Abc-Schützen auf erlebnisreicher Tour

Für mehr als 2700 Kinder an staatlichen Schulen im Erzgebirgskreis beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt. Gefeiert wurde schon am Samstag. Und manches Kind durfte sogar in eine Dampflok.

Steinbach/Jöhstadt.

Die alte "Dame" musste ordentlich schnaufen. Schließlich hat die Dampflok, die am Wochenende die Züge anlässlich des Schulanfangs zwischen Steinbach und Jöhstadt beförderte, schon 105 Jahre auf dem Buckel. Aber sie wollte den Abc-Schützen und ihren Gästen zeigen, dass sie auch als Museumsstück noch nicht zum alten Eisen gehört. Für die Mädels und Jungs waren die Fahrten mit der Preßnitztalbahn anlässlich ihres Schulanfangs etwas Besonderes. Einige Großeltern erinnerten sich zugleich an Schulanfangsfeierlichkeiten längst vergangener Zeiten.

Früher sind einige von ihnen mit der Schmalspurbahn gefahren, um überhaupt zu den Feierlichkeiten zu gelangen. Jetzt ist die Fahrt mit der Preßnitztalbahn eben für manchen Bestandteil einer solchen Feier. "Solch eine Tour ist wie ein Geschenk - ein besonderes Erlebnis. Sie ist spannend und lockert die Veranstaltung auf", erklärte Mario Wolf. Er und seine Frau Stephanie sind selbst Mitstreiter in der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn. "Aber wir hätten die Fahrt zwischen Kaffeetrinken und Abendbrot auch gemacht, wenn wir nicht im Verein wären", sagte der Kommunikationstechniker. Ihr kleiner Sohn Hans stand natürlich im Mittelpunkt der munteren Gesellschaft aus Bärenstein. Der Sechsjährige erhielt am Samstag seine Zuckertüte, nun freut er sich auf die Schule. "Ich kann schon 50 plus 50 rechnen", sagte der Junge stolz. Außerdem ist er ganz sicher, dass ihm das regelmäßige frühe Aufstehen nichts ausmachen wird. Über die Fahrt mit der Bahn freute er sich riesig. Obwohl: "Ich habe eher eine Diesellok gerne, die raucht nicht so viel", meinte er.

Die Schulanfangsfahrten mit der Preßnitztalbahn gibt es seit Anfang an. Sie erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Elina Friedrich war mit ihrer Familie sogar aus Görlitz ins Preßnitztal gekommen. Die sechsjährige Schulanfängerin ist schon ganz gespannt auf den Unterricht. Die Fahrt mit der Museumsbahn war ein tolles Geschenk für sie, wenn auch keine Premiere in der Familie. "Wir feiern im Zughotel in Wolkenstein und haben das gleiche Programm schon mal bei unserem Großen gemacht", verriet Detlef Friedrich. "Wir sind nämlich ein bissel eisenbahnverrückt", fügte der Familienvater hinzu. "Wobei er das Wort "bissel" getrost weglassen kann", ergänzte seine Gattin.

Entsprechend der Feier des Tages waren die historischen Wagen mit bunten Zuckertüten geschmückt. Natürlich gab es für die mitfahrenden Abc-Schützen auch eine kleine Zuckertüte als Präsent. Selbst unbeteiligten Fahrgästen gefiel das sehr. "Die Veranstaltung ist eine gute Idee. Wir sind schon im vergangenen Jahr zum Schulanfang hier mit der Bahn gefahren", berichtete Gisela Eidam. Bei der Thumerin wurden zugleich Erinnerungen wach. "Wir sind früher mit dem Zug nach Geyer zum Tanz gefahren und manche Leute auch zu den Schulanfangsfeiern", erzählte die jung gebliebene Seniorin.

Für die Erstklässler hingegen beginnt heute ein spannender neuer Lebensabschnitt. Allein an staatlichen Grundschulen im Erzgebirgskreis betrifft das 2730 Mädchen und Jungen, teilt Michaela Bausch vom Landesamt für Schule und Bildung mit. Hinzu kommen die Abc-Schützen, die Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft besuchen. Ein Beispiel dafür ist die Christliche Maria-Montessori-Grundschule in der Kreisstadt, die vom Montessori-Verein Annaberg betrieben wird. Dort gibt es in diesem Jahr 38 Schulanfänger. (mit aho)

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