Das sind die Stadtpreisträger 2019

Mit einem Jahr Abstand mehr als üblich ehrte die Kreisstadt am Donnerstag wieder herausragende Leistungen in den Kategorien Architektur, Kultur, Sanierung, Wirtschaft sowie Mensch. Und auch ein Sportler stand im Rampenlicht.

Annaberg-Buchholz.

Es war ein kleines Jubiläum am Donnerstagabend im Erzhammer. Zum 20. Mal wurden in Annaberg-Buchholz Stadtpreise verliehen. Preise, für Menschen, die sich durch herausragendes persönliches Engagement verdient gemacht haben, wie es hieß. Oberbürgermeister Rolf Schmidt ging in seiner Ansprache noch einen Schritt weiter. "Wir sind eine Kommune. Eine Kommune ist eine Gemeinschaft, die wir selber gestalten. Und dafür gibt es zum Glück eine große Familie engagierter Bürger", sagte Schmidt. Diese stehen meist auch in der Öffentlichkeit und werden damit leider verstärkt gerade in sozialen Netzwerken teils persönlich angegriffen. Das führe dazu, dass sich inzwischen immer mehr Menschen zurückziehen, so Schmidt.

Der Stadtpreis Sanierung ging an die Scharnagl Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG für das Objekt Johannisgasse 7. Das Gebäude wurde 1912 als dreigeschossiges Wohn- und Fabrikgebäude errichtet. Das Erdgeschoss verfügt über eine Natursteinverkleidung aus Porphyr. Bei der Sanierung des Objektes lautete das Ziel, soviel wie möglich von der historischen Bausubstanz und Konstruktion bewahren, hieß es in der Laudatio. Das sei auch gelungen, indem unter anderem das Treppenhaus mit Granitblockstufen, Podesten und originalem Geländer erhalten geblieben sind. Das hatte allerdings auch seinen Preis, wie Geschäftsführer Jürgen Scharnagl, der den Stadtpreis entgegennahm, feststellte.

Über den Stadtpreis Architektur konnte sich das Büro Studio2 Architekten aus Chemnitz freuen. Vergeben wurde der Preis für das Objekt Hüttengrundstraße 5 in der Kreisstadt. "Das moderne Wohnhaus überzeugt durch einen gut strukturierten Baukörper sowie ein klares Gestaltungs-, Material- und Lichtkonzept, ist in beispielhafter Weise an Blickachsen ausgerichtet und bietet dadurch eine hohe Wohnqualität", hieß es in der Laudatio. Zu den Referenzen des Teams Studio2 Architekten gehören unter anderem der Neubau einer Betriebskantine für 450 Gäste bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen, die Erweiterung der Golfbadsauna in Chemnitz-Rabenstein sowie diverse Wohnhausprojekte. Jörg Mehlhorn und Bert Köthe nahmen die Auszeichnung entgegen.

Den Stadtpreis Kultur erhielten die beiden Nachtwächter Rainer Eckel und Dieter Frank. Ausgehend von der 500-Jahr-Feier von Buchholz, haben beide seit 2001 in 628 Touren mehr als 10.000 Menschen die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten von Annaberg-Buchholz in ihrer unverwechselbaren und liebenswürdigen Art nahegebracht. Seit dem 30. Mai 2003 sind sie Mitglied der Europäischen Türmer- und Nachtwächterzunft. Deshalb war extra deren Zunftmeister Johannes Thier aus Bad Bentheim angereist, um die Laudatio zu halten. Dabei berichtete Thier, dass er Eckel und Frank das erste Mal 2003 beim 18. Zunfttreffen in Chemnitz getroffen hat. Die beiden Preisträger sind aber schon länger in der Kulturszene der Stadt unterwegs, etwa im Karnevalsverein "ABC" oder seit 1992 mit dem satirischen "Stammtisch-Gespräch" als Augustin und Müller-Top.

Mit dem Stadtpreis Wirtschaft wurde der Unternehmer Hartmut Niklas geehrt. Unter seiner Regie sind in Annaberg-Buchholz seit dem Jahr 2007 insgesamt 15, vielfach stadtbildprägende Gebäude saniert worden. Dazu gehören die ehemalige lithografische Anstalt an der Scheibnerstraße sowie ein früherer OPEW-Betriebsteil am Emilienberg. "Als zuverlässiger und fairer Partner förderte er damit das regionale Handwerk in vorbildlicher Weise", ging aus der Laudatio hervor. Aktuell plant Niklas die Einrichtung eines Hostels im Stadtteil Buchholz. Das soll, wenn alles nach Plan läuft, schon in 497 Tagen eröffnen, verriet der Stadtpreisträger am Donnerstagabend fast nebenbei.

Den Stadtpreis Mensch erhielt der Christliche Körperbehindertenverein und seine Freunde. Steffen Großer vom Vorstand nahm ihn stellvertretend entgegen. Die zurzeit 128 eingetragenen Mitglieder des Vereins umfassen ein Altersspektrum von 24 bis 94 Jahre. Durch zahlreiche Aktivitäten fördert der Verein seit 1990 die Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben. Beispiele dafür sind regelmäßige Treffen, Ausflüge sowie gemeinsame Reisen unter anderem bis Israel, aber auch sportliche, kreative und besinnliche Angebote. Dieses Teilen von Freizeit, Freude und Leid sei ein tolles Beispiel für echte Inklusion, hob Laudator Pfarrer Karsten Loderstädt hervor.

Sportler im Ehrenamt: Dieser Titel, der immer gemeinsam mit den Stadtpreisen vergeben wird, ging in diesem Jahr an Horst Haby. Über viele Jahre hinweg engagierte er sich als Spieler und Trainer für die Entwicklung des Handballsports in Annaberg-Buchholz inklusive der Nachwuchsförderung. Die 1. Männermannschaft des HCAB, die er bis 2005 trainierte, führte er erfolgreich von der Kreisliga bis zur Verbandsliga. Auch stehen zwei Halbfinals im Sachsenpokal in seiner Vita. Nach seiner Trainerlaufbahn war Haby von 2007 bis zum Januar 2019 Vorstandsvorsitzender des HCAB. Ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit investierte er in "seinen" Verein, der in den Jahren von 2005 bis 2019 zwischen 300 und 350 Mitglieder hatte, davon 150 bis 200 Kinder und Jugendliche. Im Februar 2019 wurde er auf der Jahreshauptversammlung des HCAB als Vorsitzender verabschiedet. Er übergab einen gut strukturierten und finanziell soliden Verein an den neuen Vorstand. Noch wichtig zu wissen: "In Habys Familie hatten sich alle privaten Termine stets nach dem Handball auszurichten", sagte Laudator Dieter Seidel mit einem Lächeln.

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