Angeklagter zu Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Schwarzenberger wegen zahlreicher Beleidigungen bereits polizeibekannt

Aue/Schwarzenberg.

Das Urteil am Amtsgericht Aue in dieser Woche hat einem 48-Jährigen aus Schwarzenberg eine weitere Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt auf Bewährung, gebracht. Vom Landgericht Chemnitz war er bereits im Januar 2017 in einer Berufungsverhandlung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Die Strafe wurde gegen ihn wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in vier Fällen, wegen Störung des öffentlichen Friedens, wegen Beleidigung in drei Fällen und in einem Fall in Tateinheit mit Bedrohung verhängt.

Als Richter Lutz Herrmann das Urteil verlas, war der Angeklagte schon nicht mehr im Gerichtssaal. Herrmann hatte ihm freigestellt, diesen zu verlassen, nachdem der 48-Jährige eine Diskussion um die Befugnisse des Richters angezettelt hatte. Das gipfelte darin, dass er dem Richter riet, sich gut zu überlegen, was er tut. Schon zuvor hatte er in einem Rundumschlag verbal Staatsanwaltschaft, Polizei und den Staat allgemein angegriffen. Für seine Anrufe, regelmäßig auch mit beleidigendem oder drohendem Inhalt, ist er bereits bei der Polizei und bei Gericht bekannt. Das bestätigte eine als Zeugin gerufene Polizeibeamte vor Gericht. Sie sprach von einem Telefonat, in welchem der Angeklagte Kolleginnen als dumm bezeichnete. Die Auer Polizisten hätten schon eine Liste geführt, wie oft der Angeklagte angerufen habe. In einigen Fällen stellten die Beamten Anzeigen. Ebenfalls eine Anzeige wegen Bedrohung stellte ein weiterer Zeuge, der Ärger bekam, weil in der Garage des Angeklagten der Stromzähler ausgetauscht wurde. Er soll gesagt haben: "Ich mach' dich tot."

Der Verteidiger sprach allerdings von zweifelhaften Vorwürfen und dass sie für ihn unterm Strich "nicht hinreichend nachgewiesen seien". Er sah einen "Belastungseifer". Er räumte ein, dass sein Mandant "nicht unbedingt zurückhaltend sei", seine Angriffe seien aber immer "nur verbal" gewesen. Der Verteidiger beantragte Freispruch in allen Punkten.

Der Schwarzenberger hat bereits elf Vorstrafen "gesammelt": Nötigung, Unterschlagung, Beleidigung, falsche Verdächtigung, Bedrohung, Amtsanmaßung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, vorsätzliche Körperverletzung und Sachbeschädigung, verlas Richter Herrmann. Der Angeklagte, "eine narzisstische Persönlichkeit", gehe mit seinem Umfeld nicht gerade zimperlich um, sagte er. Herrmann vermutet, dass viele der beleidigenden Äußerungen und Telefonate des Angeklagten unter den Tisch gefallen sein könnten, da sie nicht zur Anzeige gebracht wurden. Angesichts der Häufung könne man mit einer Geldstrafe nicht mehr angemessen reagieren.

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