Bäckereien aus dem Erzgebirge stellen sich Stollen-Jury

Aussehen, Geschmack, Rosinenverteilung: Wer den perfekten Stollen backen will, muss eine Menge beachten. Trotz strengem Urteil überzeugten zum Stollentag gleich 16 Exemplare.

Annaberg-Buchholz.

Wer backt den besten Stollen? Mit dieser Frage befassten sich gestern zum 18. Erzgebirgischen Stollentag in Annaberg-Buchholz wieder drei Experten. Bereits am Morgen begann die Stollenprüfung. 38 Bäckereien aus dem Erzgebirge und Chemnitz beteiligten sich an dem Wettbewerb der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Die Medaillen werden dabei in Gold, Silber und Bronze vergeben.

Stück für Stück testeten André Bernatzky, Richard Schulz und Uto Stieberger die eingereichten Stollen. Die Proben werden anonymisiert, sodass die Prüfer nicht wissen, aus welcher Bäckerei der jeweilige Stollen kommt. Doch auch wenn sie jeweils nur ein kleines Stück probierten, kamen sie am Ende auf rund ein Kilogramm Stollen pro Nase, schätzte André Bernatzky. Um den puren Geschmack einschätzen zu können, wurde der meiste Zucker vor dem Essen abgeklopft. In fünf Kategorien - Form und Aussehen, Oberfläche und Krusteneigenschaften, Lockerheit und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack - können die Teilnehmer 100 Punkte sammeln. Fast die Hälfte davon sind in der Kategorie Geruch und Geschmack erreichbar. Doch auch die richtige Verteilung der Rosinen, eine schöne Form, die richtige Backzeit und vieles mehr spielten am Ende eine Rolle.

In diesem Jahr überzeugten gleich 16 Stollen auf ganzer Linie, erklärte Michael Weisbach, Bäckermeister aus Königswalde und Innungsobermeister. So oft wurde eine Goldmedaille vergeben. 20 Exemplare erhielten sie in Silber und zwei in Bronze. Das heißt, kein Stollen ist durchgefallen. Und das obwohl die Jury von sich selbst sagt, sehr streng zu bewerten. Doch das gute Gesamtergebnis kommt für die Experten nicht überraschend. Immerhin steigt die Qualität von Jahr zu Jahr immer weiter an. Und in den Bewertungsunterlagen werden auch Tipps mitgeteilt. So empfahlen die Prüfer bei einem Exemplar zum Beispiel einen höheren Butteranteil. Und was wurde aus dem übrigen Stollen? Den verputzten die Besucher des Erzhammers am Nachmittag.

Gold erhielten in diesem Jahr die Bäckereien Jähn aus Dorfchemnitz, Seifert aus Leukersdorf, Seidel aus Gelenau, Haase aus Scharfenstein, Loos aus Antonsthal, Nönnig aus Ehrenfriedersdorf, Göpfert aus Krumhermersdorf, Werner aus Chemnitz, Morgenstern aus Lengefeld, Maneck aus Gelenau, Schulz aus Annaberg-Buchholz, Wolter aus Mildenau, Kreißl aus Scheibenberg, Melzer aus Marienberg sowie die Annaberger Backwaren und das Café Schreiber aus Schlettau.

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