Cranzahler behaupten sich mit Nischenproduktion am Markt

Das Metall steckt noch im Firmennamen: Metall- und Kunststoffverarbeitung. Doch die Verbund- und Kunststoffe haben ihm längst die Rang abgelaufen. Nicht das einzige Erfolgsrezept im mittlerweile 20-jährigen Familienbetrieb.

Cranzahl.

Der Beruf des Zerspanungsmechanikers führt seit Jahren schon kontinuierlich die Liste der offenen Ausbildungsstellen im Erzgebirge an. Auch Ende des vorangegangenen Monats waren von den 123 gemeldeten offenen Stellen 17 immer noch unbesetzt. Ein Erfolgsrezept dagegen scheint man in der Metall- und Kunststoffverarbeitung GmbH (MKT) in Cranzahl gefunden zu haben. Seit 2002 bereits bildet das Unternehmen kontinuierlich junge Menschen in diesem Beruf aus.

"Nur so sichern wir unseren Nachwuchs", macht Prokuristin Kerstin Totzauer deutlich und nennt eine Lehrlingsquote von 18 Prozent. Das Erfolgsrezept? "Vielleicht liegt es in der vielseitigen Ausbildung", mutmaßt sie. Denn während der Zerspanungsmechaniker an sich ein reiner Metallberuf sei, gehöre im Unternehmen auch die Kunststoffverarbeitung zu den Ausbildungsinhalten. Dazu komme neben der Arbeit mit den konventionellen Maschinen der Umgang mit modernen CNC-Maschinen, der bereits im zweiten Lehrjahr beginne. "Und wir haben ein junges Ausbilderteam. Der jüngste ist 30", sagt sie.

Derzeit gehören fünf Auszubildende zur Belegschaft, die in den 20 Jahren des Bestehens des Unternehmens stetig gewachsen ist. So sind aus den ursprünglich acht Arbeitsplätzen mittlerweile mehr als 30 geworden. 1999 hatte das Unternehmen seine Arbeit aufgenommen - damals noch im Ort, berichtet Kerstin Totzauer von den Anfängen. 2006 folgte der Umzug ins Gewerbegebiet, das zu diesem Zeitpunkt gerade erschlossen wurde. Seither sei kontinuierlich weiter investiert worden - unter anderem vor acht Jahren in eine neue Lagerhalle sowie vor zwei Jahren in eine weitere Produktionshalle. Und natürlich in die Maschinen. Zu den langjährigen Partnern der Cranzahler auf diesem Gebiet gehört die Werkzeugmaschinen GmbH aus Limbach Oberfrohna - seit 2004 erfolgreich am Markt. Eine langjährige erfolgreiche Kooperation, die jetzt mit einer gemeinsamen Jubiläumsfeier in Cranzahl besonders gewürdigt wurde. Denn erst im Herbst ist der dortige Maschinenpark um ein weiteres modernes Dreh- und Fräsbearbeitungszentrum erweitert worden. Was die Cranzahler dabei besonders schätzen ist der "spitzenmäßige" Service, erklärt Kerstin Totzauer. Der sei zuverlässig und qualifiziert und vor allem schnell.

Ein wichtiger Aspekt für ein Unternehmen wie MKT, dessen Erfolg unter anderem auf Vielseitigkeit basiert. Die mache das Unternehmen weniger anfällig für den derzeitigen Strukturwandel. Ob Maschinen- und Anlagenbau oder Medizintechnik, erneuerbare Energie oder Luft- und Raumfahrttechnik: "Wir sind in vielen Bereichen tätig", erläutert die Prokuristin. Und stetig kämen neue Geschäftsbereiche dazu. "Wir wachsen mit unseren Kunden", sagt sie. Drehteile werden bis zu einem Durchmesser von 800 Millimeter und Frästeile bis zu einer Länge von 6500 Millimeter produziert - je nach Kundenwunsch sowohl in Klein- als auch in Großserien. Und das alles nicht in Metall, sondern in Kunst- beziehungsweisweise Verbundstoffen. Nischenproduktion als Erfolgsrezept. Mittlerweile umfasst das Produktionssortiment fast 10.000 verschiedene Artikel.

Von allein löst sich das Nachwuchsproblem aber dennoch nicht. "Dafür müssen auch wir immer aktiv sein", sagt die Prokuristin. Die regelmäßige Beteiligung an Ausbildungsmessen und an der Woche der offenen Unternehmen gehöre da ebenso dazu wie eine enge Zusammenarbeit mit der Oberschule im Ort, zum Beispiel in Form von fächerübergreifendem Unterricht.

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