Deutschrocker mit Metalkante geben ihren Festivaleinstand

Die Veranstaltung "Rock auf dem Berg" hat sich erneut als familienfreundliche Veranstaltung bewährt. Mehrere Generationen ließen sich den bunten Musikmix an zwei Tagen nicht entgehen - zur Not mit Gehörschutz.

Geyer/Pobershau.

Erleichtert hat das Organisationsteam des traditionellen Festivals "Rock auf dem Berg" am Sonntag Bilanz gezogen. Das Fazit der Organisatoren fiel positiv aus: Mit knapp 1500 Besuchern war die Veranstaltung - die am Wochenende auf dem Pobershauer Katzenstein stattgefunden hat - beinahe ausverkauft. Wie immer kam das Publikum nicht nur aus der näheren Umgebung. Einige Festivalgäste nahmen dafür auch weite Anreisen in Kauf.

Das Organisationsteam des Festivals hat wieder nicht nur für gemischte Musikrichtungen gesorgt. Wie immer gab es außerdem einen gelungenen Wechsel zwischen in der Szene bekannten Bands und Musikern aus der Region. Besonders geschätzt ist die Veranstaltung bei den Besuchern wegen der beinahe schon familiären Atmosphäre - man kennt sich eben. Denn viele Gäste, die sich das Jahr über kaum sehen, treffen sich einmal im Jahr bei "Rock auf dem Berg". Diese Atmosphäre kam offenbar auch den Organisatoren zupass: "Das Publikum ist hier immer sehr friedlich. Eingreifen müssen wir eigentlich nie, höchstens mal schlichten", versicherte Nicole Weidensdörfer. Ihr Mann Axel leitet den Security-Dienst, der im Einsatz war. Seit mehr als zehn Jahren sichert das Unternehmen die Veranstaltung ab. Die Dörnthalerin ist meistens dabei gewesen. Dass sie als Frau für die Sicherheit mitverantwortlich ist, wirke in der Regel positiv. Das Team war diesmal wie immer mit zirka zehn Leuten vor Ort im Einsatz. Auch der Rettungsdienst vom Roten Kreuz kommt auf dem Katzenstein nur selten zum Einsatz: "Es kommt höchstens mal vor, dass sich jemand beim Alkohol verschätzt", betonte Einsatzleiter Damian Wenzel.

Anstrengender war es hingegen für Armin Kellmann und sein Team in der Bar. "Es macht trotzdem Spaß. Man kommt mit den Leuten ins Gespräch. Und wenn es mal länger dauert, weil die Bestellung etwas größer ist, macht niemand Stress", erklärte er. Für Elia van Scirouvsky hat "Rock auf dem Berg" über die Jahre nichts von seinem Flair verloren. Seit Langem moderiert er die Veranstaltung. "Mir ist aufgefallen, dass noch nie so viele schwangere Frauen und Familien mit Kindern hier waren. So werden schon die Jüngsten an gute Musik herangeführt", freute sich der 47-jährige Leipziger. Selbstverständlich trugen die jüngsten Gäste Gehörschutz. Und waren damit nicht allein. Auch so mancher Erwachsener auf dem Festivalgelände wollte die Musik wenigstens ein bisschen gedämpft genießen. Die Lautstärke ist schließlich nicht zu unterschätzen - so etwa bei den beiden Hauptbands "Pro Pain" und "Bloodsucking Zombies From Outer Space", die die Bühne rockten und erwartungsgemäß die meisten Besucher anzogen. Aber auch die Bands aus der Region brachten zahlreiche Fans mit auf den Katzenstein.

Für "Anthony Scott" aus Geyer war es der erste Auftritt bei Rock auf dem Berg. Das ist auch nicht verwunderlich. Schließlich spielen sie erst seit etwa einem Jahr zusammen. Tony Stopp hatte das Projekt zwar bereits 2013 ins Leben gerufen - damals allerdings noch als Solomusiker. Musikalisch lassen sich die Erzgebirger ungern festlegen. Sie sehen sich am ehesten als Deutschrocker mit "Metalkante". Die Musik hat Melodien und kann ohne weiteres von den Fans mitgesungen werden. Inhaltlich drehen sich die Texte um die Probleme des Alltags. "Sie sind in der Regel autobiografisch und handeln unter anderem von Freiheit und Selbstverwirklichung", betonte Tony Stopp. Er ist für die Lyrics verantwortlich. Im musikalischen Bereich erhält er Unterstützung von Stefan Bretfeld. Obwohl sie in dieser Formation noch nicht lange unterwegs sind, haben sie schon an mehreren Festivals mitgewirkt. Noch am Freitag spielten sie bei "Rock dein Leben" in Laichingen. Die Woche davor spielten sie auf dem Ankerberg. Das Spreewaldfestival haben sie ebenfalls schon mitgerockt. Nächstes Jahr bringt die Gruppe ihr erstes gemeinsames Album heraus. Das erste Album des Musikprojektes "Anthony Scott" hat Tony Stopp bereits solo herausgebracht. Es trägt den Namen "Lern mir leben". Vom Konzept des Festivals Rock auf dem Berg sind sie überzeugt. "Das ist gut gemischt und könnte vor allem den Nachwuchsbands als Sprungbrett dienen", brachte es der Bandleader auf den Punkt.

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