Auf Suche nach den Ideen der Jungen

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

In vier Kommunen will Sina Schubert die Kinder-, Jugend- und Familien- arbeit vorantreiben. Trotz erster Erfolge sieht die Gelenauerin darin einen langwierigen Prozess.

Gelenau/Thum.

Jugendliche zu sehen, wie sie mit Farbspraydosen ihrer Kreativität freien Lauf lassen, ist für Sina Schubert ein erster Erfolg. Der viertägige Graffiti-Workshop, der in der vergangenen Woche in Thum sehr gut ankam, stelle aber nur einen ersten kleinen Schritt auf einem langen Weg dar. "Erste Projekte werden bereits realisiert, aber noch bin ich in der Findungsphase", gesteht die 31-Jährige, die seit dem Frühjahr bei der Gemeinde Drebach als Fachkraft für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit angestellt ist.

Als Teil des Regionalteams Erzgebirge kümmert sich Sina Schubert nicht nur in Drebach um die Belange der jungen Generation. "Neben Thum gehören auch Großolbersdorf und Gelenau zu den Kommunen, die ich betreue", erklärt die studierte Sozialarbeiterin. Mit dem Sommercamp in Gelenauer Freibad, das sie gemeinsam mit dem Kreissportbund organisiert, geht es nun im Gelenauer Freibad weiter. Für Sina Schubert ein kurzer Weg, denn Gelenau ist ihr Heimatort. Dort hat sie als Jugendliche einst selbst erlebt, wie wichtig es ist, wahrgenommen zu werden und und das Gefühl zu verspüren, etwas bewegen zu können. Es war ein Grund dafür, dass sie Sozialarbeit studierte. Ein Job, der sie zunächst in die Elementarpädagogik einer Kita und später zur Arbeit mit Jugendlichen am Annaberger Institut für Ausbildung führte.

Eine neue Herausforderung suchte und fand sie, als nach dem Jahreswechsel in Drebach ein Nachfolger für Andreas Gerlach gesucht wurde. "Er hat wichtige Vorarbeit geleistet und mir viele Ansprechpartner empfohlen", sagt Sina Schubert über ihren Vorgänger. Wie er vor vier Jahren muss nun auch sie neue Kontakte knüpfen und eine Art Netzwerk aufbauen. Einfach ist das keineswegs, was nicht nur an den im Frühjahr noch gültigen Coronabeschränkungen liegt. "Am Anfang fand der Austausch meistens noch online statt", berichtet die 31-Jährige, die einen großen Aufgabenbereich hat: "Im Prinzip betrifft es alles, was mit Kindern, der Jugend und Familien zu tun hat. Das macht die Arbeit schwierig, ist aber zugleich auch das Schöne an diesem Job."

Den Ideen seien keine Grenzen gesetzt. Doch um diese annehmen und realisieren zu können, muss sie die Visionen erst einmal finden. Selbst macht sich Sina Schubert natürlich auch viele Gedanken, aber in erster Linie sollen die Ideen von der jungen Generation selbst kommen. "Das ist mit dem Begriff offene Kinder- und Jugendarbeit gemeint", erklärt Sina Schubert. Froh war sie deshalb, dass mit den steigenden Temperaturen auch die Zahl der Feste zunahm. Egal, ob von Kommunen, Firmen oder Privatpersonen organisiert: Bei Veranstaltungen ist die Sozialarbeiterin gern vor Ort, um direkt mit jungen Menschen oder auch deren Eltern in Kontakt zu kommen. "Es sind immer schöne Momente, wenn jemand auf einen zukommt und Anregungen äußert oder ein Feedback gibt", so die 31-Jährige über ihre Erfahrungen.

Dass sie trotz vieler Treffen auf den großen Aha-Moment noch wartet, verwundert Sina Schubert nicht. "Meine Arbeit ist ein langwieriger Prozess, bei dem man viel Geduld mitbringen, viele Klinken putzen und viel Präsenz zeigen muss." Mit Präsenz sind nicht nur Auftritte bei Veranstaltungen gemeint, sondern auch Beiträge in Amtsblättern und sozialen Medien.

Zum Beispiel will Sina Schubert in Gelenau mithilfe einer Umfrage herausfinden, was sich Jugendliche dort wünschen. Dort gebe es noch keinen festen Anlaufpunkt für Vertreter der jungen Generation. Ziel sei, in allen Kommunen Jugendgruppen zu etablieren. In Drebach sei das schon gelungen. Ebenso wie in Thum, wo der Graffiti-Workshop der Entwicklung des Jugendclubs einen weiteren Schub gegeben hat.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.