900.000 Euro: Jöhstadt plant Schulanbau

Die Bedingungen in den aktuellen Technik- und Hauswirtschaftsräumen stehen seit Jahren in der Kritik. Jetzt soll gehandelt werden, obwohl die Kasse so leer wie noch nie ist. Wie geht das?

Jöhstadt.

Es ist fast eine Millionen-Investition, für die der Jöhstädter Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben hat. Eine Summe, von der das Gremium vor drei Monaten allenfalls träumen konnte. Nein, im Lotto hat Jöhstadt nicht gewonnen. Dennoch ist es jetzt durchaus realistisch, neue Räume für den Technik- und den Hauswirtschaftsunterricht durch einen Anbau an die Oberschule schaffen zu können.

Freilich, das Ganze wird nicht heute oder morgen passieren. Ein Baubeginn ist frühestens 2020 realistisch, sagt Bürgermeister Olaf Oettel (parteilos). Anders sieht es mit dem Fertigstellungstermin aus. Der ist spätestens auf den 31. Dezember 2022 datiert. Das hängt mit der Bezuschussung vom Staat zusammen. Die Förderperiode endet 2022, also muss auch bis dahin der Bau abgeschlossen werden.

Zunächst einmal gilt es jedoch, eine genaue Planung auf die Beine zu stellen. Den Auftrag dafür erteilte der Stadtrat einstimmig Gottfried Gerlach und seinem Drebacher Planungsbüro. Zuvor hatte Gerlach mit einem ersten, ganz einfachen Entwurf für den geplanten zweigeschossigen Anbau genau den Nerv der Räte getroffen. "Der Vorschlag gefällt mir sehr gut. Die Schüler müssen, um in die neuen Räume zu kommen, nicht erst ins Freie. Und wir brauchen auch keine weiteren Sanitäranlagen und Garderoben", sagte etwa Stadtrat Johannes Krauße (Aktives Oberes Preßnitztal). Auch Christoph Heß (FW Bürgerforum), zeigte sich mit der Idee des Planers einverstanden.

Das positive Echo gab es hauptsächlich deshalb, weil Gottfried Gerlach den Neubau als Anbau an das bestehende Schulgebäude konzipiert hat und nicht als separates Gebäude, wie es schon in der Vergangenheit im Gespräch war. Der Anbau ist dabei so angelegt, dass das bestehende Treppenhaus für den jetzigen Hinterausgang der Schule genutzt wird.

Als Kosten sind ohne Inneneinrichtung 900.000 Euro kalkuliert. Jöhstadt selbst muss davon aber nur 90.000 Euro aus eigener Tasche bezahlen. 810.000 Euro sind Fördermittel aus dem Topf Schulhausbau. In diesem stünden für die Gemeinden des Altkreises bis 2022 insgesamt 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Wenn allein Jöhstadt davon 810.000 Euro bekommen soll, kann sich jeder ausrechnen, dass die staatlichen Mittel nicht gleich verteilt werden. Das aber ist Absicht. In einer Beratung aller Bürgermeister sei sich geeinigt worden, dass Jöhstadt den größten Batzen erhalte, die anderen Kommunen freiwillig verzichten, erklärte Oettel und fügte hinzu: "Da können wir uns dreimal glücklich schätzen". Ansonsten wäre das Projekt ein Traum geblieben.

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