Der Wolf kehrt zurück

1816 wurde der letzte Wolf im sächsischen Erzgebirge erlegt. 200 Jahre später ist Meister Isegrim wieder in der Region gesichtet worden. Doch die Rückkehr löst nicht nur Freude aus.

Bärenstein.

Der Wolf kehrt zurück. Das zeigen Untersuchungen des Kontaktbüros "Wölfe in Sachsen". Demzufolge gibt es in Ostsachsen mittlerweile häufige Wolfs-Sichtungen. Auch im Erzgebirge ist der Wolf schon aufgetaucht. Bisher aber offiziell nur auf der böhmischen Seite. Im Juli 2016 tappte in der Nähe von Bärenstein ein Wolf zweimal in eine Fotofalle.

Auf der tschechischen Erzgebirgsseite in der Nähe von Abertamy gibt es seit einiger Zeit ein Wolfsrudel. Dort sind im vergangen Jahr mehrere Schafe gerissen worden. Deshalb gibt es nun auch auf sächsischer Seite die Befürchtung, dass Nutztiere gefährdet sein könnten. Denn auch in Sachsen wurden im vergangenen Jahr laut Wolfsmanagement 219 Tiere wie Schafe, Ziegen oder Wild in Gattern von Wölfen gerissen.

Uwe Silze, der eine Schäferei in Sehmatal betreibt, macht sich so seine Sorgen. "So lange es nur einzelne Tiere sind, ist die Gefahr nicht allzu hoch. Problematisch wird es, wenn sich Rudel ansiedeln." Denn ein Rudel brauche 500 Stück Wild im Jahr. "Da ist der Ärger vorprogrammiert", ist sich der 56-Jährige sicher. Silze hat sich bereits ein Meter hohe Elektrozäune angeschafft. "Die Förderung vom Land für die Zäune war ordentlich", so Uwe Silze. Aber sie werde ja auch nicht zum Spaß vergeben. Offenbar gehe man davon aus, dass die Zäune in Zukunft gebraucht würden. Für ihn ist es "Irrsinn", dass die Ansiedlung des Wolfes gefördert wird. Wenn die Wolfs-Population zu groß werde, müsse auch über Abschüsse nachgedacht werden.

Mirko Prüfer vom Forstamt Neudorf sieht die Ankunft des Wolfes dagegen gelassen. "Der Wolf stellt keine Gefahr für den Menschen dar, da er ein sehr scheues Tier ist. Da sind Wildschweine oder sogar Kühe gefährlicher", so der Sachbearbeiter für Waldökologie und Naturschutz. Dass der Wolf erst so spät ins Erzgebirge gezogen kommt, liegt laut Prüfer an der dichten Besiedelung dieser Region. Da sei es in Ostsachsen sehr viel ruhiger für das Tier. Insgesamt gebe es in Sachsen laut der aktuellen Zählung 15 Rudel, drei Paare und ein ortsfestes Einzeltier. Sicher könnten irgendwann auch Tierhalter betroffen sein, doch die Entschädigungszahlungen vom Freistaat würden die Verluste ausgleichen.

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