Acht Monate voller Lockerheit und unvergesslicher Landschaften

Um die 80.000 Fotos hat David Mehner während seiner Reise durch Neuseeland aufgenommen. Die schönsten davon wird der Krumhermersdorfer in einem Vortrag präsentieren - dazu viele Erlebnisse.

Annaberg-Buchholz.

Auf die Frage, welcher der schönste Ort während seiner Reise war, findet David Mehner selbst nach langem Überlegen keine Antwort. Dies liegt aber nicht daran, dass er bei seiner achtmonatigen Tour durch Neuseeland wenig zu sehen bekam. Ganz im Gegenteil: Der 24-jährige Krumhermersdorfer hat auf so viele unvergessliche Landschaften und Wunder der Natur geblickt, dass er sie gar nicht alle aufzuzählen vermag.

"Traumstrände mit goldgelbem Sand, Klippen, Steilküsten, Geysire, Vulkane und der Regenwald. Dazu noch die einzigartigen Hügel und Felder, die aus den Herr-der-Ringe-Filmen bekannt sind", sprudelt es dann aber doch aus ihm heraus. Dabei muss Mehner schmunzelnd gestehen, dass ihm der Kino-Held Frodo Beutlin vorher nur vom Hörensagen ein Begriff war: "Viele haben mich für verrückt erklärt, weil ich ,Herr der Ringe' bis dahin nie gesehen hatte." Inzwischen kennt sich der Erzgebirger in "Mittelerde" und dem "Auenland" bestens aus. Schließlich hat er die imaginäre Heimat der Hobbits besucht und sich auch die Film-Trilogie angeschaut. "Dabei habe ich viele Orte wiedererkannt", sagt Mehner, der auch die Bedeutung dieser Fantasiewelt für die Neuseeländer erlebte: "Viele rühmen sich damit."

Letztlich sind die Filmkulissen für den Krumhermersdorfer aber nur ein kleiner Teil von dem, was Neuseeland ausmacht. Beeindruckt war er vor allem von der Vielfalt der Natur sowie von der Bevölkerung des Inselstaats im Pazifik. "Die Leute dort sehen alles viel entspannter. Sie sagen sich, ,take it easy', statt aus jeder Mücke gleich einen Elefanten zu machen", schildert Mehner seine Erfahrungen, die er im Laufe der acht Monate gesammelt hat. Trotz aller Lässigkeit spürte er zugleich das Vertrauen vieler Menschen. Ohne ihn je getroffen zu haben, ließen einige ihren Wohnungsschlüssel unter der Fußmatte zurück, damit der Student in ihrer Abwesenheit eine Bleibe für die Nacht hatte. "Die Gastfreundschaft war überragend", sagt Mehner, der sich so durchs Land arbeitete. Ein Anruf unter Freunden - schon stand das nächste Reiseziel für David Mehner fest.

Obwohl der Erzgebirger offiziell mit einem Work-and-Travel-Visum unterwegs war, hielt sich die Arbeitszeit in Grenzen. Das Geld, das er sich in den drei Monaten zuvor mit Gelegenheitsjobs in der Heimat erarbeitet hatte, reichte fast aus. Unter anderem kaufte er sich davon auch ein Fahrrad, mit dem er den Großteil seiner Tour zurücklegte. Mehr als 5000 Kilometer kamen in fünf Monaten zusammen. Mit Wandern und Trampen wurde der Rest des Wegs zurückgelegt, der Mehner viel mehr als "nur" wunderschöne Ausblicke auf die Natur bescherte.

Ein Aspekt - und eigentlich ausschlaggebend für die gesamte Unternehmung - war die Sprache. Um später am Gymnasium neben Sport auch Englisch unterrichten zu können, sieht das Studium einen mindestens dreimonatigen Aufenthalt im englischsprachigen Ausland vor. Weil "England gleich um die Ecke" ist und es der Krumhermersdorfer getreu dem Motto "Ganz oder gar nicht" lieber auf ein weit entferntes Sehnsuchtsziel abgesehen hatte, verschlug es ihn nach Neuseeland.

Eine Entscheidung, die er nie bereute. "Die gesammelten Erfahrungen haben mich zum Beispiel in Sachen Selbstständigkeit und Weltoffenheit ein ganzes Stück weitergebracht", sagt der 24-Jährige, der bei zwei Vorträgen in der Region seine Erlebnisse nochmals Revue passieren lässt.

Reisebericht David Mehner erzählt am 26. Januar, 20 Uhr im Neuen Konsulat Annaberg über seine Tour durch Neuseeland.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...