70 Jahre im Männerchor: Ehrung für Erzgebirger

Herbert Mehnert ist das älteste Mitglied im Männergesangverein 1838 Elterlein. Am heutigen Dienstag wird er 90 Jahre alt und hofft auf ein besonderes Ständchen bei seiner Feier. Und da ist noch ein großer Wunsch.

Elterlein.

Die Musik zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Schon als Kind hat Herbert Mehnert Schifferklavier gespielt. Später wechselte der Elterleiner zum Schlagzeug, spielte als Jugendlicher in einer FDJ-Musikkapelle und unterhielt dann in der Elterleiner Tanz-Combo mit seinen Freunden Gerthold Hahn und Karl Schuster das Publikum. Mehr als 50 Jahre blieb er zudem dem Blasorchester des Elektromotorenwerks Grünhain treu, auch dort als Schlagzeuger. Doch eine musikalische Verbindung, die hält noch viel länger. Seit 70 Jahren gehört Herbert Mehnert, der am heutigen Dienstag seinen 90. Geburtstag feiert, dem Männergesangverein 1838 Elterlein an. Deshalb darf er sich auf eine besondere Ehrung freuen.

"Er soll die Ehrennadel in Gold und eine Urkunde des Deutschen Chorverbandes überreicht bekommen", sagt der Leiter des Ensembles, Mathias Viertel. Geplant ist das am Sonnabend, wenn der Geburtstag mit Familie und Freuden gefeiert wird. Auch Mitglieder des Männerchors dürfen dann nicht fehlen. Der Jubilar hofft, dass trotz Corona-Pandemie und damit verbundener Hygiene-Regeln ein Ständchen möglich sein wird. Und zwar ein besonderes. "Mein Lieblingslied ist ,Die Nacht' von Franz Schubert", sagt er. Es gehört zum Repertoire des Männerchors, das breit gefasst ist. Klassisches gehört genauso dazu wie erzgebirgische Heimatlieder und Volkslieder. "Wir singen aber auch mal Rock und Pop oder einen Ragtime", sagt Chorleiter Mathias Viertel. Als Letztes wurde eine Version von "Only You" von den Flying Pickets auf Deutsch einstudiert. Das war allerdings noch vor der Corona-Krise, denn die aktuellen Regelungen erschweren das Proben. Nach einer Zwangspause findet es aber wieder wöchentlich im Bürgerhaus "Goldene Sonne" statt.

Laienmusiker sollen laut dem Chorleiter drei Meter Abstand halten. "Da kann man zwar einiges auffrischen. Aber es ist unmöglich, Neues einzustudieren. Dafür hört man sich zu schlecht. Es ist fast wie Solo-Gesang", sagt Mathias Viertel. Herbert Mehnert nimmt momentan nicht an den Proben teil, hofft aber, dass sich das wieder ändert. "Ich wünsche mir sehr, ab und zu noch einmal dabei sein zu können", sagt er. Dass er dem Männerchor angehört, verdankt er seinem Vater, der ihn dort mit hingenommen hat. "Ich war sehr interessiert daran und bin gern mitgegangen", erzählt der Jubilar. Proben und Auftritte mit dem Chor gehörten seither zu seinem Alltag. Doch was ist das Schöne daran? "Da ist die Freude an der Musik. Außerdem hat mir die Kameradschaft immer sehr gut gefallen. Ich bin mit Leib und Seele Sänger", sagt der Erzgebirger, der mit seiner Frau Roselene heute noch in dem Haus lebt, in dem er am 8. September 1930 geboren worden ist.

Die Musik war immer Hobby für ihn. Gearbeitet hat Herbert Mehnert 40 Jahre im Elektromotorenwerk Grünhain, die meisten als Elektromeister. Mit seinen 90 Jahren ist er das älteste Mitglied im Elterleiner Männerchor. "Herbert hat einen schönen vollen zweiten Bass und prägt unseren Gesang", sagt Mathias Viertel. Der jüngste der 21 Sänger ist 49 Jahre alt, erst vor Kurzem sei ein neues Mitglied hinzugekommen. Allerdings komme das nicht oft vor. Ob die Gemeinschaft in diesem Jahr noch einmal öffentlich auftritt, steht in den Sternen. Eigentlich hätte das Ensemble als nächstes anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Westsächsischer Chorverband" in Zwickau gesungen. Doch das wurde auf 2021 verschoben. Mathias Viertel: "Wir hoffen, dass wir beim Weihnachtsmarkt singen können oder dass es ein Weihnachtskonzert gibt. Aber dahinter stehen drei Fragezeichen."

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