Crottendorf erhöht Essenspreise in Kindergarten und Hort

Eltern müssen ab April 20 beziehungsweise 30Cent pro Portion mehr zahlen. Die Gemeinde schießt aber weiter zu. Eine andere Frage ist noch offen.

Crottendorf.

Das Essen in den Kindereinrichtungen von Crottendorf wird ab April teurer. Wie der Gemeinderat entschieden hat, kostet eine Portion im Kindergarten dann 1,60 statt bislang 1,40 Euro. Im Hort steigt der Preis pro Portion von 2Euro auf 2,30 Euro. Für die Gemeinde bedeutet das, dass sie weiterhin Geld zuschießen wird. Aber mit der Erhöhung soll eine etwa 85-prozentige Deckung der Kosten erreicht werden. Denn die Kommune will an der eigenen Küche für Kita und Hort festhalten, die sich im Gebäude der Kindertagesstätte "Bärenkinder" befindet.

Auch das Personal wird fürs Essen ab April mehr bezahlen. In dem Bereich steigt der Preis pro Person von 3,70 auf 4,30Euro. Ebenso werden die Kosten pro Getränk erhöht - von 0,30 auf 0,35 Euro. Damit folgte der Rat einem Vorschlag, der zunächst im Kultur- und Sozialausschuss des Ortes diskutiert worden war. Die Basis für eine zugrunde liegende Kalkulation bildeten Zahlen von 2017. Damals lagen die Ausgaben für die Küche bei rund 129.750 Euro, dem standen Einnahmen von etwa 90.950 Euro gegenüber. Das entsprach einem Minus von etwa 38.800 Euro, das die Gemeinde ausgleichen musste. Damit lag die Kostendeckung des Angebots bei 70 Prozent - zu wenig, wie der Crottendorfer Rat entschieden hat.

Sascha Aurich

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Mit dem Portionspreis von 1,60Euro in der Kita ist man immer noch sehr günstig, wie Bürgermeister Sebastian Martin (parteilos) sagte. "Das sucht in der Region seinesgleichen." Zum Vergleich: Das Essensgeld in städtischen Kindertagesstätten von Annaberg-Buchholz beträgt seit Februar 2,24 Euro pro Portion. Auch in der Kreisstadt hatte der Stadtrat eine Erhöhung um 14 Cent beschlossen, die nun greift. Der Crottendorfer Rat Sebastian Oehme (Freie Wähler Bürgerforum) sagte, dass man im Kultur- und Sozialausschuss lange über das Thema diskutiert habe. Aber man sei zur Auffassung gekommen, dass schon 85 Prozent Kostendeckung erreicht werden sollten. Schließlich sei eine eigene Kita-Küche keine Pflichtaufgabe der Kommune. "Und wenn wir das Essen aus einer Großküche beziehen würden, wäre es mit Sicherheit nicht billiger", so Oehme.

Verschoben worden ist indes die Entscheidung über einen Antrag einer Tagesmutti aus dem Ort, die neben der örtlichen Kindertagesstätte ebenfalls Kleinkinder betreut. Da das Essen in der Tagespflegeeinrichtung von einem Drittanbieter geliefert wird, müssen Eltern pro Portion 2,50 Euro bezahlen. Eine Ungleichbehandlung aus Sicht der Antragstellerin. Daher soll die Gemeinde 90 Cent zuschießen, damit auch dort nur 1,60 Euro fällig werden. Denn die Kommune hatte es bislang aus logistischen Gründen abgelehnt, die Einrichtung mit Essen aus der eigenen Küche zu beliefern. Doch das soll jetzt noch einmal auf den Prüfstand.

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