Bleibt der Lifthang in diesem Winter grün?

Der Jöhstädter Skiclub ist nicht mehr Betreiber des Areals am Gründelwald. Das ist jetzt die Stadt. Doch die hat auf Grund der Haushaltskonsolidierung eigentlich keinen Cent übrig, um etwa die kostenintensive Beschneiungsanlage einzuschalten.

Jöhstadt.

Es ist Anfang November. Der Skihang in Jöhstadt ist noch grün. Daran wird sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern. Selbst mit der vorhandenen Beschneiungsanlage ist es angesichts der Temperaturen nicht machbar, Schnee zu produzieren. Dazu braucht es um die minus 4 bis 5 Grad Celsius. Doch selbst wenn es demnächst so kalt werden würde, darf der Skiclub "Edelweiß" nicht mehr wie in den Vorjahren die Schneekanonen und -lanzen einschalten. Ob die Technik zur Unterstützung von Frau Holle eingesetzt wird oder nicht, entscheidet ab dieser Saison die Stadt.

Dass das bislang anders war, lag an dem sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag. Auf Grundlage dieses Papiers war laut Bürgermeister Olaf Oettel (parteilos) mit der Stadt geregelt, dass der Skiclub den Lifthang bewirtschaftet. Der Verein durfte sämtliche Einnahmen behalten, musste davon aber auch alle Unkosten bestreiten, auch die der Beschneiungsanlage, die seit 2012 vorhanden ist. Weil genau das aber richtig ins Geld geht, schloss der Skiclub zumindest in drei zurückliegenden Wintern stets mit einem deutlichen Defizit ab, sagt Oettel. In der Saison 2014/15 habe das bei 4046 Euro gelegen, ein Jahr später gar bei 14.714 und im Winter 2016/17 bei 7713 Euro. Weil diese Verluste vom Verein nicht mehr zu kompensieren waren, kündigte er im Juni dieses Jahres den Geschäftsbesorgungsvertrag auf. Da in dem Vertrag eine Kündigungsfrist nicht wirklich festgelegt gewesen war, sei das einfach so möglich gewesen, erklärt Oettel. Für die Stadt kommt das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, befindet sie sich doch gerade in der Haushaltskonsolidierung. Damit muss sie quasi jeden Cent zweimal umdrehen, bevor er ausgegeben wird. Das heißt im Klartext, ein weiteres defizitäres Geschäft kann sich Jöhstadt im Moment nicht leisten.

Um das zumindest etwas abzufedern, hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich erst einmal die Preise für die Liftbenutzung angehoben. Danach kostet künftig unter anderem eine Erwachsenen-Tageskarte 15 Euro. Bisher mussten dafür 12 Euro bezahlt werden. Kinder werden jetzt mit 10 Euro für eine Tageskarte zur Kasse gebeten. Sie mussten bisher drei Euro weniger berappen. Eigentlich sollte das Tages-Ticket für Kinder sogar auf 11 Euro steigen. Dagegen sprachen sich aber die Stadträte Konrad Krauß (Fraktion "Für unnre Haamit") und Uwe Kraus (CDU) aus.

Laut Oettel sind aber selbst diese neuen Sätze weit weg von einem kostendeckenden Betrieb, wenn man den durchschnittlichen Verlust in den vergangenen Jahren zugrunde legt. Danach müsste die Tageskarte für einen Erwachsenen 18.63 Euro und für ein Kind 13.63 Euro kosten.

Konrad Krauß, selbst im Skiverein tätig, hielt der Diskussion entgegen, dass die Verluste allein auf die Beschneiung zurückzuführen sind. "Wenn ich nicht beschneie, habe ich auch kein Defizit", so Krauß. Davon ausgehend ist Knuth Schmiedel, Vorsitzender des Skivereins, gespannt, was in der bevorstehenden Saison passiert. Der Verein liefere auf alle Fälle weiter die Manpower. Bleibe nur abzuwarten, ob die Stadt im Zweifel für einen Einsatz von Schneekanonen und -lanzen stimmt oder der Hang grün bleibt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...