Annaberg will Betriebe mit neuem Industriegebiet anlocken

Die Kreisstadt hat Voraussetzungen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen geschaffen. An der B 101 stehen 14 Hektar für die Industrie zur Verfügung. Seit den ersten Planungen bis zum jetzigen Baurecht vergingen zehn Jahre. Rund eine Million Euro flossen bereits in das Vorhaben.

Annaberg-Buchholz.

Grüne Wiese, ein schmale Straße, ländliche Idylle: Noch erinnert das Areal an der B 101 zwischen Annaberg-Buchholz und Thermalbad Wiesenbad eher an eine Landwirtschaftsfläche. Doch schon bald sollen sich genau an dieser Stelle auf einer Fläche von zunächst 14 Hektar viele Unternehmen ansiedeln. Seit Kurzem besteht für das neue Industriegebiet Baurecht. Sobald sich also die ersten Interessent melden, kann es losgehen.

"Der Prozess hat zirka zehn Jahre gedauert", sagte Annabergs Oberbürgermeister Rolf Schmidt gestern bei der offiziellen Vorstellung des neuen Industriestandortes. Die vorhandenen Gewerbe- und Mischgebiete in der Kreisstadt - seit der politischen Wende wurden vier erschlossen - seien bis auf kleine Restflächen ausgelastet. Außerdem mangelt es schon seit Langem an geeignet großen Flächen für das produzierende Gewerbe. In den vergangenen Jahren konnten daher einige vorhandene Anfragen nicht befriedigt werden. Das soll sich nun ändern.

"Wir hatten als Stadt schon immer Bedarf an einem reinen Industriegebiet", erklärte Baubürgermeister Thomas Proksch. Rund eine Million Euro - unter anderem für Planungen und Flächenankäufe - investierte die Stadt Annaberg-Buchholz in den vergangenen Jahren in dieses Vorhaben. Die Voraussetzungen am neuen Standort seien hervorragend. Nun könne man große zusammenhängende Flächen anbieten. Favorisiert werden daher Firmen mit einem Flächenbedarf von mindestens drei Hektar. Einzelhandel oder Autohäuser werde es in dem neuen Industriegebiet nicht geben. Das Angebot wurde gezielt für das produzierende Gewerbe geschaffen. Oberbürgermeister Schmidt betonte zudem, dass schnelles Internet sowie eine Gas-Hochdruckleitung besondere Pluspunkte des neuen Gebietes seien. Gerade für energieintensive Betriebe sei der Standort aufgrund der Erschließung und Versorgung ideal.

Doch die Stadt will bei potenziellen Investoren nicht nur mit Größe, Energie und Internet punkten. Auch die Lage des neuen Industriegebietes sei von Vorteil. Das ausgedehnte, relativ ebene Areal liege verkehrsgünstig an der B 101. Die zentrale Lage biete kurze Wege zu Kooperationspartnern, Zulieferern und Finalproduzenten. Außerdem befindet sich das Gebiet am Stadtrand und in unmittelbarer Nähe eines bestehenden Gewerbegebietes, wodurch es bei Neuansiedlungen kaum Konfliktpotenzial geben werde.

Dass Annaberg-Buchholz mit dem Industriegebiet eine Lücke in der Region und im gesamten Erzgebirge schließt, bestätigt auch Jan Kammerl von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Die meisten Gewerbegebiete seien ausgelastet. "Wir suchen händeringend und permanent Flächen", so der Geschäftsbereichsleiter für Wirtschaftsservice und Fachkräfte. Es habe sogar bereits eine konkrete Anfrage für das neue Gebiet in der Kreisstadt gegeben. Entschieden sei diesbezüglich allerdings noch nichts. Daher könne auch noch nicht gesagt werden, wann der erste Spatenstich für das erste Unternehmen im neuen Industriegebiet zelebriert wird. Oberbürgermeister Rolf Schmidt hofft natürlich, dass es so schnell wie möglich losgeht.

Und sollten die 14 Hektar nicht ausreichen, könne das Gebiet noch deutlich erweitert werden. Unter anderem sei perspektivisch ein Lückenschluss zum bestehenden Gewerbegebiet vorgesehen.

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