Ermittlungen gegen rechte Hetzer nach Schülerdemo

Rechte wiegeln im Netz zu Hass gegen minderjährige Zwickauer auf

Zwickau.

Nach der Fridays-for-Future-Kundgebung vom vergangenen Freitag in Zwickau hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Provokateure hatten unter anderem Videos mit menschenverachtenden Kommentaren ins Netz gestellt ("können wir jetzt die eigentlich straflos übern Haufen fahren, hier?"). Zudem versahen sie ein Foto des noch minderjährigen Versammlungsleiters (17) mit dem frei erfundenen Zitat "Fährst du Diesel, du Nazi", worauf Hasskommentare und Gewaltandrohungen gegen den 17-Jährigen folgten. Während der Demonstration vom Freitag war einer der Urheber der Videos laut Polizei wegen Störens der Versammlung mit einem Platzverweis belegt worden, filmte und fotografierte aber aus einem Auto heraus weiter.

Die Videos wurden auf dem russischen Portal vk.com veröffentlicht. Zu hören sind die Stimmen von ADPM-Politiker Benjamin Przybylla sowie von Torsten Graßlaub, der sich erfolglos für die vergangene Stadtratswahl beworben hatte (Liste Zukunft Zwickau) und der wegen Verunglimpfungen Andersdenkender bereits gerichtsbekannt ist. Graßlaubs Vorgehen im Netz, das wegen fehlenden Zugriffs deutscher Strafermittler auf das russische Portal weitgehend ungehindert bleibt, dient offenbar vor allem zur Einschüchterung. So sollen Personen von politischer Teilnahme abgehalten werden, weil ihnen sonst Diffamierung im Netz drohe, schlussfolgerten bereits mehrere Opfer.

Der 17-jährige Fridays-for-Future-Aktivist hatte die Entgleisungen selbst publik gemacht und Anzeige wegen der Verwendung und Verfälschung seines Bildes erstattet. Auf Twitter solidarisierten sich mehr als 1400 Nutzer mit ihm. (ael/dha)

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