Buchholzer Stammtisch: Stühle reichen nicht

Fast drei Stunden haben sich bei der einmal jährlich stattfindenden Veranstaltung Oberbürgermeister, Verwaltung und Bürger ausgetauscht. Kaum ein Thema wurde dabei ausgeklammert.

Buchholz.

Einmal im Jahr nimmt sich der Oberbürgermeister der Kreisstadt, Rolf Schmidt (FWG), richtig Zeit für die Bürger im Stadtteil Buchholz - und die sich für ihn. Dieses Mal sogar fast drei Stunden. In dieser Zeit wurden dem OB von den rund 80 Bürgern - die Stühle im ehemaligen Buchholzer Ratssaal reichten nicht - jede Menge Probleme auf den Tisch gepackt. Nur ein Bier gab es am Stammtisch erneut nicht, kritisierte Schmidt mit einem Schmunzeln. Vielleicht klappt es damit ja zur 10. Auflage im nächsten Jahr, stellte Jens Iser von der Bürgerinitiative Pro Buchholz in Aussicht, die den Stammtisch mit organisiert.

Winterdienst: Damit gab es im Januar insbesondere im Bereich des Buchholzer Wohngebietes Heiterer Blick massiv Probleme. Laut OB fand dort einmal rund 24 Stunden lang überhaupt kein Winterdienst statt. Grund seien Probleme beim dafür zuständigen Unternehmen gewesen. Das habe sich allerdings nicht an die Stadt als Auftraggeber gewandt, "sodass wir auch nicht reagieren konnten", erklärte Schmidt. Unabhängig davon sei der Winterdienst immer eine heikle Angelegenheit und werde das auch in Zukunft bleiben. So werde es immer schwieriger, externe Unternehmen dafür zu finden. "Das will keiner mehr machen, weil es sich nur schwer rechnet und sehr materialintensiv ist, die Firmen die Technik vorhalten müssen, auch wenn es nicht schneit. Vielleicht müssen wir künftig den Bauhof wieder mehr einbinden", sagte Schmidt.

Torsten Kleditzsch

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Pestalozzi-Schule: Aktuell liegen nur zwölf Anmeldungen für eine künftige fünfte Klasse an der Buchholzer Pestalozzi-Oberschule vor. So wenige Anmeldungen gibt es ansonsten für keine andere Oberschule im Altkreis Annaberg. Das würde bedeuten, dass nach 2018 erneut keine fünfte Klasse gebildet werden kann. Dafür braucht es mindestens 20 Schüler. Ohne fünfte Klasse aber droht der Schule irgendwann der Entzug der Betriebserlaubnis, stellte der OB klar. Sollte es soweit kommen, werde er sich dafür stark machen, dass dafür eine freie Schule entsteht. Noch ist es aber nicht soweit. Mit einer Versammlung soll versucht werden, Annaberg-Buchholzer Eltern, die ihre Kinder in Sehmatal, Ehrenfriedersdorf oder im Bildungszentrum der Stadt angemeldet haben, noch dazu zu bewegen, ihr Kind ab dem neuen Schuljahr in die Pestalozzi-Schule zu schicken. Dort seien aktuell alle Lehrerstellen besetzt. Das könnten nicht viele Schulen von sich behaupten.

Brachen: Eine fast schon unendliche Geschichte in Buchholz ist das Thema Brachen bzw. leerstehende Gebäude. Hierzu gab es von den Anwesenden viele individuelle Anfragen, in denen es meist um jeweilige Nachbargrundstücke ging, etwa die Hans-Sachs-Straße 8. Das Gebäude sei sehr baufällig, das Dach bereits eingestürzt. Wie es damit weitergeht, wollte ein Mann wissen. OB Schmidt und Christian Uhlig vom Bauamt konnten bei dieser und vielen anderen ähnlichen Anfragen nur darauf verweisen, dass es sich um Privateigentum handelt, der Stadt dabei solange die Hände gebunden sind, bis von einem der Gebäude eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht.

Nahversorger: OB Schmidt schürte bei den Buchholzern Hoffnung auf einen neuen Einkaufsmarkt mit Vollsortiment. Man sei dabei, ein Projekt zu entwickeln. Die Gespräche laufen, sagte er. Einen Termin könne er aber noch nicht nennen.

Projekte: Abschließend stellte Marcel Rockstroh, Büroleiter des OB, die drei Hochschulprojekte vor, an denen aktuell gearbeitet werde: Bahncampus, Ausbildungsstätte für Grundschullehrer sowie Fachhochschule. Dabei verwies er darauf, dass die beiden Letztgenannten auf Buchholzer Flur entstehen werden - und zwar im Gebäude des Beruflichen Schulzentrums an der Hans-Witten-Straße. Auch sei Buchholz als Wohnstandort für die künftigen Studenten vorgesehen. Damit werde sicher in dem einen oder anderen Haus wieder Leben einziehen.

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