Berghotel Pöhlberg: Pächter räumt mit Gerüchten über Schließung auf

Das Haus auf mehr als 830 Metern Höhe startet neu durch. Seit Ende 2019 sind alle Gästezimmer komplett saniert worden. Und auch in diesem Jahr plant die Kreisstadt als Eigentümerin weitere Investitionen.

Annaberg-Buchholz.

Immer wieder haben in jüngster Vergangenheit Gerüchte die Runde gemacht, dass das Berghotel Pöhlberg in Annaberg-Buchholz kurz vor dem Aus steht. Mit Beginn des Jahres wusste es der Buschfunk dann ganz genau. Das Haus schließt, hieß es. Davon war allerdings weder im Rathaus etwas bekannt - die Kreisstadt ist Eigentümerin des Objektes - noch konnte Inhaber Gaston Deckert die Gerüchte bestätigen. Im Gegenteil, er kann nach Abschluss der Komplettsanierung aller Hotelzimmer zum Jahresende 2019 jetzt so richtig durchstarten. Denn mit den neuen Bildern der modern gestalteten Zimmer in den einschlägigen Internetportalen ist schlagartig die Nachfrage und letztlich auch die Kundenzufriedenheit gestiegen, sagt der Gastronom.

Deckert ist seit 2007 Pächter des Berghotels. Die vergangenen Jahre seien nicht ganz einfach gewesen, weil eben der Zimmerstandard den Charme von 1990 aufwies. Und davon seien immer mehr Gäste nicht so begeistert gewesen. Insofern habe es ihn gefreut, als in Regie der Stadt 2017 mit der Sanierung und Modernisierung der insgesamt 13 Zimmer mit ihren 32 Betten begonnen wurde. In drei Abschnitten investierte Annaberg-Buchholz bis Ende vergangenen Jahres insgesamt etwas mehr als 306.000 Euro, sagt Rathaussprecher Matthias Förster. Für das Geld wurden die Möbel, Bodenbeläge und Leuchten sowie teilweise die Heizungs- und Elektroanlagen erneuert. Zudem erhielten die dazugehörigen Sanitärräume ein modernes Design mit neuen Fliesen, Duschen, WC und Waschbecken. Laut Förster hatte die Stadt dafür sogar eine Innenarchitektin engagiert.

Und dabei soll es nicht bleiben. In diesem Jahr ist vorgesehen, die Holzelemente an der Fassade aufzuarbeiten und mit einem neuen Anstrich zu versehen. In den nächsten Jahren ist geplant, den Küchentrakt zeitgemäß umzugestalten, zu modernisieren und eventuell zu erweitern. "Unser traditionsreiches Berghotel soll auch in Zukunft ein gern besuchter Ort sein. Wir wollen ganz bewusst für unsere Gäste und den Pächter gute Bedingungen schaffen", erklärt Oberbürgermeister Rolf Schmidt.

Damit das Geschäft auch im Anschluss an die intensive Weihnachtszeit brummt, hofft Deckert spätestens Ende Januar auf möglichst viel Schnee. Dann haben die Berliner Winterferien, die viele gern im Erzgebirge verbringen, weiß der Gastronom aus Erfahrung.

Das Team im Berghotel Pöhlberg umfasst aktuell neun Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte sowie einen Auszubildenden. Das ist Deckerts Sohn Paul, der den Beruf des Hotelfachmanns erlernt. Gern würde Deckert noch mehr ausbilden. Allerdings gehe das Interesse für die Gastronomie hierzulande gen Null. "Die Leute wollen alle nur noch über die Woche hinweg arbeiten, nicht aber am Wochenende", sagt er. Da helfe oftmals selbst ein Feiertagszuschlag nicht. Deshalb müsse man schauen, wie man dennoch die Leute, die man hat, bei Laune halten kann. Dahingehend habe er in seiner mehr als 30-jährigen Gastronomen-Laufbahn zum Jahreswechsel erstmals keine Silvesterfeier veranstaltet. "Dadurch konnte ein Teil der Belegschaft Silvester und der andere Teil Neujahr frei machen. Das ist sehr gut angekommen", so Deckert.

Und woher stammen nun die Gerüchte? Für Gaston Deckert sind daran zwei Informationen schuld, die relativ zeitgleich bei vielen Menschen in der Region angekommen sind. Das sei einmal die Nachricht von der Schließung des Berghotels auf dem Bärenstein gewesen, an dem Deckert keine Aktie hat. Dazu sei gekommen, dass Deckert dass "Roß" in Zwönitz nach nur reichlich einem Jahr wieder abgibt. Laut Deckert wollte sich der Küchenchef dort selbstständig machen, wäre damit weg gewesen. "Um das zu verhindern, haben wir ihm das Roß übergeben", so Deckert. Der zweite Koch in Zwönitz sei indes mittlerweile auf den Pöhlberg gewechselt.


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