Den Ahnen auf der Spur

Zum 25. Mal trafen sich Genealogen auf Einladung des Adam-Ries-Bundes. Doch was muss bei dieser Wissenschaft alles beachtet werden, und wie fängt man an, Familiengeschichte zu erforschen?

ANNABERG.

Das obererzgebirgische Genealogentreffen des Adam-Ries-Bundes Annaberg-Buchholz hat am Sonnabend ein kleines Jubiläum erlebt. Zum 25. Mal fand die Veranstaltung statt. Rund 40 Teilnehmer aus dem Erzgebirgskreis waren dazu in den Erzhammer gekommen. "Wir treffen uns in der Regel einmal im Jahr", berichtete Klaus-Peter Herschel. Dabei finden die Zusammenkünfte immer unter einem bestimmten Thema statt. "Es gab aber auch schon Treffen ohne Schwerpunkt, wo dann der Erfahrungsaustausch der Genealogen im Vordergrund stand", so der 63-Jährige. Am Sonnabend stand vor allem der Adel im Erzgebirge im Fokus. Thema war das Geschlecht der Familie von Carlowitz. Sie war über drei Generationen als Oberforst- und Wildmeister bestellt und arbeiteten im Schlettauer Schloss.

Genealogie ist ein schwieriges Wort, hat jedoch eine ganz simple Bedeutung. Es ist die Lehre von der Familienforschung. Und mit der Gründung des Adam-Ries-Bundes 1991 begann auch die Geschichte des Genealogentreffens. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, das Leben und Wirken des Rechenmeisters und Bergbeamten zu erforschen", so Herschel. Er ist ehrenamtlich im Bund, im Adam-Ries-Museum und als Stadtführer tätig. "Dabei verkörpere ich auch hin und wieder den Adam Ries." Apropos Adam Ries: Ausgehend von acht Kindern, die Ries hatte, sind 27.000 Nachfahren bekannt, davon 7500 noch Lebende. "Allerdings zählt hier auch die weibliche Linie mit", so der Experte. "Die Nachfahren leben nicht nur in Europa, sondern fast in aller Welt."

Den Anspruch international zu sein, hat auch der Adam-Ries-Bund. Der Verein zählt rund 200 Mitglieder in ganz Deutschland sowie unter anderem in Österreich, Belgien und der Schweiz. Die Genealogie ist als Hilfswissenschaft anerkannt und auch für die Erforschung der Heimatgeschichte von großer Bedeutung. "Die Forschung vermag geschichtliche Lücken auch in der Regionalgeschichte zu schließen." Familienforschung kann übrigens jeder betreiben, der sich dafür interessiert. Bei der Vorgehensweise raten Experten natürlich zuerst, vorhandene Familiendokumente unter die Lupe zu nehmen. Standesämter, Stadtarchive, Kirchenbücher oder auch das sächsische Staatsarchiv können ebenso helfen, Licht ins Dunkel der Familiengeschichte zu bringen. Dabei sollte beachtet werden, dass in den meisten Fällen offizielle Genehmigungen notwendig sind, der Datenschutz Beachtung finden muss und Genauigkeit und Akribie gefragt sind. "Man kann bei den Forschungen auch leicht auf eine falsche Fährte geraten", so der Genealoge. Hilfreich kann auch eine Verbindung zum Ries-Bund oder zur AG Erzgebirge der Mitteldeutschen Familienforschung sein. Allerdings übernimmt der Adam-Ries-Bund keine Recherchen. Und eines stellt Klaus-Peter Herschel klar: "Genealogie braucht viel Zeit, viel Geduld, viel Geld und noch mal viel Zeit."

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