Altes Stadtbad ist noch nicht verkauft

Trotz diverser Aktivitäten in und an dem Gebäude haben sich bisher keine weiteren Mietinteressenten gefunden. Das macht eine Veräußerung, die schon für Ende des vergangenen Jahres geplant war, schwierig.

Annaberg-Buchholz.

Der Plan ist (noch) nicht aufgegangen. Die Stadtwerke Annaberg-Buchholz als Eigentümer wollten bis Ende des vergangenen Jahres das Alte Stadtbad am Benediktplatz an die Frau beziehungsweise den Mann bringen. "Einen Investor dafür gibt es", hatte im Juli 2019 Udo Moritz, Technischer Leiter der Stadtwerke, versichert. Richtig, sagt Moritz heute. Die Verhandlungen mit ihm seien aufgenommen und äußerst intensiv geführt worden, aktuell aber noch nicht abgeschlossen. Während der Gespräche habe sich noch so manches Hindernis aufgetan, was es zu beseitigen gilt und was man im Vorfeld so gar nicht habe erkennen können. Positiv sei allerdings, dass der potenzielle Investor aus Annaberg auch weiterhin zu seinem Wort stehe.

Für eine Immobilie wie das 1906 errichtete Stadtbad sei es nicht einfach, ein nachhaltiges Nutzungskonzept zu entwickeln. Doch genau das wollen die Stadtwerke erreichen. Deshalb werde daran noch immer intensiv gearbeitet, würden Gespräche und Planungsrunden mit Mietinteressenten geführt - in die unterschiedlichsten Richtungen, ergänzt Kai Aschermann, Geschäftsführer der Stadtwerke. Ideen wie etwa die Einrichtung eines Bistros und einer Gastronomie seien ausreichend vorhanden, daran mangele es nicht. Jedoch schon bei den logistischen Herausforderungen, wie sie etwa eine Gastronomie erforderlich mache, finde man sich schnell in Detailfragen wieder, die die bislang aufgestellten Planungsansätze schnell wieder in Richtung Überarbeitung schicken.

Neben den ganzen Planungen habe die Suche nach Mietern für den rechten Teil des Stadtbades Priorität. Ziel sei es, deren Wünsche und Interessen - etwa bei den Zuschnitten der Räumlichkeiten - bereits in die Umbaupläne einfließen zu lassen. Konkret gehe es dabei um drei Etagen mit jeweils 280 Quadratmetern Nutzfläche. Diese würden sich optimal etwa für Start-ups, Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler oder ähnliche Berufsgruppen anbieten.

Für eine Etage sind Umbau und Nachnutzung bereits erfolgt. Das ist das zweite Untergeschoß, in dem die Stadtwerke mit ihrem Heizkraftwerk "Münzviertel" vollständig eingezogen sind. Dort arbeiten inzwischen vier Blockheizkraftwerke. Sie versorgen die Annaberger Innenstadt mit Fernwärme. Die ehemaligen Heizungsräume, Kohlenkeller und Nebengelasse des Stadtbades sind damit nicht mehr wiederzuerkennen. Auch das rückwärtige Außengelände hat sich positiv verändert. Die Oberfläche wurde befestigt, es gibt eine Einzäunung sowie eine entsprechende Zufahrt. Im Vorgriff auf eine Sanierung des Alten Stadtbades wurde der bisherige Edelstahlschornstein, der direkt an der Fassade befestigt war, zurückgebaut und verschrottet. Dessen Aufgabe erfüllt jetzt ein neu errichteter Schornstein.

Fertiggestellt ist ebenfalls inzwischen ein Parkplatz unmittelbar neben dem Stadtbad. Er verfügt über 31 Stellplätze, eine Schrankenanlage, Beleuchtung sowie eine Treppenanlage, die hinauf zur Straße Benediktplatz und damit zum Eingang des Stadtbades führt. Auch auf Grünanlagen sei während des Baus des Parkplatzes viel Wert gelegt worden, sagt Moritz. Zudem seien Voraussetzungen für den Aufbau von Elektroladesäulen getroffen worden, die bei Bedarf schnell errichtet werden können. Der Parkplatz sei sehr stark nachgefragt. Mit seiner Eröffnung im November 2019 waren alle Stellplätze bereits vermietet. Dabei handelt es sich allerdings um Monatsverträge, die sich automatisch verlängern. Damit könne man schnell reagieren, wenn sich Mieter für das Stadtbad finden, die dann Parkflächen benötigen.


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