Das planen die "Erzgebürger"

Vereine aus der Region sind vom Landkreis ausgezeichnet worden - nicht nur mit Worten. Was fangen sie mit dem Geld an?

Annaberg-Buchholz.

Irgendwie hatte man im Verein schon etwas gewittert von dem, das da kommen sollte. "Bei uns wurde vor der Festveranstaltung eine Szene für den Imagefilm gedreht", berichtet Andreas Naupert, Vorsitzender des Vereins Jugendblasorchester der Stadt Thum. Da kam der Gedanke auf, dass der 500Mitglieder starke Verein zu den "Erzgebürger"-Preisträgern gehören könnte. So war es dann auch. Im Auer Kulturhaus freute sich die 30-köpfige Thumer Abordnung aus Musikern und ehrenamtlichen Helfern nicht nur über die Anerkennung des Erzgebirgskreises, sondern auch über 2000 Euro. "Als Verein geraten wir oft an die Grenze des Machbaren, aber trotzdem ziehen alle wunderbar mit. Da ist es schön, so eine Würdigung zu bekommen. Denn Ehrenamt ist absolut wichtig für unsere Gesellschaft", so Naupert. Das Geld gehe im Haushalt auf. Die ungeplante Einnahme ist höchst willkommen, schließlich planen die Erzgebirger eine USA-Reise.

"Völlig überrascht" sind laut Kristin Richter-Hilbert vom Jugendclub "Wolfsheim" Königswalde die Mitglieder, dass sie zu den Preisträgern gehören. Für die Verwendung ihrer 1000 Euro haben sie eine gute Idee: Sie wollen 2019 die Außenanlagen ihres Clubs kindgerecht gestalten. "Nunmehr sind wir als Jugendclub gewachsen und möchten somit auch unserem Nachwuchs etwas bieten", sagt Richter-Hilbert. Geplant gewesen sei das schon länger, aber nun ist das Startkapital da.

Über die Würdigung ihres Tuns freuen sich auch die Mitglieder des Kriseninterventions- und Notfallseelsorgeteams (Kit) Annaberg. "Unsere Arbeit ist keine leichte und für Betroffene immer mit schlimmen Ereignissen verbunden. Wir stehen deshalb nur selten in der Öffentlichkeit und erhalten nur wenig Aufmerksamkeit, Unterstützung und Anerkennung. Dabei sind Beistand und Ermutigung auch für unsere Arbeit wichtig", sagt Vorsitzender Matthias Bittersmann. Das Kit mit seinen rund 30 Ehrenamtlichen, die etwa als Arzt, Rettungssanitäter oder bei der Feuerwehr arbeiten, steht Menschen in Extremsituationen bei. Ein wichtiges Arbeitsmittel ist dabei ihr Einsatzfahrzeug mit einer Betreuungsinsel als Arbeits- und Rückzugsort zum Schutz der Privatsphäre der Betreuten. Doch der alte VW-Bus (Baujahr 2002) ist in die Jahre gekommen. Für eine Ersatzbeschaffung sammelt das Kit Spenden, da kommen die 2000 Euro Preisgeld gerade recht.

Eine Erfolgsgeschichte ist auch der Schulsanitätsdienst des Greifenstein-Gymnasiums Thum in Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverband. Die Preisverleihung war für die jungen Helfer ein Erlebnis. "Es ist für die Kids etwas ganz Großartiges - und natürlich auch für uns Ausbilder -, wenn man einen Bürgerpreis bekommt und der Ministerpräsident da ist und die Sozialministerin eine Laudatio auf uns hält", sagt Ortsverbandsvorsitzender Robby Schubert. Und natürlich sei auch das Preisgeld von 1000 Euro nicht unerheblich. Ein Teil soll in die Ausbildung und Beschaffung von Materialien und Kleidung fließen. Ein weiterer Teil soll für die Feier "10 Jahre Schulsanitätsdienst" dienen. Schubert betont, dass man das Ehrenamt auch "ohne ein riesengroßes Dankeschön" gern ausübe: "Die Kids bekommen das von uns vorgelebt und merken, dass es einen erfüllt, sich für andere einzusetzen." Solche Preise seien immer eine hohe Anerkennung, sagt Robby Schubert. "Aber wir würden es auch ohne Auszeichnung weiter machen."

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