Blackout: RVE vollzieht Stresstest

Was geht noch, wenn der Strom weg ist? Das wollte die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH genau wissen. Und das war gut so.

Annaberg-Buchholz.

Wenn nichts mehr geht, sollen wenigstens die Busse noch fahren. Und die werden bei einem Blackout - einem großflächigen, dauerhaften Stromausfall - gebraucht. "Etwa, um Evakuierungen durchzuführen", sagt Sören Wünsche, Leiter Technik bei der Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) GmbH.

Dass die Fahrzeuge im Katastrophenfall weiter rollen, ist allerdings nicht selbstverständlich. Eine elementare Voraussetzung dafür ist es, dass die Zapfsäulen der hauseigenen Tankstelle funktionieren. Wichtig ist ferner, dass die Leitstelle am Annaberger Busbahnhof arbeiten kann. Die dort vorhandene Technik, zu der Computer ebenso zählen wie das Ortungssystem der Busse, benötigt unweigerlich Strom. Der kann im Fall eines Blackouts nur per Notstromaggregat zur Verfügung gestellt werden. Und genau das hat die RVE in dieser Woche getestet, was sich als durchaus sinnvoll erwiesen hat. Denn hier und da hakten die Systeme. So wurde etwa beim Versuch, die Leitstelle mittels Notstromgerät zu versorgen festgestellt, dass das dort eingesetzte Gerät nicht passt. Die Leistung, die es zur Verfügung stellte, passte, aber nicht die Frequenz. Die beträgt im normalen Stromnetz 50 Hertz. Das Notstromgerät aber lieferte laut Wünsche nur um die 48 Hertz. Damit aber kam die nachgelagerte Technik, die sogenannten unterbrechungsfreien Stromversorgungsgeräte (USV) nicht klar. USV's sind dafür da, bei Störungen im Stromnetz beziehungsweise kurzen Ausfällen wichtigen Geräten ohne Unterbrechung weiter Strom zu liefern. Weil sie allerdings mit Akkus arbeiten, kann ein USV nur eine bestimmte Zeit überbrücken. Ein Notstromgerät wird dadurch nicht ersetzt.

Torsten Kleditzsch

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Im Gebäude der RVE-Geschäftsführung an der Geyersdorfer Straße in Annaberg funktionierte der Stresstest mit einem anderen, wesentlich größeren Notstromgerät besser, wenn auch noch nicht wie gewünscht. So schaltete das rund 14.000 Euro teure Gerät etwa nach rund zehn Minuten ohne ersichtlichen Grund ab. "Wie man daran sieht, ist es einfach nötig, dass wir das testen", sagt Wünsche.

Im Ernstfall könnte über die Busse beziehungsweise deren Fahrer, die ja überall unterwegs sind, auch die Bevölkerung mit aktuellen Informationen versorgt werden. Wie genau das funktionieren kann und noch vieles mehr wird in einer beim Landkreis angesiedelten Arbeitsgruppe entwickelt, die sich im März erstmals getroffen hat. Ihr Ziel ist es, eine Handreichung für alle wichtigen Behörden und Einrichtungen zu erstellen, in der geregelt ist, wer mit wem im Ernstfall wie kommuniziert, welche Ressourcen vorhanden sind und wie diese genutzt werden können.

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