Daran ändert die Krise nichts: Kunstkeller geht Buchprojekt an

Die Annaberger Einrichtung will sich einem kreativen Austausch zwischen den verstorbenen Künstlern Hans Hess und Günter Hofmann widmen. Zugleich plant sie zwei Ausstellungen in diesem Jahr. Eine davon sozusagen mit einem zeitweisen Rückkehrer.

Annaberg-Buchholz.

Ein neues Buch will der Betreiberverein des Kunstkellers Annaberg in diesem Jahr herausgeben. Dieses soll sich dem Austausch von 1000 Originalpostkarten - darunter Collagen und Zeichnungen - zwischen dem Schwarzenberger Künstler Hans Hess und Günter Hofmann aus Hainichen widmen. "Dieser Fundus an Arbeiten ist ein einzigartiger Schatz, der seit Längerem gehoben, sprich: publiziert werden will", erklärt Jörg Seifert, Vorsitzender des Vereins Kunstkeller Annaberg. Um das Projekt verwirklichen zu können, werden nun Subskribenten gesucht. Die verbindlichen Vorbestellungen sind ein Bestandteil, um das Ganze zu finanzieren. Zum Glück ändere die Corona-Krise nichts daran, an der Verwirklichung dieser Publikation zu arbeiten.

Der Künstler Hans Hess hat von 1951 bis 2019 gelebt, Günter Hofmann von 1944 bis 2008. Beide seien dem Kunstkeller Annaberg und dem dahinterstehenden Verein sehr verbunden gewesen. Ersterer war in die Vorbereitung der neuen Publikation noch eingebunden. "Die Gespräche mit Hans Hess über dieses Projekt wurden durch seinen frühen Tod 2019 jäh unterbrochen. Wir wollen es im Andenken an die beiden herausragenden Künstler selbstverständlich fortsetzen und zu einem guten Abschluss bringen", erläutert Jörg Seifert. Zurzeit sei man mit der Auswahl einiger besonders charakteristischer Beispiele aus allen Jahren des Briefwechsels beschäftigt. Neben einem reichen Abbildungsteil sollen einige Texte Aufschluss über die jahrzehntelange Freundschaft der beiden Künstler und über ihre gemeinsamen Ausstellungsprojekte geben.

Wechselnde Ausstellungen zu zeigen, das ist auch ein wichtiges Anliegen des Kunstkellers an der Wilischstraße. Eigentlich ist für Ende Mai die Eröffnung einer neuen Schau geplant, in der Arbeiten von Ursèl Ritter und Christian Jacob - einem Künstlerpaar aus Berlin - gezeigt werden sollen. "Er hat seine Wurzeln im Erzgebirge, kommt ursprünglich aus Cunersdorf", sagt Jörg Seifert. In den 1980er-Jahren habe Jacob einen Zeichen-Zirkel in Annaberg geleitet, sei damals beruflich für das Marktwesen in der Stadt zuständig gewesen, später aber nach Westberlin ausgereist. "Nun will er das erste Mal seit Langem wieder in Annaberg-Buchholz ausstellen", fügt der Leiter des Kunstkellers hinzu. Allerdings hängt der Eröffnungstermin noch davon ab, wie sich die Situation mit Blick auf die Corona-Krise und derzeit noch bestehende Einschränkungen entwickelt. Möglicherweise müsse er verschoben werden.

Nach jetzigem Stand soll es in diesem Jahr noch eine weitere Ausstellung geben, die sich ab dem Herbst dem Schaffen von Heinz Tetzner (1920 bis 2007) widmet. Der Gersdorfer Maler und Grafiker hätte 2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Seine expressionistischen Werke tragen Titel wie "Alter Clown", "Einfältiger" oder "Im Spiegel". Wer den Kunstkeller Annaberg beziehungsweise seinen Betreiberverein mit einer verbindlichen Vorbestellung bei seinem neuen Buchprojekt unterstützen möchte, der kann sich telefonisch oder per E-Mail melden.

E-Mail: kunstkeller@web.de

 

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