100 Kühe aus brennendem Stall in Schlettau gerettet

Es war mitten in der Nacht als Armin Greifenhagen von einem seltsam lauten Geräusch aus dem Schlaf gerissen wurde. Das Lager und der Stall des Landwirtschaftsbetriebs an der Alten Buchholzer Straße in Schlettau standen in Flammen. Da war es kurz vor zwei Uhr. "Ich habe sofort meine Stiefel angezogen und bin raus", erzählte Armin Greifenhagen am Donnerstagnachmittag noch sichtlich unter Schock. Das Tor zum Stall wurde sofort geöffnet. Die Kühe mussten gerettet werden. Rund 100 Tiere liefen ins Freie. Zwei Kühe wurden verletzt.

Sofort eilten auch Nachbarn und Kollegen zu Hilfe. Gemeinsam wurden die Kühe eingefangen und auf einer provisorischen Weide zusammengetrieben. "Die Hilfsbereitschaft war überwältigend", so Armin Greifenhagen. In der Stunde der Not habe jeder mit angepackt.


Das Feuer war in der Nacht zu Donnerstag offenbar in der Lagerhalle ausgebrochen, in der sich laut Polizei die Melkanlage, Technik, Stroh und Futtermittel befanden. Schnell griffen die Flammen auch auf den Stall über, der sich direkt an die Halle anschließt.

Neben der Schlettauer Feuerwehr wurden auch die Wehren aus Dörfel, Scheibenberg, Buchholz, Frohnau, Geyersdorf, Cranzahl und Annaberg alarmiert. Mehr als 130 Kameraden kämpften gegen die Flammen. Kein einfacher Einsatz, wie Einsatzleiter Heiko Thiele sagte. Unter anderem wurde so viel Wasser benötigt, dass eine Versorgung über eine lange Wegstrecke aufgebaut werden musste. "Wir gingen von allen Seiten mit zahlreichen Strahlrohren zur Brandbekämpfung vor", so Thiele. Für die Restlöscharbeiten nutzen die Brandbekämpfer auch einen Bagger, um die brennenden Strohballen aus dem Weg zu räumen. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung musste der Bagger von einem Feuerwehrmann unter Atemschutz bedient werden. Erst gegen 11 Uhr, neun Stunden nach der Alarmierung, kehrten die Kameraden völlig erschöpft in ihre Depots zurück. "Sie haben tolle Arbeit geleistet", sagte Armin Greifenhagen.

Der Sachschaden ist enorm, so der Landwirt. Er geht von etwa einer Million Euro aus. Teile des Gebäudes brachen komplett zusammen. Glücklicherweise sei aber wenigstens die Melkanlage nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwei Elektriker reparierten die durchgeschmorten Kabel bereits am Donnerstag, damit die Kühe gemolken werden konnten. Indes muss die Arbeit in dem Familienbetrieb trotz des Schocks weitergehen. "Zum Glück ist Frühling, da können die Kühe wenigstens auf der Weide bleiben." Greifenhagen hofft nun auf die Versicherung. Doch zunächst muss die Brandursache geklärt werden. Laut Polizei kommen dafür spezielle Ermittler zum Einsatz.

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