Ärger um den runden Tisch

Der Gelenauer Gemeinderat hat sich konstituiert. Schon vorab gab es Diskussionen um die Sitzordnung.

Gelenau.

Am Ende der ersten Sitzung des neugewählten Gemeinderates gibt sich Knut Schreiter erleichtert. "Wir haben uns wacker geschlagen", resümiert der Gelenauer Bürgermeister, der froh darüber ist, dass die knapp zweieinhalb Stunden im Rathaussaal ohne größere Streitigkeiten über die Runden gegangen waren. Schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung hatte es besondere Wünsche für die Sitzordnung gegeben. Mehrere Räte wollten laut Knut Schreiter nicht neben David Schröer platziert werden, wohl aber dort, wo sie diesen "im Auge behalten können". Schröer ist Vorstandsmitglied des NPD-Kreisverbandes Erzgebirge und war als Kandidat der Liste Gelenau in den Gemeinderat eingezogen.

Anders als in anderen Orten sitzen die Gemeinderäte in Gelenau seit dem Umzug in den neuen Ratssaal vor sechs Jahren nicht mehr nach Fraktionen geordnet, sondern durchmischt am runden Tisch. Um "Berührungsängste abzubauen", sagt Bürgermeister Schreiter. An eben jenem runden Tisch im Gelenauer Ratsaal nahmen am Dienstagabend erstmalig auch sechs Gemeinderatneulinge ihren Platz ein. Nachteil der demokratischen Tafelrunde: Einige Volksvertreter müssen mit dem Rücken zum Publikum sitzen. Das betraf am Dienstag größtenteils die Neuzugänge. Im Anschluss der Sitzung habe es daher einige Beschwerden gegeben, berichtet Schreiter auch Nachfrage. Deswegen werde die Sitzordnung wohl noch einmal angepasst. Neben vier Kandidaten der Liste Gelenau brachte auch die Wählervereinigung Gelenau zwei ihrer Mitglieder in den Gemeinderat.


Während der Sitzung wählten die 16 anwesenden Mitglieder zudem Ole Fleischer (CDU) zum stellvertretenden und Hendrik Seibt (Gewerbetreibende für Gelenau) zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister. Abgestimmt wurde zudem über die Mitglieder des Verwaltungs-, des Technischen sowie des Kultur- und Sozialausschusses, dazu über die Vertreter des Rates im Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung der Gelenauer Wohnungsgesellschaft sowie der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes. Auf Initiative von Torsten Steidten (Linke) musste im Geheimen votiert werden. "Ich empfinde das als demokratischer", erklärte Steidten seinen Vorstoß, für den er Missmut bei einigen seiner Ratskollegen erntete.

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