Brauerei Fiedler lässt neuen Läuterbottich einfliegen

In Oberscheibe ist in dieser Woche ein Hightech-Gerät eingeschwebt. Wirtschaft 4.0 nennt es der Chef. Auf die Spezialanfertigung hat die Firma ein Jahr gewartet. Sie soll aber nicht die einzige Neuerung in diesem Jahr bleiben.

Oberscheibe.

Seit mehreren hundert Jahren wird in Oberscheibe Bier gebraut. Damit das auch künftig so bleibt, sind immer wieder Investitionen notwendig. Denn selbst vor der Braukunst macht die Digitalisierung nicht Halt. Erst in dieser Woche schwebte förmlich der neue Läuterbottich der Brauerei Fiedler in das Firmengebäude ein - aufgrund der Größe durch das Dach. "Es ist das komplizierteste Gerät im Sudhaus", erklärt Braumeister Thomas Fiedler. Mit ihm wird die Maische in Würze und Treber getrennt. Die Würze geht in die Weiterverarbeitung, die Treber, also die festen Bestandteile, werden in der Tierfütterung verwendet.

In der Brauerei Fiedler läuft der Prozess des Läuterns künftig in einem Hightech-Gerät ab, das komplett digitalisiert ist. Inklusive aller Arbeiten investiert das Familienunternehmen rund 280.000 Euro. Die Anschaffung wurde notwendig, da der alte Läuterbottich, der jahrzehntelang seinen Dienst tat, früher oder später nicht mehr einsatzfähig geworden wäre. Also bestellten Fiedlers im November vergangenen Jahres die Spezialanfertigung, die auf die Brauweise der Firma angepasst ist, bei einem Bamberger Unternehmen. Bereits im Vorfeld der Lieferung wurden neue Ventile gesetzt, das Dach geöffnet, um den alten Bottich heraus- und den neuen hereinheben zu können, Hunderte Meter Kabel verlegt. Bis der erste Sud angesetzt werden kann, wird es aber noch ein bisschen dauern, so Thomas Fiedler. Er rechnet damit, dass es Mitte Mai so weit sein wird. Bis dahin muss das neue Gerät eingebaut und die Programmierung verfeinert werden. Bierknappheit wird deshalb aber nicht eintreten, verspricht er. Auch einen anderen Geschmack wird das Fiedler-Bier nicht bekommen. Vielmehr gehe es darum, den Prozess der Herstellung zu optimieren und zu automatisieren. "Ich freue mich sehr auf den neuen Läuterbottich", sagt der Braumeister.


In diesem Jahr stehen zudem weitere Investitionen an. So sollen zusätzliche Tanks die Lagerkapazitäten erhöhen. Des Weiteren wird die Palettierung der Bierkästen automatisiert. Thomas Fiedler rechnet für beides mit weiteren 400.000 Euro Kosten. Die Optimierung der Prozesse sei notwendig. Immerhin wird in der Brauerei immer mehr Bier gebraut. Pro Jahr steigt die Produktionsrate um durchschnittlich 200 bis 300 Hektoliter, erklärt Thomas Fiedler. In diesem Jahr rechnet er mit 17.000 Hektoliter Bier, das unter anderem bis nach Chemnitz, Zwickau und Ottendorf-Okrilla verkauft wird. Der Hauptabsatzmarkt sei aber das Erzgebirge. Rund 20 Prozent der Produkte werden zudem direkt in der Brauerei an den Kunden gebracht. Die beliebteste Sorte ist das Pils, doch auch Kupfer, Schwarzbier und Export gehören unter anderem zum Sortiment, genauso wie alkoholfreie Getränke.

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