Bootstour mit Fußbank - Abschied vom Hitschen-Race

Bei der letzten Auflage des Wettrennens auf dem Schutzteich war Organisator Till Schwabe mit von der Partie. Auch ein kleiner Trabi wurde gesichtet. Wohl zum letzten Mal. Doch gefeiert wird an dem Gewässer wieder.

Annaberg-Buchholz.

Die gute Nachricht zuerst: Es wird weiterhin ein Sommerfest am Schutzteich geben. Die schlechte Nachricht: Das Hitschen-Race über das Gewässer hat am gestrigen Sonntag zum letzten Mal stattgefunden. "Das ist definitiv so", sagte Organisator Till Schwabe. Ganze fünf Hitschenboote schipperten bei der sechsten Auflage des Wettbewerbs über den Schutzteich, in den vergangenen Jahren waren es mindestens doppelt so viele. "Die Leute haben keine Zeit mehr für das Kreative und für spaßige Ideen. Jeder hat mit sich selbst zu tun. Die meisten sind berufstätig, da steht die Arbeit im Vordergrund", so der Veranstalter.

Zum Abschluss des Spektakels stieg Till Schwabe selbst mit in sein Havanna-Club-Boot - den "Rumtreiber". Am Schluss ging er damit noch baden. "Wir werden das Boot versteigern, der Erlös soll den Brandopfern in Schlettau zugutekommen", so Schwabe. Dort waren Anfang Juli zwei Scheunen eines Bauernhofs niedergebrannt und fast 100 Tiere gestorben - darunter Enten und Gänse.


Das gestrige Hitschen-Race in zwei Durchläufen war auch mit fünf Teams eine spannende Wasserschlacht. Die Teilnehmer hatten nicht nur mit dem Wasser im Teich zu kämpfen, sondern auch mit dem, das teils in Strömen von oben kam. Als Sieger ging schließlich Jörg Ulrich hervor. Der Annaberger benötigte vom Start bis zum Ziel gerade einmal eine Minute und 15 Sekunden. Egal wie, nur der olympische Gedanke zählte. Zwei Bedingungen waren bei den Wasserfahrzeugen gefordert: Es musste eine Hitsche - also eine Fußbank - erkennbar sein, und die Gefährte durften keinen Motor besitzen. Der Wettbewerb war das Gegenstück zum winterlichen Hitschenrennen am Pöhlberg, das wegen Teilnehmermangels inzwischen auch der Vergangenheit angehört. Dass nun auch mit dem Hitschen-Race zu Wasser Schluss sein soll, fand Thomas Pevestorf schon etwas schade. "Aber der Till lässt sich bestimmt wieder irgendwas einfallen", hoffte der Annaberger. Der 53-Jährige brachte ein Boot mit einem Trabbi auf dem Mast und einer FC Erzgebirge Aue-Hitsche an den Start. Der Aufbau erfolgte auf einem Schlauchboot.

Prisca Voigt aus Lengefeld startete als durchgeknallte Elfe auf einem "Einhorn". Im vergangenen Jahr war das Team zum ersten Mal in Annaberg dabei. "Der Unterbau ist der gleiche und seit sechs Jahren im Einsatz, nur der Aufsatz ist immer ein anderer", verriet Opa Dietmar Voigt, Chefmechaniker der Truppe. Und wie die 16-Jährige das 140 Kilogramm schwere "Tretboot" über den Teich manövrierte, war anerkennungswert. Schließlich fand das Unikat auch die ungeteilte Bewunderung der Besucher, die sich doch noch reichlich eingefunden hatten. Dass der gestrige Wettbewerb der letzte sein soll, fand Oma Franziska Voigt weniger lustig. Das Team aus Lengefeld nimmt im Jahr an mehreren solchen Spektakeln teil. Franziska Voigt weiß, dass es schwer ist, Leute mit Ideen für derartige Ausscheide zu finden. Dabei hatte Till Schwabe noch Bekannte und Freunde mobil gemacht. "Sonst hätten wir uns hier mit zwei oder drei Booten vor den erwartungsfrohen Zuschauern wahrscheinlich etwas blamiert", so der rührige Organisator.

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