Der Fernsehmensch, der auch singen kann

Reinhold Beckmann, vielen als Moderator bekannt, hat in der Alten Brauerei sein neues Album "Freispiel" vorgestellt. Seine Lieder und Geschichten nehmen gefangen.

Annaberg-Buchholz.

Der Text der Ankündigung nahm es schon vorweg: Ja, er kann singen! Und auch alles andere, was geschrieben stand, stimmte, dass er sich beispielsweise "als charmanter, nachdenklicher, ironischer und humorvoller Chansonnier und Conferencier" präsentiert. Das war vorher so aber nicht bekannt, umso größer dann die Überraschung. "Mich hat die Ankündigung in der Zeitung neugierig gemacht, darum bin ich hergekommen", sagte Cornelia aus Annaberg-Buchholz. Und die junge Frau ist nicht enttäuscht worden: "Das war ein sehr schöner Abend mit einem, der wirklich etwas zu sagen hat. Klasse!"

Den anderen der reichlich 100 Gäste in der Alten Brauerei dürfte es ähnlich ergangen sein, zieht man nur die mehreren Vorhänge, sprich die erklatschten Zugaben, zurate. Und derer gab es reichlich. Reinhold Beckmann, hier trifft die abgedroschene Zeile "bekannt aus Funk und Fernsehen" nun einmal wirklich zu, ist als Medienmensch einfach Vollprofi. Dazu gehört, dass er sich informiert hat über seinen Auftrittsort, dass er sich die Animositäten der Bewohner der Doppelstadt angelesen hat. Das ist einfach, hat aber einfach auch eine große Wirkung auf das Publikum und schafft sofort Nähe.


Der Überbau stimmte also, doch wäre dieser wirkungslos ohne eine solide Basis gewesen. Und die war grundsolide, unterfüttert mit einer großen Musikalität von Beckmann und seinem Gitarristen Johannes Wennrich und großartigen Liedern. Und auch hier bedient das Multitalent Reinhold Beckmann mühelos die Tasten der Klaviatur, er findet neue Wendungen und Wortspiele für Liebeslieder und lässt die Liebe wieder neu aufblühen. Dafür braucht er nicht einmal den Wonnemonat Mai, das geht auch schon im März ...

Gut, singen kann er, aber darüber hat er auch das Parlieren nicht verlernt, er ist einer, dem man gern zuhört. Wenn er etwa über die Kindheit in einem Dorf 27 Kilometer südlich von Bremen erzählt, über seine Studentenzeit in Marburg, alles gespickt mit Anekdoten und Anekdötchen. Oder die Geschichte, wie er als Fernsehmann Udo Lindenberg zu dessen Auftritt im Palast der Republik begleitet hat. Das ist witzig und nachdenklich zugleich, interessant und spannend.

Die Musik habe schon immer in ihm geschlummert, erzählt er nach dem Konzert. "Aber wach geküsst wurde sie durch einen Auftritt bei 'Inas Nacht und seitdem lässt sie mich nicht mehr los", sagt der Fernsehmann und Gastgeber in Talkshows. Der darf ruhig mal wieder kommen, mit neuen Liedern und gern auch mit den alten Geschichten.

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