Arbeitslosenanzahl in der Region steigt im Mai weiter

8921 Frauen und Männer sind gegenwärtig im Erzgebirgskreis ohne Job - 300 mehr als noch im April. Bei der Kurzarbeit zeichnet sich dagegen leichte Entspannung ab.

Annaberg-Buchholz.

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind auch auf dem Arbeitsmarkt im Erzgebirgskreis deutlich spürbar: 8921 Frauen und Männer sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 300 Erzgebirger mehr als noch im April und 1407 mehr als vor einem Jahr, konstatiert Katrin Steyer, operative Geschäftsführerin in der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz. Den Anstieg führt sie dabei im Wesentlichen auf drei Faktoren zurück: auf mehr Entlassungen, weniger Einstellungen und eine geringere Inanspruchnahme arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen. "Viele Fördermaßnahmen sind seit Mitte März ausgesetzt oder unterbrochen und laufen erst allmählich wieder an. Das führt dazu, dass sich in den zurückliegenden vier Wochen deutlich weniger Menschen in Maßnahmen befanden", erläutert sie.

Zugleich macht sie aber auch deutlich, dass nach wie vor die Kurzarbeit einen höheren Anstieg bei der Anzahl der Arbeitslosen verhindert. 236 Unternehmen haben im Mai in der Region Kurzarbeit beantragt - für 2850 Beschäftigte. Damit zeichnet sich in diesem Bereich eine erste leichte Entspannung ab, hatten doch in den beiden vorangegangenen Monaten deutlich mehr Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Den Höchststand hatte die hiesige Arbeitsagentur im April mit insgesamt betroffenen 24.989 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verzeichnet. Ein Trend, der in ganz Sachsen spürbar ist. Im Freistaat haben nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Agentur für Arbeit 2539 Betriebe Kurzarbeit angezeigt - für 31.722 Beschäftigte. In den beiden Monaten März und April waren es 58.565 Betriebe und betroffen waren 544.633 Personen. Und dabei könnte der tatsächliche Umgang mit der Kurzarbeit noch geringer ausfallen. Denn unabhängig von einer entsprechenden Anzeige seien erst mit dem abschließenden Antrag auf Auszahlung des Geldes der konkrete Umfang des Arbeitsausfalls und die davon betroffenen Beschäftigten ersichtlich.

Positive Signale gibt es auch aus dem Arbeitgeberservice: Dort konnten in den zurückliegenden vier Wochen 261 neue Stellen registriert werden, sodass der aktuelle Stellenbestand 2321 Offerten beinhaltet. Damit sei zwar das Niveau des Vorjahres noch längst nicht wieder erreicht - dazu fehlen noch knapp 40 Prozent. Aber es sei spürbar, heißt es, dass sich die Auftragslage in den Unternehmen der Region bessert.

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