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Was ist ein IPO? - Initial Public Offering Erklärung

Zuletzt aktualisiert am 11.12.2025
Inhaltlich geprüft durch: Christian Becker

IPO steht für „Initial Public Offering“ und beschreibt das erstmalige öffentliche Angebot von Wertpapieren eines Unternehmens, das sich für den Börsengang entschieden hat. Das bedeutet, beim IPO wird die Aktie erstmals an der Börse platziert.

Das Börsendebüt steht sozusagen für den Erstverkauf von Aktien, die von Seiten des Unternehmens emittiert worden sind. Beschließt also das Unternehmen, die Aktien der Öffentlichkeit zum Verkauf anzubieten, so findet ein IPO statt. Dabei entscheidet das Unternehmen selbst, wie viele Aktien zum Verkauf angeboten werden. Eine Investmentbank schlägt hingegen den Startkurs der Aktie vor.

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Aus welchem Grund will ein Unternehmen an der Börse sein?

Die Gründe, weshalb ein Unternehmen an der Börse notieren will, sind unterschiedlich: Viele Unternehmen wollen mit dem Börsengang neues Kapital schaffen, um sodann etwa eine Expansion finanzieren zu können. Das neue Kapital kann aber auch dafür genutzt werden, um neue qualifizierte Mitarbeiter zu bezahlen oder Schulden zu reduzieren. Zudem kann die Börsennotierung das Unternehmen auch stärker in die Öffentlichkeit rücken – das verbessert das eigene Profil.

Es gibt aber auch Alternativen zu IPOs. Das heißt, es gibt nicht nur den einen Weg, sondern verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Zugang zu öffentlichen Märkten bekommen kann. Dazu gehören etwa die direkte Notierung, Reverse Takeover sowie die sogenannte Niederländische Auktion.

Direkte Notierung

Bei einer direkten Notierung wird dem Unternehmen die Möglichkeit geboten, dass es an einer Börse notiert wird, ohne aber von einem Underwriter notiert zu werden. Das findet statt, wenn das Unternehmen beschließt, dass keine neuen Aktien emittiert werden, sondern nur die Gesellschafter die Möglichkeit bekommen, die Aktien an die Öffentlichkeit zu verkaufen. Eine direkte Notierung kann schneller als ein IPO zustande kommen, die Kosten sind deutlich geringer und es werden nicht die bestehenden Anteile der Gesellschafter verwässert. Es gibt einige Unternehmen, die sich für eine direkte Notierung entschieden haben – eines der bekanntesten Unternehmen, das in letzter Zeit die direkte Notierung bevorzugt hat, war Spotify.

Reverse Takeover

Ein sogenanntes Reverse Takeover findet dann statt, wenn das private Unternehmen von einem öffentlichen Unternehmen übernommen wird. Das heißt: Die Unternehmen führen die Aktien zusammen und bieten diese dann der Öffentlichkeit an. Das ist, verglichen zu einem gewöhnlichen IPO, eine zeitsparende und vor allem auch kosteneffizientere Möglichkeit, wie man Aktien an der Börse notieren kann. Virgin Galactic war etwa ein Unternehmen, das sich für diesen Weg entschieden hat.

Die Niederländische Auktion

Bei einer Niederländischen Auktion wird der IPO Preis durch die Gebotannahme für die Aktienanzahl, die ein Anleger kaufen will, zum Preis, den er bezahlen möchte, festgelegt. Nach Beendigung der Auktion legen die Underwriter dann einen Höchstpreis fest, zu dem dann die Aktie notiert werden darf. Ein Unternehmen, das sich für diesen Weg entschieden hat, war Alphabet (Google).

 

So funktioniert der IPO Prozess

Der sogenannte IPO Prozess wird mit der Entscheidung des Unternehmens gestartet, die Aktien über eine Börse der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zu Beginn wird ein Audit durchgeführt. Das findet unter Berücksichtigung aller Aspekte der Finanzlage des Unternehmens statt. Wenn alles in Ordnung ist, muss das Unternehmen in weiterer Folge eine Registrierungserklärung erstellen, die dann bei der dafür zuständigen Börsenaufsicht eingereicht wird. In den USA ist das etwa die SEC – die United States Securities and Exchange Commission. Die Börse überprüft dann den Antrag und nimmt diesen an oder lehnt ihn ab. Mitunter kann die Börse den Antrag auch annehmen und verweist darauf, dass es bestimmte Änderungen benötigt, damit dann der Prozess, wie gewünscht, gestartet werden kann. Wird der Antrag letztlich angenommen, dann kann das Unternehmen eine bestimmte Aktienanzahl notieren lassen, die dann über die gewählte Börse zum Verkauf angeboten wird.

Das Unternehmen entscheidet dann selbst, welche Anzahl zum Aktien Verkauf angeboten werden. Danach führt die Investmentbank noch die Bewertung des Unternehmens durch. Danach folgt die Bekanntgabe des Startkurses der Aktie. Der IPO Preis wird übrigens auch von der Investmentbank festgelegt. Ist die Börsennotierung erfolgt, so kann nun der Aktienhandel mit der Öffentlichkeit beginnen.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

  • Wird ein erfolgreiches IPO durchgeführt, darf sich das Unternehmen über große Mengen an Kapital freuen
  • Der Börsengang kann das Exposure erhöhen
  • Durch die Börsennotierung kann es zu einer Verbesserung des Unternehmensrufs kommen
  • Umsatz und Gewinn können steigen
  • Unternehmen, die börsennotiert sind, müssen bestimmte Vorschriften beachten und unterliegen den Bestimmungen der dafür zuständigen Finanzaufsichtsbehörde
  • Die Unternehmen müssen ihre Finanzen offenlegen – dazu gehören Rechnungsführung, Steuern sowie Gewinne
  • IPOs sind teuer
  • Fällt die Performance der Aktie schlecht aus, kann das Unternehmen gezwungen sein, weitere Mittel aufbringen zu müssen

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