Betrieb bei Preßnitztalbahn läuft auf Sparflamme

Ostern und Pfingsten herrscht bei den Bahnern Hochkonjunktur - in normalen Jahren. Wie geht es in der aktuellen schwierigen Situation weiter?

Jöhstadt.

Die Situation beschreibt Gerald Seifert, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn in Jöhstadt, folgendermaßen: "Wir sind alle noch in Ordnung, aber wir leben vom Eingemachten. Oder anders ausgedrückt, für uns geht es ums Eingemachte." Es sei schwierig, die fünf hauptamtlichen Leute des Vereins, die unbedingt benötigt würden, weiter zu beschäftigen, so der Geschäftsführer. Auch beim sonst so rührigen Verein bleibt durch die Corona-Krise der Dampf aus. "Die Leute, die noch da sind, kümmern sich um viele notwendige Dinge, um allerhand wichtigen Kleinkram und Instandhaltungsarbeiten, die bei dem vorhandenen Personalbestand auf Sparflamme laufen", so der zweite Vereinsvorsitzende.

Verantwortlich dafür sind die auch den Eisenbahnern verständlichen Sicherheitsbestimmungen wie die Kontaktsperre oder die bis zuletzt bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Das Problem: Der mehrere Hundert Mitstreiter zählende Verein ist international aufgestellt. "Unsere Mitglieder kommen von überallher. Zum Beispiel wollten Helfer aus München zu uns kommen, aber das geht nun mal nicht", so Seifert. Und die finanziellen Verluste für den Verein, der die rund acht Kilometer lange Museumsbahn zwischen Steinbach und Jöhstadt mit viel Herzblut betreibt, seien enorm. Trotz des ehrenamtlichen Engagements wird Geld dringend benötigt, etwa für anstehende Instandhaltungen.

Die Fahrtage an Ostern und über Pfingsten sind die zwei größten Veranstaltungen des Vereins im Jahr. An Ostern kommen durchschnittlich um die 4500 Gäste. Die entsprechenden Einnahmen sind durch den Ausfall der Fahrtage der Museumsbahn zum Osterfest schon mal verloren gegangen. "Pfingsten sind in den letzten Jahren immer um die 5000 bis 6000 Leute gekommen, die nicht nur Bahn gefahren sind, sondern unsere Ausstellungen und Veranstaltungen über die Pfingstfeiertage besucht haben", so Gerald Seifert. Nein, jammern ist wahrlich nicht das Ding der Preßnitztalbahner. "Aber wenn die Fahrtage über Pfingsten auch noch wegfallen, dann wäre das für uns eine Katastrophe." Pessimismus ist durchaus angebracht: Bis 31. August sind zumindest sämtliche Großveranstaltungen untersagt. "Aber wir bräuchten dann schon mal eine klare Aussage, wie eine Großveranstaltung definiert ist", so der Geschäftsführer. Und bei noch einem Problem wollen die Jöhstädter so schnell als möglich klare Richtlinien. "Auch wir als Verein hoffen auf eine Unterstützung vom Freistaat Sachsen", so Seifert.

Nachdem die Osterfahrtage bereits ins Wasser gefallen sind, ist auch eine anstehende Fotoveranstaltung auf Ende September verlegt worden. Auch die Fahrtage über den Sommer stehen in den Sternen. "Aber wir kämpfen weiter", so Gerald Seifert. Immerhin: Die Geschäftsstelle des Vereins ist weiterhin telefonisch und außerdem per E-Mail erreichbar.

E-Mail: verein@pressnitztalbahn.de

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