeigt, wie das ifo Institut in seiner Erklärung betont. Der Handel und der Dienstleistungssektor bewerten die Situation zwar ungünstiger, präsentieren sich aber nicht mehr ganz so pessimistisch, wenn es um die Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen geht. Grund der skeptischen Grundlage ist und bleibt das politische Festhalten an den Beschränkungen zur Vermeidung von Problemen im deutschen Gesundheitssystem.
Positive Reaktionen erntet die Publikation des Münchener Instituts bei den Volkswirten vieler Banken im Land. VP Bank-Chefökonom Thomas Gitzel beispielsweise sieht Anzeichen dafür, dass Deutschlands Wirtschaft nach und nach den Weg „aus dem Winterloch“ findet. Auch hier geht es in erster Linie um den Bereich des Dienstleistungssektor, der laut Gitzel zunehmend „Morgenluft“ wittert. Zuversicht äußern ebenfalls die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Allerdings: Probleme innerhalb der Lieferketten, stetig steigende Preise und die sich aufbauende Welle der neuen Omikron-Infektionen sorgen dafür, dass die Hoffnung auf eine baldige ökonomische Erholung verhalten ausfällt. Dennoch hoffen viele Firmen auf Besserung in der Zeit bis Juli/August. Sollte sich die Einschätzung des Bundesgesundheitsministers Lauterbach und vieler Virologen zur schlechten Pandemie-Entwicklung bestätigen, könnte der ifo-Geschäftsklimaindex schon im Februar wieder einen negativen Verlauf erkennen lassen.
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