Angebot an offenen Stellen steigt wieder

Arbeitsmarkt: Anträge auf Kurzarbeit gehen auch im Erzgebirgskreis zurück

Annaberg-Buchholz.

Trotz der wieder leicht gestiegenen Anzahl Arbeitsloser im Erzgebirgskreis sieht Nino Sciretta momentan "keine düsteren Wolken" aufziehen, vielmehr entwickele sich der Arbeitsmarkt insgesamt in die richtige Richtung. Als ein Indiz dafür wertet der Leiter der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz unter anderem die 570 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit. Zudem agierten die Personaldienstleister mittlerweile wieder am Markt. Zum anderen sei bereits im dritten Monat in Folge ein kontinuierlicher Zuwachs bei den Stellenofferten zu verzeichnen - die meisten davon im verarbeitenden Gewerbe.

Als große Unbekannte gilt in dem Zusammenhang weiterhin die Kurzarbeit. "Die bewegt sich zwar weiterhin auf einem sehr hohen Niveau", erläutert Nino Sciretta. Es sei aber im Erzgebirge - wie auch bundesweit - ein "moderater Rückgang" zu verzeichnen. Insgesamt habe sich die Anzahl der Anträge halbiert. So gab es laut Agenturleiter im August 38 Anzeigen für 510 Personen. "Damit gingen die Anzeigen gegenüber Juli nochmals zurück. Vor vier Wochen waren es noch 77 Anzeigen für 1021 Arbeitnehmer", konstatiert Nino Sciretta. Seit März sei damit für insgesamt 54.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeit in mehr als 5000 Betrieben angezeigt worden - bei insgesamt etwa 9000 Unternehmen mit mindestens einem Beschäftigen im Erzgebirge mehr als die Hälfte. Es werde aber bei weitem nicht alles auch tatsächlich beantragt, was angezeigt worden sei.

Für das Kurzarbeitergeld gilt: Es beträgt grundsätzlich 60 Prozent beziehungsweise 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgeltes bei Beschäftigten mit mindestens einem Kind, erläutert Simone Heinrich, Pressesprecherin der Agentur. Ist das Entgelt im jeweiligen Kalendermonat um mindestens die Hälfte verringert, so erhöht sich ab dem vierten Bezugsmonat - gerechnet ab März 2020 - das Kurzarbeitergeld auf 70 oder 77 Prozent. Ab dem siebten Bezugsmonat steigt es nochmals auf 80 beziehungsweise 87 Prozent des entfallenen Nettoentgelts. Nach dem neusten Beschluss der Regierung gilt die Kurzarbeitergeld-Regelung nunmehr bis Ende kommenden Jahres.

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