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    Erfahrungen, Tests & Tipps / Inflationsgefahr: Rekordpreise im Import belasten die deutsche Wirtschaft

    Inflationsgefahr: Rekordpreise im Import belasten die deutsche Wirtschaft

    Datum: 27.11.2021
    Inhaltlich geprüft durch: Cristian Fuentes

    Inflationsgefahr in Deutschland auf Rekordniveau.

    Bereits zum Ende des ersten „Coronajahres“ 2020 schürten verschiedene Analysten die Hoffnung, die deutsche Wirtschaft könnte ihr Niveau aus der Zeit vor der Pandemie schon spätestens ab 2022 wieder erreicht haben. Und in der Tat erholten sich gerade viele etliche Bereiche der Industrie schneller als erwartet. Unterbrochene Lieferketten, Versorgungslücken auf dem weltweiten Rohstoffmarkt und ein Mangel an Vorprodukten jedoch sind weiterhin eine erhebliche Belastung. Nun zeigt sich ganz aktuell auch an der Entwicklung der Importpreise, dass die Wirtschaftskrise längst nicht überstanden ist.

     

    Hohe Erwartung für Importpreise wurde nochmals übertroffen

    Es sind erst wenige Tage ins Land gezogen, seit die Deutsche Bundesbank ihre neuesten Zahlen zur Entwicklung der Verbraucherpreise bekannt gegeben hatte. Statt wie bisher von 4,5 Prozent gehen die Experten nun davon aus, dass die Verbraucherpreise in Deutschland von einem Plus der Preise um durchschnittlich sechs Prozent aus. Doch damit nicht genug. Die aktuell veröffentlichten Daten weisen einen massiven Anstieg der Importpreise für den Monat Oktober aus. Die gemeldeten Preise liegen laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden bei sage und schreibe 21,7 Prozent. Erwartet wurde ein Plus von „nur“ 19,6 Prozent. Zum Vergleich: Hier handelt es sich um den deutlichsten Anstieg seit über vier Jahrzehnten. Ein ähnlich deutliches Plus gab es das letzte Mal zum Beginn des Jahres 1980. Noch betrifft der Trend die Verbraucher in Deutschland nur bedingt. Importpreise werden den sogenannten Vorlaufindikatoren zugeordnet.

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    Viele Unternehmen wollen Preise stärker an Kunden weitergeben

    Steigen Sie heute als Kostenpunkt für Produzenten, kommt die Entwicklung etwas zeitversetzt bei Abnehmern und Konsumenten an. Demzufolge ist eine weitere Korrekturmeldung vonseiten der Bundesbank in naher Zukunft durchaus vorstellbar. Der besagte Markt für Rohstoffe und Erzeugerpreise demonstrieren schon seit Monaten, wohin die Reise der Preise in Deutschland gehen könnte. Auch hier vermeldete das Bundesamt bei vielen Werten seit der Erholung nach der ersten Pandemiewelle ab Sommer 2020 einen Rekord nach dem anderen. Deutlich wird anhand der neuen Daten, wo der Preisanstieg besonders massiv ausfiel. Es überrascht nicht, dass der durchschnittliche Anstieg vorrangig den Entwicklungen auf dem Energiemarkt geschuldet ist. Die Preise für Import-Gas stiegen im Oktober 2021 dem gleichen Monat des Vorjahres gegenüber um den Faktor drei, die Erdölpreise wiesen etwa eine Verdopplung auf.

    Die Energiepreise insgesamt legten immerhin um 141 Prozent zu. Im Vormonatsvergleich ergibt sich ein Anstieg um 3,8 Prozent. Der erwähnte Engpass bei Vorprodukten wie Metallen oder Kunststoffe ließ die Preise auch in diesen Sparten merklich ausbrechen.

     

    ifo-Institut: Preisanstieg in Handel und Industrie besonders deutlich

    Die Rekordjagd bleibt schon jetzt nicht folgenlos. Das zeigt der aktuelle Index der ifo-Preiserwartungen des renommierten ifo-Instituts mehr als eindrucksvoll. Der Gesamtindex für Deutschland verzeichnete einen Anstieg auf 45 Punkte. Damit erreichte der Indikator, der im Vormonat noch bei 41 Punkten lag, einen weiteren Höchststand. Grundlage der Auswertung sind Umfragen unter Unternehmen im Land. Viele Unternehmen planen der Befragung zufolge innerhalb der nächsten drei Monate eine Anhebung ihrer Preise. Besonders deutlich fällt der Trend im Handel (65 Punkte) aus, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe bzw. der Industrie mit einem Trend in Richtung der 60-Punkte-Marke. Das ifo-Institut hat zudem eine Prognose zur Inflationsentwicklung abgegeben. Noch vor Jahresende könnte die Inflation auf bis zu fünf Prozent steigen. Für 2022 rechnen die Analysten mit einem Wert von über drei Prozent. Eben wegen der zu erwarteten Preisanhebungen, zu denen sich immer mehr Unternehmen im Land wegen eigener gestiegener Belastungen gezwungen sehen.

     

    Auch die US-Notenbank erkennt verstärkt negative Inflationssignale

    Deutschland steht mit der Zuspitzung übrigens nicht allein da. Die Experten der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) rangen sich in dieser Woche wider Erwarten ebenfalls eine Kurswende hinsichtlich der Inflationsbewertung ab. Die Fed nahm nun ihrerseits eine Einstufung der heimischen Inflation als „dauerhaftes Risiko“ ab. Zuvor sprach die Institution noch von einer „vorübergehenden Inflation“. Aus diesem Grund nehmen die Diskussionen bei den Verantwortlichen der Notenbank über frühere Zinsanhebungen zu. Während der letzten geldpolitischen Fed-Sitzung dachten mehrere Teilnehmer laut über einen flexibleren Zinskurs nach. Bisher wollten die Verantwortlichen an der derzeitigen Zinspolitik fürs Erste festhalten. Zeitgleich wäre ein schnelleres Auslaufen der Programme für Anleihenkäufe eine Option, um auf die Zinsprobleme zu reagieren.

    Selbstverständlich sind die Inflationssorgen kein rein deutsches oder US-amerikanisches Problem. Auch in vielen anderen Ländern gibt es ähnliche Tendenzen auf Unternehmensseite infolge der gestiegenen Ausgaben für Rohstoffe und Vorprodukte. 2022 könnte gerade für deutsche Konsumenten über Energieausgaben hinaus wirtschaftlich belastend werden.

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