Besuch im Thermalbad: Planschen in heilendem Wasser

Manchmal liegt das Gute direkt vor der Haustür. "Freie Presse" stellt Aktivitäten vor, die man in der Region einmal erleben sollte.

Thermalbad Wiesenbad.

Luftblasen blubbern, auf der anderen Seite des Beckens schießt ein kräftiger Wasserstrahl aus einer Art Wasserhahn im XXL-Format. Dampf steigt in den abendlichen Himmel hinauf. Das 33 Grad warme Außenbecken der Therme "Miriquidi" in Thermalbad Wiesenbad gehört zu den Lieblingsbassins der Besucher. Auch am Abend meines Besuchs tummeln sich etliche Gäste im Wasser. Die einen sind auf Kur in der Rehabilitationsklinik, zu der die Therme gehört, andere nutzen die Zeiten, in denen das Bad für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, um Entspannung und Erholung zu suchen.

Bereits vor Hunderten von Jahren kamen Menschen wegen des besonderen Wassers in den Ort. Im Jahr 1500 soll ein Schäfer in der Rosenaue eine warme Quelle entdeckt haben. Ein Jahr später fasste der Rittergutsbesitzer Hans Friedrich die sogenannte Hiobsquelle. Das war aber noch nicht die Quelle, die heute die vier Thermalbecken füllt. Das Wasser kommt aus der Georgsquelle. Wenn es aus der Erde kommt, hat es bereits eine Temperatur von 26 Grad Celsius. Für den Einsatz in den Therapiebecken wird es noch einmal zusätzlich auf 31 bis 35 Grad erwärmt. Am kühlsten, wenn man es so nennen will, ist es im sogenannten Bewegungsbecken.

Bei meinem Besuch der Therme findet darin gerade ein Aquafitness-Kurs statt. Während die Teilnehmer mit Hanteln in den Händen etwas für ihren Körper tun, entscheide ich mich für Entspannung pur. Also erst einmal raus ins Freibecken. Massagedüsen, Nackenduschen, Sprudelbänke ... die sogenannten Badeattraktionen sind nur an, wenn auch die Öffentlichkeit Zutritt zum Bad hat. Unter der Woche bleibt das Bad tagsüber den Reha-Patienten vorbehalten. Nachmittags kann jeder der will die Therme besuchen. Montag und Freitag ist von 14 bis 21 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 16 bis 21 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt für zwei Stunden kostet 9,50 Euro, es gibt unter anderem auch einen Feierabendtarif. Doch zurück ins Wasser. Mit 35 Grad Celsius am wärmsten sind das Therapie- und Strömungsbecken. Bei einer durchgehenden Wassertiefe von 1,35 Meter kann man überall bequem stehen. Auch ein paar Schwimmzüge sind möglich. Doch am häufigsten sehe ich - und ich tue es ihnen gleich - die Besucher entspannt am Rand stehen, ein bisschen mit den Beinen treten oder wackeln, ein Schwätzchen halten, entspannen. Im Freibecken komme ich später mit zwei Besuchern ins Gespräch, die zuvor einen Präventionskurs im Gesundheitsstudio absolviert haben. Danach gönnen sie sich stets noch einen Abstecher in die Therme. Das entspanne die Muskeln, erzählt die Frau. Mit Muskelkater nach dem Sport habe sie so keine Probleme. Laut Angaben der Gesellschaft für Kur und Rehabilitation ist das Wasser fluorid- und kohlensäurehaltig. Dadurch habe es einen entspannenden und schmerzlindernden Effekt. Seit 1998 ist die Georgsquelle staatlich anerkannte Heilquelle für Trink- und Badekuren.

Neben Wasser hat die Therme "Miriquidi" auch noch mehr zu bieten. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit finde ich die Sonnenliegen mit UV-Bestrahlung toll. Erstens ist es darunter schön warm und zweitens hell. Es entsteht wahrlich der Eindruck, ein Sonnenbad zu nehmen. Und wer noch etwas mehr Wärme braucht, kann in die Sauna gehen. Es gibt eine klassische Finnische Sauna und eine Dampfgrotte. Verglichen mit anderen Einrichtungen sehr reduziert, aber um ehrlich zu sein für einen abendlichen Besuch nach der Arbeit völlig ausreichend. Auf ganztägige Aufenthalte ist die Therme ohnehin nicht ausgelegt. Hier steht der Gesundheitsaspekt im Vordergrund, die Zeit im Wasser.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.