Blaulichtgottesdienst hat sich in zehn Jahren etabliert

Bei Familie Thiele engagieren sich viele Mitglieder in der Feuerwehr. Allein seit 1971 ist Uta Thiele mit dabei - seit einem Jahrzehnt zudem in besonderer Mission.

Scheibenberg.

Einen Gottesdienst auf einem Sportplatz gibt es nicht alle Tage - noch weniger einen Blaulichtgottesdienst. Auf dem Areal in Scheibenberg hat es am Sonntag schon den zweiten gegeben. Denn auf genau jenem Platz war vor zehn Jahren die Tradition der Blaulichtgottesdienste im Erzgebirge begründet worden. Dass die Veranstaltung nunmehr ihr zehnjähriges Bestehen feiern würde, hat zum damaligen Zeitpunkt keiner geahnt - am wenigsten Initiatorin und Organisatorin Uta Thiele. Sie wurde für ihr Engagement am Sonntag mit der Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Erzgebirge ausgezeichnet.

Seit Jahrzehnten Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Scheibenberg, hat sie sich mit dieser Idee schon viele Jahre vor der ersten Veranstaltung beschäftigt. Auslöser war ein schwerer Verkehrsunfall im Jahr 2003 am Ortsausgang von Scheibenberg in Richtung Crottendorf gewesen. Vier junge Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Uta Thiele hat dieses tragische Ereignis zu der Überlegung veranlasst, wie man Einsatzkräften aller Blaulichtorganisationen - angefangen von der Feuerwehr, über Hilfsorganisationen bis hin zur Polizei - eine Möglichkeit bieten kann, über solche schlimmen Ereignisse ins Gespräch zu kommen und sie so besser verarbeiten zu können. Ein ökumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel schien ihr der richtige Gedanke. Denn Uta Thiele war es wichtig, dass auch nicht mit dem Glauben verwurzelte Einsatzkräfte und Gäste teilnehmen können.

"Für die Organisation der ersten Veranstaltung habe ich etwa anderthalb Jahre gebraucht", erinnert sich die Taxifahrerin, die damals noch im Drei-Schicht-System gearbeitet hat. Von der Idee begeistert waren von Anfang an Andreas Möckel von den Maltesern, zugleich Leitstellendisponent und Mitglied der Feuerwehr Buchholz, sowie der evangelische Pfarrer der Bundespolizei Wolfram Schmidt und sein katholischer Amtskollege Pfarrer Andrzej Malachowski. Mit dabei ist zudem Scheibenbergs Pfarrer Stephan Schmidt-Brücken. Die Hauptverantwortung trägt aber nach wie vor Uta Thiele - und das nach wie vor ehrenamtlich. Umso größer war am Sonntag die Überraschung für sie, als ihr von Paul Schaarschmidt vom Kreisfeuerwehrverband die Auszeichnung überreicht wurde, Scheibenbergs Bürgermeister Michael Staib und Pfarrer Stephan Schmidt-Brücken schlossen sich als Gratulanten an. Eine Besonderheit des Blaulichtgottesdienstes: Er findet immer unter freiem Himmel statt. Mit einer Ausnahme, verrät Uta Thiele: Anlässlich des sächsischen Feuerwehrtages war die Veranstaltung in die Sankt Annenkirche verlegt worden. Und das Wetter habe bisher immer mitgespielt, freut sich die Cheforganisatorin. So hat es in den zurückliegenden Jahren den Gottesdienst schon im Grünhainer Spiegelwald, in Schlettau, Elterlein, Bärenstein, Großrückerswalde, Buchholz und Neundorf gegeben. In diesem Jahr waren laut Uta Thiele etwa 150 Gäste mit dabei. Die Kollekte wird dem Kriseninterventionsteam Annaberg zur Verfügung gestellt, um die dringend notwendige Anschaffung eines neuen Fahrzeuges realisieren zu können.


Die Auszeichnung

Der Kreisfeuerwehrverband stiftet in Anerkennung besonderer Verdienste im Feuerwehrwesen und besonderer Leistungen in der Verbandsarbeit eine Verdienstmedaille. Vorschläge für die Auszeichnung können Regionalverbeichsleiter, Fachbereichsleiter und der Vorstand des Verbandes unterbreiten. Über die Auszeichnung entscheidet nach Prüfung der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, besagt die Ordnung über die Stiftung der Medaille. Die Auszeichnung ist pro Jahr begrenzt auf zwei pro Regionalbereich, einen pro Fachbereich und einen Vorschlag aus dem Vorstand.

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